Die besten Tipps fürs Online-Dating: Das perfekte Profilbild

Selfie

"Wie präsentiere ich mich von meiner Schokoladenseite, aber ohne falsche Erwartungen zu wecken?" Das fragte sich auch unser Guru. Sie ist weiblich, Ende zwanzig und hat auf ihrer Dating-Odyssee schon viel gesehen. Hier erzählt sie von ihrer Formel für das perfekte Profilbild.

Wie wichtig der erste Eindruck ist, weiß ich spätestens seit meinem ersten Schultag. Aber nicht nur der Pausenhof ist ein hartes Pflaster, auf dem wir uns auf Anhieb beweisen müssen. Auch Dating-Apps wie Tinder, OKCupid und Co. geben wenig Raum für zweite Chancen: Hier bin ich, was der User auf den allerersten Blick sieht – nicht das, was er nie in meiner ellenlangen Selbstbeschreibung liest, weil er nicht über mein unglücklich ausgewähltes Profilbild hinwegkommt. Da kann ich in echt noch so eloquent, gebildet, witzig oder niedlich sein: Bei Nichtgefallen meines Fotos bin ich mit einem Wisch weg. Ja, das ist oberflächlich und deprimierend, aber mal im Ernst: Ist es bei mir anders? Suche ich beim allerersten Blick nach den inneren Werten? Wohl kaum: Ich mag strahlende Augen, ein verschmitztes Lächeln und starke Armmuskeln – noch ein schöner Bart obendrauf, und ich bin hypnotisiert. Damit auch ihr mit eurem Profilbild so eine Punktlandung hinlegt, erzähle ich euch, wie ihr euch und eure Persönlichkeit fotografisch besonders charismatisch zur Geltung bringt.

Für jedes Portal das richtige Profilbild

Sei dir im Klaren darüber, was (und wen) genau du eigentlich suchst. Dein Bewerbungsfoto ist auf Job-Portalen wie Linkedin und Xing sicher Gold wert, für die Kaltakquise auf Tinder wird deine seriöse, zielsichere Mine eher abschreckend wirken. Wer nicht mit einem Finger vom Handybildschirm und damit aus dem Leben eines potentiellen Tinder-Prinzen gewischt werden möchte, muss sich also etwas einfallen lassen. Duckfaces will keiner mehr sehen. Zu einfallsreich sollte ich aber auch nicht sein, das wirkt so verzweifelt und aufgesetzt. Hauptsache echt: Nicht umsonst lese ich in Dating-Apps immer wieder folgenden enttäuschten Hinweis:

"Wenn du nicht aussiehst wie auf dem Foto, zahlst du so lange die Getränke, bis du es tust".

Paar
Per Foto-Swipe zum Happy-End? (© 2016 CC: Flickr/Khánh Hmoong)

Punkten mit aktuellen Fotos der Saison

Das Wichtigste ist Aktualität: Euer Profilbild sollte nicht älter als ein halbes bis maximal ein Jahr sein. Wir – und unser Kleiderschrank – verändern uns nunmal stetig. Auch ein paar mehr oder weniger Muskeln, mehr oder weniger Haare, eine andere Frisur, eine neue Brille oder das Bekenntnis zum ach so schönen Bart verändern das Bild.
Wählt am besten Fotos der Saison: Im Frühjahr und Sommer kommen kurzärmelige Outdoor-Fotos prima an. Das wirkt authentisch und aktuell. Ich persönlich rate allerdings von freizügigen Strandfotos ab, weil sie oft etwas plump wirken und dementsprechend auch eher Interessenten mit eindimensionalen Absichten anlocken. Im Sommer kommen Pastelltöne gut, eine helle und freundliche Ausleuchtung oder Fotos in der Sonne beziehungsweise im Sonnenuntergang. Gegen das Licht fotografiert kann auch mal spannend sein, auf einem Bild sollte man euch aber auch richtig erkennen können.
Im Herbst und Winter kommen klassische Laub- oder Schneebilder gut, eine niedliche Mütze kann ein netter Hingucker sein oder auch das sportliche Ski-Outfit darf dafür sprechen, dass es mit mir nicht langweilig wird. Ansonsten wirken Bilder mit leichten Rot- oder Blautönen zu dieser Jahreszeit besonders stimmungsvoll. Bittet doch einfach eure Freundin oder euren Freund beim nächsten Barbesuch, kurz ein Bild von euch zu machen. Das muss ja dann nicht gestellt sein: Was ist schon groß dabei, die Leute fotografieren sich doch heute eh überall selbst. Wieso also nicht dort, wo ihr euch gesellig, entspannt und in besonders schmeichelhaftem Licht zeigt? Ob ihr euch mit oder ohne Bierglas ablichtet, liegt bei euch.

