iPhone X im Test: Das Beste aus 10 Jahren Apple-Innovation in einer Hand

Apple iPhone XLeser-Tipp

Kein Smartphone wurde jemals heißer ersehnt: Wir haben uns das neue Top-Gerät von Apple für euch angesehen und teilen unsere ersten Eindrücke der brandaktuellen und richtungsweisenden Hardware.

Natürlich war zum zehnten Jubiläum des iPhones von Apple einiges zu erwarten. Denn schließlich war es der Hardware-Hersteller aus Cupertino, der unser heutiges Verständnis eines Smartphones mit dazugehöriger Software maßgeblich geprägt hat. Mit dem neuen iPhone X bricht Apple nicht nur mit der Zahlenfolge der Vorgänger-Geräte, auch einige liebgewonnene Funktionen wurden über den nun kaum mehr vorhandenen Bildschirmrand geworfen. Was bietet das neue Super-Smartphone mit dem Apfel? Unser Test verrät es euch.

Hallo iPhone X, schick siehst du aus

Schon die ersten verschämten Blicke auf das soeben der Verpackung entschlüpfte Smartphone machen eines unumstößlich klar: Beim iPhone X zeigt Apple einen harten Bruch mit der bisherigen Form- und Designsprache der hauseigenen Smartphones. Das beinahe randlose Display beeindruckt schon bevor der (für Smartphone-Verhältnisse gigantische) Bildschirm das erste Mal in voller Pracht erstrahlt. Der fehlende Home-Button macht da auf den ersten Blick schon etwas mehr Sorgen. Diese Bedenken lösen sich nach den ersten Stunden mit dem Edel-Apfel aber glücklicherweise in Luft auf – und zwar komplett. Absolut genial ist zudem, wie gut das Gerät in der Hand liegt. Die neuen Abmessungen sorgen für ein kompaktes, handschmeichlerisches Gerät, das bequem in jede Hosentasche passt, dabei aber über den größten und brilliantesten Bildschirm verfügt, der von Apple jemals in einem Smartphone verbaut wurde. Die Bildschirmdiagonale beträgt 5,8 Zoll bei einer Auflösung von unglaublichen 2436 x 1125 Pixel – die auf dem Display abgebildete Schrift wirkt vor allem vor einem weißen Hintergrund wie frisch in den jungfräulichen Carrara-Marmor gemeißelt. Absolut überirdisch!

Apple iPhone X
Das fast komplett randlose Display ist ein echter Hingucker. (© 2017 )

Das Gesicht als Türöffner

Der Phantom-Schmerz über den fehlenden Home-Button ist schnell verflogen, also wenden wir uns mal der neuen Technik zu, die das beliebte Touch ID-Feature vergessen machen soll: Auf dem iPhone X feiert erstmals "Face ID" den Smartphone-Einstand auf Apple-Geräten. Diese dreidimensionale Gesichtserkennung des hinterlegten Nutzers lässt sich zum Glück extrem nutzerfreundlich und äußerst fix einrichten: Einfach das iPhone X wie bei einem Selfie vor das Gesicht halten und zweimal eine kreisförmige Bewegung mit dem Smartphone vollführen – fertig.

Dabei setzt Face ID auf eine sehr fortschrittliche und extrem sichere Methode zur Erfassung eurer Visage: Das iPhone X setzt "einfach" mal eben locker 30.000 "Merkpunkte" auf euer Gesicht, an denen euch das Gerät dann einfach und schnell erkennen kann. Nur wenn ihr eine Pudelmütze samt Sonnenbrille aufsetzt, versagt die Erkennung. Natürlich könnt ihr das iPhone X auch im Dunkeln entsperren, die verbaute Infrarot-Kamera sorgt dafür, dass ihr auch bei schlechtesten Lichtverhältnissen erkannt werdet. Einziger Nachteil von Face ID ist die Tatsache, dass für die Entsperrung nur ein einziger Nutzer festgelegt werden kann – aber das neue iPhone X will sowieso niemand aus der Hand geben.

Das lebendige Emoji

Dank Face ID halten auf dem iPhone X nun auch die witzigen Emojis Einzug: Die spaßige Spielerei bietet euch die Möglichkeit, verschiedensten Emojis aus der Nachrichten App Leben einzuhauchen. In Zukunft könnt ihr euch also darauf einstellen, vermehrt sprechende Einhörner oder lachende Kot-Haufen in iMessage zu Gesicht zu bekommen. Da die von euch zum Leben erweckten Comic-Bildchen als Video auf dem iPhone X abgespeichert werden, könnt ihr eure Kunstwerke sogar in WhatsApp nutzen.

