Frühjahrsputz digital: Apps und Webseiten zum Entrümpeln und Wienern

Putzen, Haushalt

Der Frühling ist da, und Deutschland freut sich auf ein paar Sonnenstrahlen. Die sorgen aber nicht nur für Freude: Meine rumpelige Wohnung will aus dem Winterschlaf erweckt werden – und das Internet soll mir dabei helfen.

"Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte" so poetisch wird er seit jeher besungen, doch niemand schreibt Gedichte über die schaurige Wahrheit, die der Frühling jedes Jahr wortwörtlich ans Tageslicht bringt. In meiner Wohnung zeigt er auf jeden Fall schon jetzt seine gemeine Fratze: Mein kuscheliges, warmes Winterquartier sieht auf einmal aus wie eine lichtdurchflutete Stätte der Verwahrlosung. Meine Fensterscheiben sind vom Sprühregen so verdreckt, dass ich kaum rausgucken kann, zwischen meinen Holzdielen haben sich genügend Haare eingefunden, um daraus eine imposante Perücke zu fertigen, und unter meiner Flurkommode schmiegen sich gräuliche Wollmäuse schüchtern an meinen blinkenden WLAN-Router. Keine Frage: Es ist Zeit für die jährliche Grundreinigung – und eine ebenso gründliche Entrümpelungs-Aktion. Welches Wissen und welche Tricks ihr dafür aus dem Netz und auf euer Smartphone zaubern könnt, erfahrt ihr hier.

Schritt 1: Entrümpeln – Alles raus, was keine Miete zahlt

Putzen ist witzlos, wenn die ganze Wohnung zugemüllt ist. Wer möchte schließlich um Kartons voll Kram herum wischen? Jetzt ist als allererstes Ausmisten angesagt. Aber wo fängt man an?

Raus aus dem Schrank: Verkaufen und Verschenken

Ein guter Ausgangspunkt ist immer der Kleiderschrank, denn der platzt regelmäßig aus allen Nähten. Das macht nicht nur das Einsortieren von Wäsche zu einem Akt des Grauens, sondern hält zudem davon ab, tolle Outfits zusammenzusuchen – irgendwann vergisst man schließlich, was man überhaupt so besitzt. Fakt ist: Wenn du ein Kleidungsstück über ein Jahr lang nicht mehr anhattest, dann weil du es vergessen hast, oder weil es keine Daseinsberechtigung mehr hat. Zeit, jemand anderem damit eine Freude zu machen!

Immerhin keine Unordnung: ein Kleiderschrank ganz nach meinem Geschmack.
Immerhin keine Unordnung: ein Kleiderschrank ganz nach meinem Geschmack. (© 2016 CC: Flickr/aenimation)

Bei eBay, dem Klassiker unter den Auktionsseiten oder auch der Tauschbörse Kleiderkreisel wirst du deine alten Stücke nicht nur los, sondern heimst dafür noch ein paar Euro ein.

Du möchtest lieber spenden? Das geht heutzutage mit so wenig Aufwand, dass niemand mehr eine gültige Ausrede hat – zum Beispiel mit der Kleiderspende-Aktion von OTTO. Dafür befüllst du einfach einen beliebigen Karton mit deinen Altkleidern und druckst den Paketschein von OTTO aus. Ein kurzer Gang zum nächsten Hermes-Shop, und schon sind deine alten Lieblingsstücke auf dem Weg zu jemanden, der sie braucht – und das gratis und portofrei. OTTO spendet sie an verschiedene soziale und ökologische Projekte.

Pfandflaschen spenden

Hinter eurer Küchentür tagt die internationale Convention der Pfandflaschen? Wer nie seine Flaschen zurückbringt, für den gibt es gute Nachrichten: Ihr müsst es nicht. Die kann man nämlich auch spenden, zum Beispiel auf Pfandgeben.de. Hier bekommst du Telefonnummern von Pfandsammlern in deiner Umgebung und hilfst damit vielleicht jemandem, der es gerade nicht leicht hat.

Alte Bücher loswerden

Hand aufs Herz: Wie viele Bücher stehen bei dir rum, die du nie wieder lesen magst? Damit diese Staubfänger aus deinem Orbit verschwinden und jemand anderem eine Freude machen können, solltest du sie schnell in Umlauf bringen. Wer keine Lust auf Flohmarkt und Herumtragen hat, dem ist vielleicht mit Momox.de geholfen: Hier kann man den Barcode von alten Büchern einscannen und erfährt sofort, wie viel Geld man noch dafür bekommt. Eine Gratis-Abholung ist auch möglich. Wermutstropfen an der Sache: Das geistige und kulturelle Gut der letzten Epochen bringt oft nicht viel mehr Geld als eine Pfandflasche. Dementsprechend sind hier keine Reichtümer zu erwarten. Für ein unkompliziertes Entrümpeln ist Momox aber prima. Das Portal nimmt auch deine alten DVDs, CDs und Spiele entgegen.

