Besserer Sound auf dem iPhone: Mit diesen 3 Tipps klappt's

Fabian Guru SpotifyUPDATELeser-Tipp

Egal ob Gelegenheitshörer oder detailverliebter Audiophiler: Mit diesen praktischen Tipps von Guru Florian kitzelt ihr das Maximum an Soundqualität aus eurem iPhone heraus.

Wenn die Bässe so richtig los wummern und die Höhen an der Hirnrinde kitzeln, dann tanzt die ganze Seele mit. Schade nur, dass viele Menschen ihrem Ohr alles andere als hohe Qualität gönnen, sondern sich lieber mit austauschbarem Klangbrei zufrieden geben. Um guten Sound mit dem iPhone genießen zu können, müsst ihr euch keinen tragbaren Verstärker in den Rucksack packen. Es reichen schon ein paar recht einfache Kniffe, um das Maximum an Qualität herauszukitzeln. Die wichtigsten zeige ich euch hier.

1. Kopfhörer: Bloß nicht irgendein beliebiges Modell

Fangen wir mit einer wichtigen Grundlage an: den Kopfhörern. Diesen Faktor solltet ihr nicht unterschätzen, denn der Klang in euren Ohren ist höchstens so gut wie die Qualität eurer Kopfhörer. Setzt ihr euch ein Paar der billigsten In-Ears ein, ist jede noch so feinstimmige Optimierung auf dem Smartphone vergebens. Ein paar Weisheiten von mir:

Vorab sollte man für sich herausfinden, welche Art Kopfhörer man bevorzugt: In-Ear, On-Ear oder Over-Ear
Vorab sollte man für sich herausfinden, welche Art Kopfhörer man bevorzugt: In-Ear, On-Ear oder Over-Ear (© 2016 iStock/eclipse_images)

Größer ist nicht gleich besser

Klar: Selbst die besten In-Ear-Kopfhörer erreichen nicht den voluminösen Klang eines On- oder Over-Ear-Kopfhörers. Dennoch gibt es bereits einige kompakte Stöpsel, die zum kleinen Budget guten Klang erzeugen. Generell erreicht ihr mit größeren Ohrmuscheln einen satteren Klang – doch nicht jeder größere Kopfhörer ist gleich besser. Ebenso ist ein hoher Preis nicht gleichbedeutend mit hoher Qualität. Hier kann ich nur raten: Überlegt euch, wie viel Geld ihr investieren wollt, und ob es In-Ear, On-Ear oder Over-Ear sein soll – dann holt ihr euch im Netz von unterschiedlichen Seiten die best bewerteten Produkte ein. Im nächsten Schritt geht ihr in den Fachhandel und probiert einfach mal ein paar Geräte aus.

Beiliegende Kopfhörer sind selten gut

Zuletzt ein wichtiger Tipp zu den Kopfhörern: Meistens sind die Geräte, die eurem Smartphone beilagen, nicht die beste Option. Probieren geht hier über studieren – und wichtig ist im Endeffekt, dass die Kombination aus Tragekomfort und Klang stimmt. Natürlich kommt es auch auf die Optik an, wie die Nutzer von Produkten der Marke Beats sicherlich am besten wissen.

2. Streaming und Qualität: Die richtigen Einstellungen für Spotify & Co.

Worüber höre ich auf meinem iPhone Musik? Natürlich über einen Streaminganbieter wie Apple Music, Spotify oder Napster. Die gute alte mp3-Datei hat heute ausgedient, denn der Beat kommt direkt aus dem Netz, ohne Schiebereien von Dateien und Playlisten. Je nachdem, welchen Anbieter ihr nutzt, könnt ihr jedoch einiges an zusätzlicher Qualität aus eurer Musik herausholen. Mit der höchsten Qualitätsstufe klingt die Musik einfach am besten – verbraucht allerdings auch mehr Daten, wenn ihr unterwegs hört. (Kleiner Tipp am Rande: Mit dem passenden Mobilfunkvertrag müsst ihr euch da gar keine Sorgen machen. Mit " Free 15" habt ihr 15 GB LTE Highspeed-Datenvolumen pro Monat – und ist es aufgebraucht, surft ihr trotzdem endlos weiter mit 1 Mbit/s – das reicht auch locker zum Streamen.) So aktiviert ihr die höchste Qualitätsstufe bei eurem Streaming-Anbieter:

Spotify

Der Platzhirsch Spotify ermöglicht euch, die Qualität wahlweise auf "Normal", "Hoch" oder "Extrem" zu setzen. Konkret bedeutet das eine Bitrate von 96, 160 oder 320 KBps. Ganz klar: Wir wollen die extreme Einstellung, um möglichst unkomprimierten, klaren Sound zu streamen. Dafür öffnet ihr in der App die Bibliothek, tippt auf das Zahnrad-Symbol und wählt dann "Soundqualität".

Spotify, Einstellungen
Spotify bietet wahlweise die Qualitätsstufen "Normal", "Hoch" oder "Extrem" (© 2017 )

Apple Music

Anders als Spotify streamt ihr bei Apple höchstens bei einer Bitrate von 256 Kbps. Allerdings setzt der iPhone-Macher mit AAC auf einen Codec, der Musik weniger verlustreich komprimiert. Bei weniger Bandbreite soll so immer noch hohe Qualität gewährleistet werden. Um den Klang in Apple Music zu optimieren, öffnet ihr auf eurem iPhone die Systemeinstellungen, tippt auf "Musik", dann "Mobile Daten", aktiviert hier "Streaming" und wählt "Streaming in hoher Qualität".

Die Qualität für das Streamen von Apple Music legt ihr direkt in den iPhone-Einstellungen fest
Die Qualität für das Streamen von Apple Music legt ihr direkt in den iPhone-Einstellungen fest (© 2017 )

Google Play Music

Auch Google Play Music hat drei Qualitätsstufen, namentlich "niedrig", "mittel" und "hoch". Welche Bitraten sich hinter diesen Begriffen verbergen, gibt Google nicht genauer bekannt. Ganz egal, wir wollen natürlich die beste Einstellung. Dafür öffnet ihr die Einstellungen, tippt auf "Qualität über Mobilfunknetz" und wählt die höchste Stufe.

Deezer

Deezer hat die Möglichkeit, an der Qualitätsschraube zu drehen, möglichst gut versteckt – und gibt auch bezüglich Bitraten keine Infos an. Das sollte euch jedoch nicht davon abhalten, euch den besten Sound abzuholen. Dafür folgt in der App diesem Pfad: "Meine Musik" | "Einstellungen" | "Audio-Einstellungen" – hier wählt ihr dann "Verbessert", um die beste verfügbare Soundqualität zu aktivieren.

Deezer
Bei Deezer holt ihr das meiste aus eurer Musik, indem ihr die Option "Verbessert" wählt (© 2017 )

Amazon Music

Ähnlich unklar ist es bei Amazon, denn der Streamingdienst gibt selbst an, dass in "variablen Bitraten" gestreamt wird. Konkret bedeutet das, dass Qualität und Dateigröße in einem ausgewogenen Verhältnis stehen sollen. Zielwert des Anbieters sind jedoch die 256 Kbps. Um die höchste Qualitätsstufe genießen zu können, öffnet ihr die Einstellungen in der App und schaltet unter "Wiedergabe" bei "Streaming-Qualität (über mobile Daten)" in die höchste Auflösung.

Napster, Tidal & Co.

Damit die Liste der Anbieter nicht ins Unermessliche wächst, belasse ich es an dieser Stelle bei den größten Streamingdiensten. Natürlich bieten auch andere Services wie etwa Napster die Möglichkeit, auf eine höhere Wiedergabequalität zu stellen. Bei Tidal gibt es sogar eine HiFi-Einstellung, mit der ihr in verlustfreier Qualität streamt – hier rate ich jedoch, die Musik auf euer Smartphone herunterzuladen, um unterwegs euren Datenverbrauch zu schonen. Mit dem passenden Mobilfunk-Tarif müsst ihr darauf aber nicht achten.

