Diese Instagram-Stars machen Schluss mit Body Shaming

Sophia HadjipanteliUPDATE

Ein Blick ins Internet, schon fühlt man sich hässlich. Doch zwischen "Fat Shaming", "Skinny Shaming" und perfekt geschminkten und retuschierten Gesichtern gibt es immer noch Menschen, die ihre Makel feiern und auch andere zu mehr Selbstliebe aufrufen.

Zu groß, zu klein, zu dick, zu dünn: Als Frau kann man es ja doch niemandem recht machen – und falls doch, gilt man als künstlich und eingebildet. Umso schlimmer, dass wir nonstop mit Perfektion in Reinform konfrontiert werden: Auf Instagram, Pinterest und Co. begrüßen uns täglich wohlgeformte Alabasta-Körper und makellose Gesichter, die sich mit Hashtags rühmen wie: #noMakeUp #noFilter ‘WokeUpLikeThis. Wer mit Perfektion nicht mithalten kann, wird schnell Opfer von Missgunst und sogenanntem "Body Shaming". Dabei sind wir doch alle schön – und dürfen das ruhig mal zelebrieren. Einige machen es uns bereits vor.

Eine Instagram-Schönheit lässt die Haare sprießen

Morgan Mikenas ist wohl eine klassische Schönheit, wie sie im Buche steht – oder bei Instagram zu finden ist. Die Fitness-Bloggerin ist Vorbild für viele Frauen. Kein Wunder, oder?  Doch Mikenas reicht das nicht, sie möchte ein Zeichen setzen – und lässt ein Jahr lang die Körperhaare sprießen – man solle als Frau aufhören sich immer für sich selbst zu entschuldigen und auch seine Makel feiern. Und vor allem dürfe man nie damit aufhören sich selbst zu lieben, nur weil irgendetwas gerade nicht perfekt ist: seien es ein paar Pfündlein mehr auf der Waage oder auch Haare, wo laut Gesellschaft keine sein dürften.

Model Cara Delevingne: Ein Vorbild für viele Schönheitsideale hat nun eine Glatze

Model Cara Delevingne ist mit ihren buschigen Augenbrauen und ihrer "Thigh Gap" (also ihrer Lücke zwischen den Oberschenkeln) zur Stil-Ikone und Vorbild für viele unerreichte Träume geworden. Dabei setzt sie sich ausdrücklich für mehr Diversität und Fokus auf die innere Schönheit ein – zum Beispiel mit diesem Instagram-Posting, in dem sie ihren kahl geschorenen Kopf präsentiert:

"Es ist ermüdend erzählt zu bekommen, wie Schönheit auszusehen hat. Ich habe es satt, dass die Gesellschaft für uns Schönheit definiert. Nehmt die Kleidung weg, das Make up, schneidet die Haare ab. [...] Was sehen wir als schön an?"

Ein Körper, verschiedene Tagesformen

"Bist du schwanger?" "Nö, hab nen Monster-Teller Nudeln verdrückt." Selbst ein schlanker oder sogar sehr trainierter Körper kann sich im Laufe des Tages aufplustern und einen stattlichen Blähbauch vor sich herschieben. Na und? Raus mit der Wampe, wir hoffen es hat geschmeckt. Auf Instagram hat man dieses Phänomen für sich entdeckt und postet gerne und selbstbewusst in allerlei unvorteilhaften Posen und Vergleichen.

Zu dick für die Pariser Laufstege, fabelhaft genug fürs Leben

Na, hättet ihr sie direkt erkannt? Vor sieben Jahren versuchte Sarina Nowak (24) sich bei Heidi Klums "Germany's Next Topmodel" einen Platz in der Model-Welt zu ergattern. Mit deutlich mehr Kampfgewicht hat sie sich nun einen Platz als Curvy Model in Los Angeles sichern können und erfreut sich mit ihrem positiven Body-Image einer großen Instagram-Fangemeinde. Auf die Laufstege der Pariser Fashion Show schafft es die kurvige Blondine wohl nicht mehr, dafür aber Kaffee und Kuchen. Wir begrüßen das und hoffen, sie hat noch Platz für Sahne.

,,A smile is the prettiest thing you can wear"💕🌸🌼🐥😄🌈#curves #curvy #embraceyourcurves 🤗

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Das Model mit der Monobraue

Künstlerin Frida Kahlo machte sie einst wieder salonfähig, doch in unseren Breitenkreisen ist sie noch immer verschrien: die Monobraue. Dabei könnten wir das Thema doch viel lockerer sehen: zum Beispiel als die verbotene Liebe zwischen zwei Augenbrauen, die oberhalb der Nase eine buschige Liaison eingehen und dort eins werden  – eigentlich sehr romantisch, wenn man mal drüber nachdenkt! Das findet offenbar auch Sophia Hadjipanteli. Das Model und ihre Monobraue (im Englischen auch gern "Unibrow" genannt) haben über 100.000 Follower.

🛁 this is me

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"Echte Frauen haben Kurven": Wer bitteschön entscheidet, was eine echte Frau ist?