Neue Gesten braucht das Land

Da beim iPhone X auf den Home-Button verzichtet wurde, gibt es nun viele neue Wisch-Gesten, mit denen ihr das Edelsmartphone besser im Griff habt, als es jemals zuvor der Fall war. Um das Gerät zu entsperren, wischt ihr einfach vom unteren Bildschirmrand nach oben. Auf diese Weise wechselt ihr von einer App wieder zurück auf den Homescreen. Um von einer App zur anderen zu wechseln, vollführt ihr die gleiche Bewegung, stoppt aber auf der Hälfte des Bildschirms. Das hört sich zunächst etwas gewöhungsbedürftig an, geht aber schon nach kurzer Zeit in Fleisch und Blut über. Auch der Aufruf des Kontrollzentrums funktioniert mit einer neuen Geste – und zwar einem flinken Wisch von rechts oben nach unten.

Besonders stolz kann Apple beim iPhone X auch auf dem OLED-Bildschirm sein: Sattestes Schwarz und eine herausragend natürlich wirkende Farbpalette setzen dem Monster-Bildschirm sprichwörtlich das goldene Krönchen auf. Selbst bei verschiedenen Blickwinkeln auf das Display bleiben die Farben und Kontraste erhalten und driften nicht ins Graue oder Blaue ab – ein Problem, mit dem sonst viele Smartphones zu kämpfen haben. So werden eure Fotos und Videos auf dem iPhone X in einer bisher ungekannten Brillanz wiedergegeben. Der Bildschirm hat das Format 18:9, das schon jetzt von den meisten Apps (WhatsApp,Instagram, Netflix oder Twitter) perfekt unterstützt wird. Die Apps, die sich momentan schwarzer Balken bedienen, um sich an das geänderte Größenverhältnis anzupassen, werden schon sehr bald der Vergangenheit angehören.

Schneewittchen lässt grüßen

Da das iPhone X nun erstmals auf der Vorder-und Rückseite komplett verglast ist, könnt ihr es nun als erstes iPhone überhaupt ganz ohne ein Kabel aufladen: Einfach auf die Ladematte legen und schon schlummert sich das hübsche Gerät seinen Akku wieder auf Vordermann. Im Test hielt dieser mit etwas über einem Tag bei normaler Nutzung etwas länger, als der Akku vergleichbarer Smartphones. Für die neue Kamera des iPhone X kommen – wie auch schon beim iPhone 8 Plus – wieder je zwei Sensoren plus Linsen zum Einsatz. Und zum ersten Mal sind auch beide Kameras mit dem vielgeliebten "Verwackelschutz" ausgestattet. Besonders bei Aufnahmen im schummrigen Licht oder bei Nacht spielt die neue Kamera des iPhone X ganz klar ihre Stärken aus.

Das Herz schlägt mit vollster Kraft

Nicht nur beim Aufmachen der iPhone X-Kartonage und wenn ihr es das erste mal aktiviert, einrichtet und die ersten Gehversuche mit dem neuen Top-Modell von Apple unternehmt, nein, auch innerhalb des Smartphones rattert ein mechanisches Herz, das in der Welt der Telekommunikation momentan seinesgleichen sucht: Der A11 Bionic-Chip mit seinen sechs Kernen erreicht in allen Geschwindigkeits-Tests absolute Höchstmarken und lässt die Konkurrenz weit hinter sich. Der Clou: Arbeitet das Gerät nicht unter Volllast, werden einfach zwei Kerne abgeschaltet – das schont den Akku. Erst wenn ihr das Smartphone so richtig "kitzelt", wie zum Beispiel bei der Erstellung eines Videos mit 60 Bildern pro Sekunde bei 4K-Auflösung, werden die beiden schlafenden Kerne hinzugeschaltet.

Fazit: Eine Dekade in eurer Handfläche

Also: Wir halten mit dem nagelneuen iPhone X eine wunderschöne bis ins kleinste Detail durchdesignte und brutal kompakte Hardware, einen unglaublich tollen, großen und farbechten Bildschirm, krachend gute Kameras und eine Arbeitsgeschwindigkeit wie von einem anderen Stern in den Händen. Manches wirkt in der Tat so, als ob Apple an eben diesem iPhone X satte zehn Jahre gefeilt hätte und all das Konzernwissen, das sich über die letzten zehn Jahre angesammelt hat, in der neuen Hardware vereinen konnte. Das hat natürlich seinen Preis: Das Modell mit 64 Gigabyte Arbeitsspeicher geht für 1.149 Euro über die Ladentheke, für die Variante mit 256 Gigabyte sind 1.319 Euro zu berappen. Das ist mit Sicherheit kein Pappenstil, aber immerhin bekommt ihr für den schnöden Mammon das beste Smartphone, das es zur Zeit zu kaufen gibt.

Aufmacherbild: (© 2017 )

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