Säen, gießen, rupfen, ernten: Diese Garten-Apps ersetzen den grünen Daumen

GartenLeser-Tipp

Das Angebot an Garten-Apps ist so groß und bunt, wie ein Blumenbeet selbst. Wir stellen euch ein hilfreiches digitales Potpourri zusammen, damit ihr mehr Farbe nach Balkonien bringen könnt – auch ohne grünen Daumen.

Gärtnern entspannt auch den gestresstesten Großstädter. Doch das Wissen über Zier- und Nutzpflanzen, das richtige Timing, Düngen, Schädlingsabwehr und so weiter muss man erstmal haben. Da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Mutti fragen oder App runterladen!

Die App zum Gartencenter

Keine Lust auf überlaufende Baumärkte oder Gartencenter? Dann bestellt euch doch Pflanzen nachhause. Das klappt mit Apps wie Pflanzenbringer für Android. Ihr müsst die Pflanzen vorher schon in Natura begutachten? Dann sucht euch mit der App ein Gartencenter in eurer Nähe, zum Beispiel mit der Hornbach-App oder der OBI-App (hier für iOS oder Android). Erstellt euch schonmal eure Einkaufsliste, so seid ihr auch im Nullkommanix wieder draussen. Mit dem kostenlosen OBI Pflanzenfinder findet ihr 600 Pflanzen und könnt gezielt nach Blütenfarben, Licht- und Bodenbedingungen, Wuchshöhe, Pflanzenarten oder Namen suchen. Wenn ihr die Blumen dann habt, könnt ihr euch den Gießalarm einstellen. Der "Wetteralarm" warnt per Push-Nachricht vor Bodenfrost und Trockenheit und gibt Tipps zur Pflanzenpflege. Für den Fall, dass euch das Blumenmeer völlig überfordert, oder ihr so gar keine Ahnung habt, könnt ihr auch in die App eingeben, welche Standortbedingungen eure zukünftigen grünen Mitbewohner vorfinden werden. Außerdem habt ihr die Filteroptionen, wann ihr pflanzen beziehungsweise Früchte ernten wollt und wie pflegeintensiv das zarte Pflänzchen sein darf.

OBI Pflanzenfinder
OBI Pflanzenfinder (© 2016 )

Pflanzen-Apps für Ambitionierte

Ihr habt schon Blumen, wisst aber nicht, was sie brauchen um zu gedeihen? Dann macht ein Foto und fragt die App "Like That Garten" für Android (hier auch für iOS). Diese kostenlose visuelle Such-App identifiziert den Namen des Gewächses und zeigt euch zur Inspiration auch ähnlich aussehende Blumen. Damit eignet sich die App für Gärtner, Reisende, Wanderer und Naturliebhaber. Über das Info-Symbol bei der Pflanze eurer Wahl werdet ihr zum Wikipedia-Artikel weitergeleitet und könnt euch dort ausführlich belesen.
Auch wenn ihr mehr als ein paar Blumenkästen bepflanzen oder es ganz genau wissen wollt, bieten sich Anwendungen an, die sich einer bestimmten Pflanzengruppe widmen: etwa Gartenbäumen, Heckensträuchern, Rosen, Gemüsearten, Balkonblumen, Staudenarten (Android oder iOS), Steingartenpflanzen und so weiter. Viele Apps mit einer universellen Auswahl sind mit ihren großen Datenbanken nämlich riesig und brauchen dementsprechend viel Speicherplatz.
So langsam findet ihr Gefallen an der Vorstellung, unter die Hobbygärtner zu gehen? Wer ein neues Hobby beginnt, hat auch viele Fragen: Was erfordert so ein Garten an Zeit und Investitionen? Was kann ich Schönes ernten? Wann muss ich es dafür einsähen? Was tun gegen Blattläuse? Antworten auf die wichtigsten Garten-Fragen und kurze Video-Tutorials bieten euch diese Apps: "Mein Garten" (für iOS, Kostenpunkt: 3,99 Euro). Wer Spaß an der Garten-Lektüre hat, kann auch das ePaper "Mein schöner Garten" für 4,80 Euro lesen.