"Du brauchst Fleisch auf den Rippen", "Hast du zuhause nichts zu essen?" Wer sehr schlank oder schlichtweg dünn ist, hat wohl schon jeden Kommentar dazu gehört, inklusive "Bohnenstange" und "Männer mögen was zum Anpacken". Ganz wichtig: Es interessiert niemanden, was Männer wollen oder nicht – wir können unseren Körper ja nicht stetig an deren wechselnde individuelle Wünsche anpassen. Zur Notiz: Jede Frau, egal wie dünn, ist eine "echte Frau". Das erkennt ihr spätestens daran, wenn sie leibhaftig vor euch steht, lebt und atmet.

Wie verletzend das sogenannte "Skinny Shaming" ist, musste auch "Modern Family"-Star Sarah Hyland an ihrem eigenen kleinen Leib erfahren. Sie wurde aufgrund ihrer mittlerweile extrem zierlichen Statur immer wieder zur Zielscheibe für Body Shamer und musste sich dafür rechtfertigen, dass ihr "Kopf im Verhältnis zum dünnen Körper viel zu groß" war.  Was niemand wusste: Hyland hat eine Nierentransplantation hinter sich und kämpft wacker um ihre Gesundheit. Durch mehrere Monate Bettruhe hat sie Muskelschwund zu beklagen. Warum muss sie sich für ihr Aussehen bei Tausenden rechtfertigen?

Cellulite: Ein Problem, das neu ist – und keins sein dürfte

Seit Anbeginn der Zeitrechnung haben Frauen Cellulite. Doch erst in den 60ern, als das extrem zierliche Model "Twiggy" auftauchte, wurde Cellulite zu einem Problem, das es zu bekämpfen galt. Aber wie (und vor allem warum) bekämpft man ein Problem, das keins ist? Cellulite ist keine Krankheit, sondern ein ganz normales weibliches Erscheinungsbild. Die meisten Frauen haben welche (ja, auch die Verfasserin dieses Artikels!). Das liegt daran, dass bei Frauen das Netz aus Bindegewebe viel grobmaschiger ist als bei Männern – und sich somit Fett durch die Lücken drückt und die unliebsamen Dellen erzeugt. Wer genetisch über grobes Bindegewebe verfügt, kann noch so sehr sporteln, entschlacken, entgiften, entwässern – ganz wird die Cellulite nicht verschwinden.

Warum also das Leben verbissen einem Kampf widmen, den man vermutlich nicht gewinnen kann? Stattdessen empfiehlt es sich, am Selbstbewusstsein zu arbeiten und sich nicht von ein paar Schenkelgrübchen fertig machen zu lassen. Wie das geht, zeigen euch Frauen, die ganz offenkundig zu ihrer Cellulite stehen, zum Beispiel mit dem Hashtag #CelluliteSaturday.

Fühlt euch wohl in eurer Haut, auch wenn sie gescheckt ist

Ihr ärgert euch über eure Sommersprossen und durchforstet das Netz nach Schmink-Tutorials und deckendem Make up? Darüber können die folgenden Damen sicherlich nur müde lächeln – tun sie vermutlich aber nicht, weil sie sich für ihre "Makel" auch lange gegrämt haben. Zumindest von Model Winnie Harlow wissen wir, dass sie es mit ihrer Pigmentstörung Vitiligo nicht immer leicht gehabt hat: Aufgrund ihrer Flecken an Gesicht und Körper wurde sie als Jugendliche oft als Kuh bezeichnet. Heute ist sie ein international gefragtes Model und wird gerade deswegen gebucht, weil sie so erfrischend anders aussieht.

Maliboo-Ya ✨

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Auch die Brasilianerin Mariana Mendes (24) wird nicht so selbstbewusst vom Himmel gefallen sein, wie sie sich mittlerweile zeigt. Sie hat ein ein sehr auffälliges Geburtsmal, welches einen Großteil ihres Gesichts bedeckt. Das nimmt sie sich allerdings nicht zum Anlass, sich zuhause einzuschließen und die Vorhänge zuzuziehen. Im Gegenteil: Auf ihrem Instagram-Account posiert sie selbstbewusst – warum auch nicht?

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Die Körper von frisch gebackenen Mamas sind nicht zum Lästern da

Auch Mütter haben es heutzutage nicht leicht. Galt es ursprünglich mal als Glanzleistung ein neues Leben erschaffen und aus sich herausgedrückt haben, so schaut man heutzutage mit besonders viel Argwohn auf den Postpartum-Körper der Mutter: Hat sie es geschafft, "ihre Figur wiederzubekommen?" Wie hart der Druck ist, möglichst schnell wieder in Form zu kommen, haben viele Mamas wortwörtlich am eigenen Leib erfahren müssen. Dabei ist eine Schwangerschaft die wohl größte körperliche Errungenschaft, die ein Mensch leisten kann – potenzielle Dehnungsstreifen oder Hautschürzen sind nur eine Erinnerung daran, dass man ein Leben in die Welt gebracht hat – und das ist kein Grund zur Scham sonder einer mehr, stolz auf den eigenen Körper zu sein.

Der perfekte Körper

Der ideale Körper ist der eigene, der einem von der Natur mit auf den Weg gegeben wurde. Machen wir das Beste aus ihm: Halten wir ihn gesund und glücklich – und sein wir mal nicht so hart zu uns selbst und anderen.

Aufmacherbild: (© 2017 Sophia Hadjipanteli)

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