Bücher sind großartige, beflügelnde, fantasiegeladene Staubfänger.
Bücher sind großartige, beflügelnde, fantasiegeladene Staubfänger. (© 2016 CC: Flickr/maltehempel_de)

Sonstiger Plunder: Ab ins Netz damit

Etliche Kleinanzeigen-Webseiten und Flohmarkt-Apps buhlen um eure Gunst und euren Kram. Hier eine kleine Auswahl: Da wäre zum Beispiel Kijiji.de. Die Kleinanzeigen-Seite mit dem etwas komplizierten Namen ist die kleine Schwester von eBay und bietet deutschlandweit die Möglichkeit, seinen Krempel an den Mann zu bringen, ebenso wie Quoka.de. Beides gibt es auch als App. Das hat beim Inserieren den Vorteil, dass ihr euren Kram direkt mit dem Handy abfotografieren und ohne viel Aufwand einstellen könnt.

Eine weitere Flohmarkt-App ist "Shpock", welche tatsächlich an einen Flohmarkt-Besuch erinnert: Auf dem Startbildschirm bekommt ihr von der Elvis-Schallplatte bis zur Vintage-Kommode ein wildes Sammelsurium an allem, was eure Nachbarschaft zu bieten hat, zu sehen.

Vorsicht ist bei allen Webseiten und Apps geboten: Es passiert ganz leicht, dass man anstatt etwas loszuwerden, etwas kauft...

Schritt 2: Ran an den Wischmop

Ihr habt also erfolgreich euren Plunder dezimiert und erfreut euch an einem sichtbaren Fußboden? Zeit für die eigentliche Groß-Reine-Mach-Aktion. Ran an den Mop! Aber Moment mal... Kommt ein Mop gegen den krustigen Fleck hinterm Kühlschrank an? Ob Rat oder Gerätschaft: Im Netz findet ihr alles.

Wertvolle Tipps von Insidern und Putz-Fanatikern

Die Webseite mit dem pragmatischen Namen Putzen.de gibt euch allerlei Tipps zum – ihr erratet es – Putzen! Hier findet ihr Anleitungen nach Bereichen sortiert, von "Wie putze ich am besten meinen Balkon?" bis hin zu Reinigungsmitteln mit Öko-Siegel.

Auf Reinigungsforum.de gibt es Diskussionsforen zum Entstauben und Wienern. Hier tummeln sich Muttis und Omis, also die wahren Profis aus der Schrubb-Szene und stehen dir mit Rat und Tat zur Seite, wenn du keine Ahnung hast, wie du einen alten Senffleck aus deinem beigen Couchkissen bekommst.

Natürlich könntest du auch auf bekanntere Seiten wie Gutefrage.net ausweichen, aber das birgt Gefahren: Nicht selten driftet dort die eigene Aufmerksamkeit in komplett andere Themengebiete ab (im Endeffekt ist halt alles interessanter als Putzen). Wenn du also herausfinden willst, wie du deinen alten, hässlichen Eichentisch aufpolieren kannst, passiert es leicht, dass du dich wie von Zauberhand in einem Forum für Haarpflege wieder findest. Resultat: Die Haare glänzen – der Tisch nicht.

Gerätschaften: Online zum Ausleihen

Wer Staub und Schmutz so richtig zu Leibe rücken will, braucht mehr als Schwamm, Elan und Eimer. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Dampfreiniger oder einem Fenstersauger? Kaufen müsst ihr den nicht, schaut stattdessen doch mal wo ihr euch online etwas leihen könnt, zum Beispiel auf Leihdirwas.de. Vielleicht gibt es ja bei euch in der Nachbarschaft einen Dampfreiniger, der nur darauf wartet, bei eurem Putz-Projekt dabei zu sein.

Swing den Mop: Die richtige Musik zum putzen

Wieso traurig putzen, wenn es auch beschwingt geht? Mach das Beste aus deinem putzigen Samstag und leg Musik auf, bei der du Bock hast, das Tanzbein zu schwingen. Was zum Tanzen animiert, ist nämlich auch beim Putzen nicht verkehrt. Ein Besen oder ein Mop sind zudem ein genügsamer Tanzpartner und/oder Mikrofon. Wienern und Schrubben geht besonders gut zu "Breakaway" von Irma Thomas – wessen Hüften dabei nicht in Wallung kommen, der ist klinisch tot.

Schritt 3: Einfach jemanden engagieren, der für einen putzt

Ihr fandet schon das Durchlesen dieses Putzartikels zu anstrengend? Keine Sorge: Wer jetzt so gar keinen Bock mehr hat, den Besen zu schwingen, findet im Netz jemanden, der es macht. Etliche Anbieter von Reinigungskräften buhlen um eure verwahrlosten Wohnungen – und ihnen das Feld zu überlassen ist heutzutage gar nicht so teuer wie man denkt. Da wäre zum Beispiel Bookatiger.de. Hier bekommt ihr schon ab 12,90 Euro pro Stunde eine Reinigungshilfe. Nach solch einer professionellen Grundreinigung habt ihr für die kommenden Wochen zuhause eine ganz neue Ausgangslage und habt es leichter, die Ordnung zumindest ein bisschen zu erhalten. Und grämt euch nicht dafür, dass ihr es alleine nicht hinbekommt: Sich online eine Reinigungskraft mieten ist die erwachsene Variante von "Ich warte bis es so schlimm ist, dass Mutti es wegmacht."

Aufmacherbild: (© 2016 iStock/Kamila Starzycka)

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