Musik-Streaming-Dienst wechseln: So könnt ihr eure Playlists importieren

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Alle, die einen Wechseln ihres Musik-Streaming-Dienstes bisher immer ausgeschlossen haben, weil sie nicht auf den bisherigen Soundtrack ihres Lebens verzichten wollen, haben gute Gründe, den Umzug doch in Erwägung zu ziehen: Mit diesen Lösungen gelingt der Transfer eurer geliebten Playlists problemlos und innerhalb von Minuten.

Never change a running System: Nur um ein paar Euro im Monat zu sparen, den Musik-Streaming-Dienst wechseln? Wenn überhaupt ziehen das nur eiserne Sparfüchse in Betracht. Denn wer mag schon über Jahre liebevoll angereicherte Playlists, Shazam-Titel-Historien und Musikfavoriten einfach so zurücklassen oder mühevoll wieder neu zusammensuchen? Dass es längst praktische Umzugslösungen für digitale Musiksammlungen gibt, wissen wohl die Wenigstens. Das ist auch kein Wunder, schließlich dürfte das nicht unbedingt im Interesse der Streaming-Dienste liegen, denn die wollen ihre Kunden möglichst lange an das eigene Angebot binden.

Gründe für einen Anbieter-Wechsel gibt es tatsächlich viele

Doch was ist, wenn ich gerne Hörbücher höre, die vor allem Napster in Hülle und Fülle bietet? Oder mal angenommen, ich bin BVB-Fan und möchte mit der Kabinen-Playlist der Schwarzgelben feiern, die es nur exklusiv bei Napster gibt? Dasselbe in rot gibt's bei Apple Musik: Hier kommen Bayern-Fans mit den Lieblingssongs von Jérôme Boateng, Mats Hummels und Co. auf ihre Kosten. Die sind für viele andere User ebenfalls ein triftiger Grund zu wechseln: So gibt es diverse Anbieter, die das Musik-Streaming gratis ermöglichen – etwa bei Soundcloud, Last.fm oder YouTube. Fest steht jedenfalls: Andere Streaming-Dienste haben auch schöne Lieder – und deswegen muss man aber noch lange nicht auf den altbewährten Soundtrack seines Lebens verzichten.

Spotify ist der Platzhirsch unter den Anbietern
Wer Platzhirsch Spotify die Gefolgschaft absagt, muss noch lange nicht auf seine Lieblings-Playlists verzichten. (© 2015 )

Soundiiz: Die Web-App für Musikliebhaber die bei verschiedenen Streaming-Diensten tanzen

Das aus unserer Sicht beste Tool für den Musik-Import ist der Onlinedienst Soundiiz. Der kostenlose "All-in-one Account Manager für Musikliebhaber" erlaubt euch mit wenigen Klicks, Playlisten und Alben zwischen verschiedenen Musik-Streaming-Anbietern sowie Musikplayern hin und her kopieren. Das lohnt sich vor allem für Nutzer mehrerer Dienste. Dabei unterstützt Soundiiz folgenden Dienste:

  • Spotify
  • Napster
  • Tidal
  • Google Music
  • Deezer
  • YouTube
  • SoundCloud
  • Last.fm
  • Groove
  • Qobuz
  • Groove Music
  • Discogs
  • Dailymotion
  • Jamendo
  • diverse Playlist-Dateiformate wie .m3u, .pls, .xspf
  • iTunes und andere Player
  • Xbox Music

Um den Soundiiz-Dienst zu nutzen, muss man nicht einmal eine App herunterladen, sondern verbindet sich einfach über die Web-App mit seinen Musik-Diensten. Die gibt es bisher nur auf Englisch, aber das Procedere klappt intuitiv:  Soundiiz fungiert als selbstständige Schnittstelle und ihr braucht euch nur über eure Login-Daten beim gewünschten Musikanbieter einwählen und könnt dann eure Musikbibliothek einsehen. Hier schiebt ihr die gewünschten Ordner dann einfach rüber zum Emfänger-Dienst eurer Wahl. Das funktioniert sogar mit Dateiformate wie .m3u, .pls und .xspf.

