HTC U Play im ersten Test: Die große Glanzparade

HTC U Play

Mit dem U Play hat HTC seine neue Mittelklasse-Serie vorgestellt. Top-Features des Smartphones sind ein spiegelglattes Hochglanz-Design gepaart mit ordentlicher Kameratechnik. o2 Guru Florian hat sich die Neuvorstellung für euch angeschaut.

Anfang des Jahres zauberte HTC gleich zwei neue Smartphones aus dem Ärmel: Das verspielte U Play und das leistungsstarke U Ultra. Anders als sein großer Bruder verzichtet das U Play auf Doppeldisplay und Spitzentechnik – trägt aber den gleichen seidigen Frack – und ist damit ein ganz schöner Poser. Unterstrichen wir dieser Ersteindruck durch den Startpreis von 449 Euro, womit das Gerät im oberen Spektrum der Mittelklasse-Smartphones landet. Warum ihr euch mit dem HTC U Play dennoch nicht verstecken müsst, erfahrt ihr hier in meinem ersten Test.

Design: Spieglein, Spieglein in der Hand

Schon beim ersten Handgriff wird mir klar: Das überraschend leichte HTC U Play will alle Blicke auf sich ziehen – was dem kleinen Schmuckstück mit Bravour gelingt. Das verglaste Gehäuse erzeugt beim Drehen und Wenden ein verblüffendes Lichtspiel, was auf der Rückseite zur vollen Geltung kommt. Diese hat der Hersteller mit einer stark spiegelnden Oberfläche versehen, die das Umgebungslicht absorbiert und so ständig sein Farbgewand wechselt. Die glatte Oberfläche eignet sich sogar als kleiner Handspiegel. Gehäuse- und Bedienelemente wie Kamera und Home-Taste sind mit einer wirkungsvollen Schlichtheit ins Gehäuse eingelassen.

HTC U Play
Die Rückseite des HTC U Play fängt Umgebungsfarben ein (© 2017 o2)

Glas zieht Fingerabdrücke magisch an

Insgesamt ist das HTC U Play eine gelungene Designarbeit, die sich deutlich von vergleichbaren Modellen abhebt. Dank der glatten Gehäuseoberfläche liegt es auch geschmeidig in der Hand. Wären da nur nicht die unschönen Fingerabdrücke, die bei jedem Anfassen unvermeidbar haften bleiben. Obendrein ist es ganz schön rutschfreudig, wodurch es sich auf Teppich oder glatten Oberflächen gerne mal aus dem Staub macht.

Display: Leuchtstark, mit leichten Makeln

Auf der Vorderseite des HTC U Play leuchtet ein 5,2-Zoll-Display in gestochen scharfer Full-HD-Auflösung, wodurch auch bei näherem Hinsehen keine Körnung erkennbar ist. Dank LCD-Technik sind Inhalte auch bei direktem Lichteinfall immer noch gut lesbar. Insbesondere bei der Anzeige weißer Hintergründe weist das Display jedoch eine schwach erkennbare Riffelung auf. Ob das auf die überliegende Schicht "Gorilla-Glas" oder ein unfertiges Vorseriengerät zurückzuführen ist, kann ich zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht genau sagen.

HTC U Play
Ein schön scharfes Display, das vor weißen Hintergründen eine leichte Riffelung zeigt (© 2017 o2)

Kein Kopfhöreranschluss – was tun?

Nach Apple war HTC der zweite große Smartphone-Hersteller, der bei seinen Smartphones auf den Kopfhöreranschluss verzichtet – angefangen beim HTC 10 Evo. Diesen Ansatz führen die Taiwaner mit dem HTC U Play fort. Von "Plug’n’Play" kann für Nutzer von Kopfhörern mit klassischem Klinkenstecker also nicht die Rede sein. Verkabelt werden Kopfhörer also über den USB-C-Anschluss – oder per Bluetooth.

HTC U Play
Hoppla, wo stecke ich denn hier meinen geliebten Kopfhörer rein? (© 2017 o2)

Individuelles Hörprofil mit einem Fingertippen

Wer noch kein entsprechendes Gerät zuhause herumliegen hat, kann glücklicherweise auf einen recht klangkräftigen In-Ear-Kopfhörer namens "U Sonic" zurückgreifen, der im Lieferumfang des Smartphones enthalten ist. Der wird per USB angeschlossen und ermöglicht, ein persönliches Hörprofil anzulegen, was sich der eigenen akustischen Wahrnehmung und auf Knopfdruck den Umgebungsgeräuschen anpasst. Das erzeugt im Test tatsächlich einen ebenso satten wie klaren Klang, der ungewünschte Einflüsse merkbar herausfiltert.

Kamera: Vorne und hinten flinke 16 Megapixel

HTC zeigt sich beim U Play als großzügig und spendiert dem Smartphone sowohl auf der Vorderseite als auch auf dem Buckel jeweils eine 16-Megapixel-Kamera. Die rückseitige Hauptkamera erweist sich im Test als flinke Knipse, der dank ihrer guten Auslösezeiten wenig entgeht. Trotz trübem Himmel weisen meine Bilder stets lebendige Farben und eine gute Schärfe aus. Beim Heranzoomen zeigt sich die hohe Detailstufe der Kamera – insbesondere bei Motiven, die ich bei Innenbeleuchtung aufnehme.