No go: Sonnenbrille und Cap

Ähnlich gesellschaftlich anerkannt wie das Bierglas ist die Sonnenbrille. Dennoch kann ich nur davon abraten: Bitte, bitte, bitte verzichtet in euren Profilen auf Sonnebrillen-Pics! Wir alle besitzen mehr hippe Urlaubsbilder mit Sonnenbrille auf der Nase als alles andere. So weit, so cool, aber wie viele Poser und Ladies schwirren bis zur Unkenntlichkeit getarnt mit der Sonnenbrillen und Caps aber oberkörperfrei oder im Bikini durch die Dating-Apps? Wenn ihr mehrere Bilder von euch präsentiert, ist ein Bild mit Sonnenbrille vertretbar, aber mehr braucht kein Mensch, sonst könnt ihr euch das Profil eigentlich auch direkt sparen. Es klingt klischeehaft, aber ein betörender Blick ist immer noch reizvoller als viel nackte Haut. Denkt im nächsten Urlaub vielleicht auch einfach mal daran, die Brille für die Selfies kurz abzunehmen. Das größte Kompliment, das man beim ersten Date bekommen kann, ist doch letztendlich, dass man authentisch wirkt – und dem Gegenüber dieses Ich auch noch gefällt.

Selfie mit Kaputze
Wenn es nicht für ein Fahndungsfoto taugt, dann auch nichts fürs Online-Dating (© 2016 CC0: Unsplash.com/Tom Sodoge)

Die eigenen Lieblingsoutfits

Bikini oder Shorts und Sonnenbrille sind tabu, also was zieh ich an? Nun, das Gegenteil davon sollte es auch nicht sein – etwa der dicke, eingemümmelte Zwiebel-Look oder die weite Boyfriend-Jeans. Euer Gegenüber sollte schon noch erahnen können, ob ihr skinny, athletisch oder kurvig seid.

Jeder von uns besitzt mindestens drei absolute Lieblingsoutfits. Nicht umsonst gefallen wir uns darin so gut, schließlich fühlen wir uns wohler, selbstbewusster, und wir versprühen mehr Ausstrahlung als im Gammellook oder einer zwickenden Jeans. Wählt also so eines eurer Lieblingsoutfits für euer Profilfoto und zeigt euren persönlichen Style. Und das Make Up? Das sollte euch so zeigen, wie ihr euch selbst schön fühlt. Ob dezent oder ausgehtauglich entscheiden das Setting und eure Stimmung.

OkCupid
OkCupid: Hier gibt es die wohl längsten Selbstbeschreibungen der Welt (© 2016 )