Napster, Einstellungen
Auch Napster bietet drei verschiedene Einstellungen – und zeigt sogar die Bitrate an (© 2017 )

3. Equalizer: Frequenzen eurem Hörgefühl anpassen

Nach dem Thema Kopfhörer und Wiedergabequalität bleibt noch ein Punkt, der selten unterschätzt wird: die richtigen Einstellungen auf dem Smartphone selber einstellen. Mit einem Equalizer lässt sich die Klangausgabe so anpassen, dass sie optimal zu eurem Hörgefühl – und auch euren Kopfhörern – passt. Der Begriff "Equalizer" dürfte heutzutage den meisten Menschen ein Begriff sein. Anhand unterschiedlicher Regler lässt sich damit die Lautstärke einzelner Frequenzbereiche verstellen. So könnt ihr etwa kräftigere Bässe oder sanftere Hochtöne einstellen. Was nach wissenschaftlicher Arbeit klingt, ist tatsächlich recht unkompliziert – und wird in der Regel von der Software abgenommen.

Der iPhone-Equalizer funktioniert nur mit Apple Music

Wollt ihr den auf eurem iPhone versteckten Equalizer nutzen, findet ihr diesen in den Einstellungen unter "Musik", wo ihr zu "EQ" gelangt. Die Sache hat allerdings einen Haken: Der integrierte Equalizer funktioniert nur mit Apple Music. Ebenfalls gibt es an dieser Stelle keine Schieberegler, dafür aber zahlreiche vordefinierte Einstellungen – sogenannte "Presets" – wie etwa "Bass Booster" oder "Klassisch". Für die meisten Nutzer wird das sicherlich reichen, um das Optimum aus ihrer Musik herauszuholen.

Apple Equalizer
Im integrierten Equalizer gibt's zahlreiche Presets – die jedoch nur mit Apple Music funktionieren (© 2017 )

Wenige Alternativen zum integrierten Equalizer

Eine echte Alternative zum iPhone-Equalizer zu finden, stellt sich als gar nicht so leicht heraus. Zahlreiche Anwendungen im App Store geben sich zwar als EQ aus, funktionieren allerdings nur mit Musikdateien, die ihr zuvor auf dem iPhone abspeichert – es handelt sich also um richtige Musikplayer. Andere Apps wiederum können nicht mit dem AAC-Format umgehen, welches nicht nur von Apple verwendet wird. Dann gibt es wiederum Apps, die auf Systemebene funktionieren – umsonst sind die aber selten.

Die EQ-Wahl hängt von der Musikquelle ab

Mein Tipp: Die Wahl des Equalizers hängt stark davon ab, wie ihr eure Musik hört. Nutzt ihr Apple Music, reicht der iPhone-interne EQ. Habt ihr mp3-Dateien, gibt es zahlreiche Apps mit eigenem Frequenzfeature. Die Apps von Spotify und Napster haben unter iOS mittlerweile sogar einen eigenen Equalizer. Bei allen anderen Anbietern hilft eine kurze Google-Suche.

Fazit: Die richtige Mischung macht den Sound

Guter Klang lässt sich nicht einfach nur erzielen, indem ich mir ein teures Paar Kopfhörer besorge. Wer seine Musik wirklich zu schätzen weiß, der sollte sich die Zeit nehmen, um den Klang bestmöglich zu verfeinern. Drei Faktoren sind dafür entscheidend: die Kopfhörer, die Soundqualität und die Equalizer-Einstellungen – auch wenn sich Letzteres am iPhone nicht immer leicht gestalten lässt. Damit genug Gerede, jetzt heißt es: Musik an und "rock on!"

Ihr wollt euch beim Streaming von Musik auf euer Smartphone oder Tablet auch nach dem Aufbrauchen eures eigentlichen Datenvolumens keine Gedanken machen müssen? Dann werft doch einen Blick auf den -Free-Tarif, bei dem ihr auch nachdem das eigentliche Datenvolumen verbraucht ist, noch mit 1MBit/s endlos weitersurfen könnt.

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