Flott und scharf bei Tag – körnig bei Nacht

In den Abendstunden sind die Auslösezeiten immer noch recht flott, allerdings gerät die Kamera bei weniger verfügbarem Licht ins Straucheln: Auf dem Smartphone-Bildschirm machen die Bilder dann noch einen recht klaren Eindruck, zeigen beim näheren Hinsehen jedoch starkes Bildrauschen und ausgefressene Lichtquellen. Dennoch weisen die Bilder auch in dunklen Straßenszenen ein stimmiges Farbbild aus, das für Fotoplattformen wie Instagram und Co. bestens geeignet ist.

HTC U Play Kamerabild
Bei Dunkelheit gelingt ein stimmiger Gesamteindruck, jedoch mit sichtbarem Bildrauschen und Überblendungen (© 2017 o2)

Die Kameraleistung des HTC U Play ist insgesamt mehr als zufriedenstellend. Insbesondere hat mich der hohe Schärfegrad beeindruckt, den die Hauptknipse bei guter Ausleuchtung erreicht.

Panorama-Modus für Gruppenportraits

Auch die 16-Megapixel-Portraitkamera erweist sich als hochwertige Knipse. Aufnahmen zeigen lebensechte Farben und stimmige Kontraste. Bei weniger Lichteinfall werden Bilder etwas unschärfer, erzeugen aber immer noch ein stimmiges Gesamtbild. Mit einem "Panorama-Selfie"-Modus schießt das HTC U Play durch horizontales Kippen des Geräts sogar Selbstportrait im extremen Weitwinkelformat, was bei Gruppenaufnahmen helfen kann.

Performance: Flott und sparsam

Im Gehäuseinneren taktet ein achtkerniger MediaTek Helio P10, der für seine energieeffiziente Leistung bekannt ist. Gepaart mit 3 Gigabyte Arbeitsspeicher hat sich der kleine Rechner beim Zocken, Knipsen und Streamen anstandslos durch alle Herausforderungen gekämpft, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken – und hat sich als überraschend flott bewiesen. Der in der Home-Taste integrierte Fingerabdrucksensor funktioniert flott und in der Regel zuverlässig – einzig die flache, horizontale Bauweise zwingt mich hin und wieder, den Daumen mehrmals auflegen zu müssen.

HTC U Play
Trotz Mittelklasse-Segment ist das HTC U Play ein starker Alleskönner (© 2017 o2)

Von dem sparsamen Prozessor profitiert auch der Akku mit seiner Kapazität von 2.500 Milliamperestunden, der es in meinem ersten Test locker durch den ersten Tag schaffte. HTC verspricht mit dem Gerät rund 15 Stunden Gesprächszeit, was einer guten Leistung für ein Mittelklasse-Gerät entspricht. Für eigene Dateien stehen 32 Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung, die per microSD-Karte um bis zu 2 Terabyte erweitert werden können.

Android Nougat noch nicht in Sicht

Zuletzt ein kleiner Wermutstropfen: Das HTC U Play wird ab Werk mit Android Marshmallow ausgeliefert – ein Update auf Android 7.0 Nougat hat HTC bislang noch nicht bekannt gegeben. Ein erster Patch soll im Frühjahr jedoch die hauseigene künstliche Intelligenz "Sense Companion" auf dem Smartphone aktivieren. Der soll als digitaler Assistent im Alltag zur Seite stehen und ermöglicht etwa, das Smartphone mit einem Sprachbefehl zu entsperren.

Preis und Verfügbarkeit

Das HTC U Play soll ab Ende Februar zur unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers von 449 Euro über die Ladentheke gehen. Zuerst wird es in den Farben Schwarz und Blau erhältlich sein – später will der HTC noch eine weiße und eine pinke Variante nachliefern.

HTC U Play
Das ungewöhnliche Lichtspiel ist eine der großen Stärken des HTC U Play (© 2017 o2)

Fazit: Neue Glanzleistung von HTC

Das neue HTC U Play setzt in erster Linie optische Akzente, das Liebhabern von Hochglanz-Optik sicherlich gefallen dürfte. Ein Blender ist das Gerät damit jedoch keineswegs, wie ich in meinem ersten Test erfreulicherweise feststellen durfte. Die Technik ist schön flott und wird damit dem höherpreisigen Mittelklasse-Segment mehr als gerecht. Auch die Kameratechnik des U Play hat durchaus ihren Eindruck bei mir hinterlassen können. Kleinere Schwächen wie die Rückstände von Fingerabdrücken und die etwas veraltete Software kann das stimmige Gesamtpaket bestens ausgleichen.

Alle technischen Daten zum HTC U Play:

  • System: Android 6.0 Marshmallow
  • Display: 5,2 Zoll, Full HD (1.920 x 1.080 Pixel)
  • Akku: 2.500 mAh
  • Hauptkamera: 16 Megapixel
  • Frontkamera: 16 Megapixel
  • Prozessor: MediaTek Helio P10 Octacore
  • Interner Speicher: 32 Gigabyte (per microSD erweiterbar)
  • Arbeitsspeicher: 3 Gigabyte
  • Daten: 4G/LTE, WLAN, Bluetooth, NFC, GPRS/Edge
  • Farben: Schwarz, Blau, Weiß, Pink

Aufmacherbild: (© 2017 o2)

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