Apps für die Gemüse-Ernte

Der Gemüse-Gärtner (gratis für Android und iOS) bietet eine umfassende Anbauanleitung, Gemüse- und Kräuterkataloge und Tipps für den eigenen biologischen Anbau von Gemüse und Kräutern auf dem Balkon, auf der Terrasse oder im eigenen Garten. Hier erfahrt ihr alles, was ihr wissen müsst zu Fragen nach Aussaat, Anbau, Boden, Dünger und so weiter. Die App richtet sich sowohl für Anbauanfänger wie für fortgeschrittene Gärtner, die ihr Wissen erweitern oder neue Sorten anbauen wollen. Erfreulich sind darüber hinaus die Rezeptideen und die Tatsache, dass diese App auf Werbung verzichtet. Die Gratis-Version der App ist für iOS und Android erhältlich und beinhaltet immerhin je neun Gemüsesorten und Kräutersorten. Darüber hinaus stehen zwei In-App-Käufe für die komplette Liste von Gemüse beziehungsweise Kräutern zur Verfügung, inklusive aller zukünftigen Updates. Wer sich lieber in aller Ruhe belesen möchte – zwischen Saat und Ernte ist ja Zeit genug – kann sich auch das eBook "Leckeres vom Balkon" von GU für 6,99 Euro downloaden.

Gaertner
Apps für die Gemüseernte (© 2016 istock.com/Redrockschool)

Erinnerungs-Apps zum Wohlergehen eurer Blümchen

Bei den ersten Sonnenstrahlen Mitte April konnten wir es nicht mehr abwarten und haben den nächsten Baumarkt angesteuert. Für genau ein Wochenende erstrahlte der Balkon in der neuen Blumenpracht, bevor der Winter nochmal einschlug. In dieser schweren Zeit half die oben erwähnte OBI-Pflanzen-App: Bei Frostwarnung kamen die Balkonkästen abends rein. Das war ihre Rettung bei unter null Grad. Andere Apps wie "Blumen gießen" (kostenlos, für Android) erinnern, wann und wie oft welche Pflanze Wasser brauchen. Sie bietet auch den Gießrhythmus an, dann erhaltet ihr zum Beispiel alle drei oder sechs Tage eine automatische Erinnerung. Allerdings kennt die App das Wetter nicht und weiß nicht, ob es geregnet hat oder die Sonne brannte. Darüber hinaus stehen euch noch der Gartenkalender (für iOS, kostet 2,99 Euro) und den gratis Garten Manager (für Android) zur Verfügung. Mit der Kalender- und Tagebuchfunktion könnt ihr besser überblicken, wann Erntezeit ist oder welche Arbeiten sonst noch so anfallen.

Ungeziefer oder Nützling?

Weiße Pünktchen auf den Blättern und eine müde und schlaff wirkende Palme, Mamas Rat ist da Gold wert: Die Pflanze mit etwas Pril-Wasser giesse – das mögen Blattläuse gar nicht, die Pflanze selbst kann es verkraften. Wer sich vor Mutti hingegen nicht die Blöße geben will oder einen schnellen Rat braucht ohne telefonische Ausschweifungen, kann auch den kostenlosen App-Pflanzendoktor für iOS oder Android hinzuziehen. Hilfreich ist auch die App "Plantix" für Android: Smartphone her, Foto der erkrankten Blume und ab in die App. Diese Anwendung ist wirklich klasse, sie erkennt via Foto viele Symptome zuverlässig und gibt effektive Vorschläge zur Behandlung. Dabei hat die Applikation ein sehr schönes und anwenderfreundliches Design. Obacht: Greift nicht alles an, was da kreucht und fleucht. Neben Schädlingen gibt es auch noch einige Nützlinge, über die euch die kostenfreie App "Nützlinge im Garten" (iOS und Android) informiert.

Plantix - GartenBank
Plantix - GartenBank (© 2016 )

Noch mehr virtuelle Hilfe im Garten

Wir waren überrascht, wie viele gute und hilfreiche Garten-Apps auf dem Markt sind. Unterm Strich stellen sich einige davon wirklich als hilfreiches Nachschlagwerk für Garten-Anfänger dar. Ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Videos verleihen euch mit der Zeit einen grünen Daumen. Klingt nerdig, ist aber so: Die Fauna kann ganz schön fesseln, wenn man sich in den App-Lexika von einer Staude zur nächsten klickt.

Wer noch mehr Unterstützung mag, kann auch auf elektronische Helfer setzen, die einem den unangenehmen Teil, etwa das Rasenmähen, via App-Anbindung (iOS und Android) abnehmen. Oder darf es vielleicht ein smartes Bewässerungssystem sein, dass sich kinderleicht über eine App steuern lässt? Wenn es zunächst einmal darum geht, einen Balkon, eine Terrasse oder einen Garten zu gestalten, könnt ihr euch vorab virtuell in der Design-App (für Android) austoben.

Und wenn die Sonne beim Gärtnern doch mal zu hell aufs Display scheint, ist das auch ein guter Moment, sich mit der App unter den Sonnenschirm zu verziehen, die Beine hochzulegen, ein Päuschen einzulegen und dort weiterzulesen. Wer mag, kann sich auch noch ein schönes Sommergetränk nach App-Rezept dazu mixen und richtig ausspannen.

Aufmacherbild: (© 2016 istock.com/annedde)

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