Das Ergebnis ist nicht perfekt, aber kann sich sehen lassen. Manche Songs erkennt Soundiiz nicht oder der neue Dienst führt die Lieder nicht. Dabei sieht man in der Export-Liste aber direkt, was auf der Strecke bleibt. Insgesamt kann man mit der Musik-Ausbeute recht zufrieden sein. Übrigens kann man mit Soundiiz noch diverse andere Spielereien vornehmen: etwa Playlist verwalten und pflegen, zusammenführen, teilen oder auch extern als Datei sichern. Manche Features stehen nur Premium-Kunden zur Verfügung, das Soundiiz-Abo ist ab 3 US-Dollar im Monat zu haben, wenn man sich ein Jahr bindet. Alternativ gibt es das flexible Abo für umgerechnet rund vier Euro monatlich.

Alternativer Musik-Manager für Apple Music

Sicher ist es euch aufgefallen: Ein ganz wichtiger Musik-Dienst fehlt in der Liste von Soundiiz, nämlich Apple Music. iPhone-Nutzer müssen daher auf einen alternativen Musik-Manager zurückgreifen. Hier wäre "StAMP" zu nennen: Diesen Dienst gibt es als Mac- und iOS-App und zum Download und er transportiert eure Playlists von Apple Music, Spotify und Google Play Music zum Beispiel zu Tidal, YouTube, Deezer und Rdio. Die App ist zwar erstmal kostenlos, doch wer mehr als zehn Songs bewegen möchte, muss einen In-App-Kauf von knapp zehn Euro tätigen. Dennoch lohnt sich diese einmalige Investition sicherlich, wenn man bedenkt, dass es um nichts Geringeres als den Soundtrack seines Lebens geht.

iPhone 5c
Auch für Apple Music Playlists und iPhone-Nutzer gibt es Rettung: StAMP überträgt eure Lieblingssongs. (© 2015 )

Kostenlose Anbieter für den Musik-Transfer einzelner Streaming-Dienste

Wer kein Geld ausgeben möchte für den Musik-Transfer, der kann sich auch ein Backup der Playlists erstellen und die Songs dann manuell beim neuen Streaming-Anbieter zusammensuchen. Darüber hinaus gibt es auch kostenlose Musik-Transfer-Anbieter, aber die beschränken sich dann oft auf einzelne Streaming-Dienste und funktionieren auch nur in eine Richtung. Hier kommt eine Auswahl:

  • Die Web-App "Mooval" funktioniert für Spotify, Deezer, Groove und Napster.
  • "Spotizr" ist ebenfalls eine Web-Anwendung, die aber ausschließlich von Spoitfy zu Deezer exportiert.
  • "sqooch" transportiert als Web-App Spotify-Songs zu Beats Music und umgekehrt.
  • Das Web-Portal "Exportify" hilft euch, wenn ihr eure Spotify-Playlist als Textliste im CSV-Dateiformat sichern möchtet.

Fazit: So beantworten wir unseren Kindern mal, was wir früher für Musik gehört haben

Kleinere Verluste muss man wohl bei jedem der hier genannten Musik-Transfer-Anbieter verschmerzen, weil einige Lieder eventuell nicht beim neuen Streaming-Dienst verfügbar sind oder nicht gefunden werden können. Schwierig wird es natürlich auch bei Musik-Sammlungen von Spotify und Co. selbst. In unserem Test lag der Verlust individueller Playlist-Songs aber bei unter zehn Prozent und damit kann man leben, wenn man dafür den Großteil seiner Musik unkompliziert und innerhalb von Minuten mitnehmen kann. Zur Sicherheit lohnt sich aber immer ein Datei-Backup der jeweiligen Playlist – das geht schnell und wird eigentlich von allen Anbietern angeboten. So kann man alle Lieder, sollte irgendetwas schiefgehen, zumindest schriftlich fixieren und im Notfall händisch zusammensuchen. Und seinen Kindern später mal beantworten, welche Musik man früher eigentlich so gehört hat – wenn man schon längst keine Alben mehr physisch im Regal stehen hat.

Aufmacherbild: (© 2016 )

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