Präsentiere dich – nicht die Person, die du gerne wärst

Mein Profilbild soll nicht nur mich im besten Licht zeigen, sondern auch einen Einblick in meinen aktiven Alltag und meine Interessen geben. Ich habe die ganze Bandbreite: von sportlich über lässig bis schick. Das kann ich auch zeigen, und zwar mit einem gut gewählten Mix: Der Aufmacher ist ein schönes Portrait oder Ganzkörperbild im Lieblingssommerkleid aus dem letzten Urlaub, gefolgt von einem Bild beim Ausgehen oder Klettern. Dann bietet sich zum Beispiel noch ein Foto beim Spaziergang durch die Natur mit dem Hund (meiner Eltern) an, vielleicht noch ein witziger Schnappschuss von mir mit Opa oder aber ein Bild auf dem ich nicht in die Kamera grinse, sondern auch mal nachdenklich in die Ferne schaue – solange es nicht gestellt ist. Den runden Abschluss könnte ein Foto aus dem Jobumfeld oder von einer feierlichen Hochzeit bilden. Oder ein Karnevalsbild, falls ihr Fan seid.
Männer machen gern den Fehler, sich nur als Dandy in Anzug zu zeigen oder ausschließlich als Partytier oder Hochleistungssportler. Da bekomme ich doch schnell Angst, dass der Mann im richtigen Leben auch nur das Eine will: sich im feinen Zwirn vorm Fahrstuhl-Spiegel bewundern, jedes Wochenende abstürzen oder Fitness bis zum Umfallen. Mädels sollten auch nicht zu oberflächlich wirken, indem sie sich ausschließlich Cocktail-schlürfend oder am Strand zeigen – es sei denn ihr seid wirklich sehr oberflächlich, dann ist das wiederum authentisch.

Unterwasserselfie
Bikinibilder sind nur ok, wenn es Actionshots sind (© 2016 istock.com/AleksandarNakic)

Wer sich sitzend fotografiert, sollte auf Mutti hören und gerade sitzen: aufrechte Position, Schultern runter – niemand verabredet sich gern mit einem traurigen Sack Kartoffeln. Dazu noch den Oberkörper leicht drehen und die Beine gern zur Seite, dabei das Gesicht aber frontal zur Kamera richten. Na, schon verrenkt oder geht es noch?

Strahlend ins richtige Licht gerückt

Wenn ihr euch Selfie-technisch zuhause mal etwas ausprobieren wollt, habe ich hier noch ein paar Tipps für euch. Ist eine künstliche Beleuchtung notwendig, achtet auf jeden Fall darauf, dass das Licht nicht direkt in die Kamera-Linse strahlt. Stattdessen solltet ihr angestrahlt werden, von einer Lampe links und einer rechts. Wer richtig zaubern möchte, kann auch mal eine rote Glühbirne ausprobieren (gibt's im Baumarkt). Rotlicht schmeichelt dem Teint und der Stimmung ungemein. Ihr wollt nicht mit Photoshop schummeln, aber wünscht euch trotzdem einen softeren Look? Dann wischt doch eben mit dem Finger über die Linse am Smartphone. Der Fettfilm auf der Haut wirkt wie ein natürlicher Weichzeichner.

Noch ein paar Selfie-Apps

Ihr wollt noch besser auf Selfies aussehen? In dem Fall dürfen ein paar tolle Apps natürlich nicht fehlen. Über 100 schöne bis witzige Filter bietet die App "Best Me Selfie Kamera" für Android. Mit der gratis App "B612 - Selfie from the heart" für Android und iOS könnt ihr zudem den Hintergrund unscharf erscheinen lassen, Collagen bauen, Ränder bearbeiten und einen Timer als Auslöser einstellen. Wer Make-up-technisch etwas nachrüsten möchte, lädt sich am besten die App InstaBeauty für Android oder iOS runter: Mit diesem Selfie-Editor für Facebook, Instagram,Twitter und Co. könnt ihr aus über 50 Make-up-Stilen und 100 Filtern wählen. Wenn ihr das optimale Portrait habt, könnt ihr dieses auch noch mit einem kreativen Rahmen empfehlen. Zum Beispiel mit der kostenlosen Android-App "PIP Kamera-Photo Editor Pro" (gibt es auch für iOS).

Aber immer schön dran denken: Selbstbewusstein und Authentizität sind anziehend – Makel inklusive. Hübscht euch und euer Profilbild also nie so offensichtlich auf, dass ihr diesen Standard im wahren Leben gar nicht gerecht werden könnt. Am Ende des Tages (oder Dates) möchtet ihr dafür gemocht werden, wie ihr wirklich seid und ausseht.

Aufmacherbild: (© 2016 CC: Pexels.com/stokpic.com)

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