Durch dick und dünn: Die smarte Körperanalyse-Waage Neo Health Onyx im Test

Onyx Waage

Einfach nur wiegen war gestern: Was sagt das Körpergewicht schon über Muskelzuwachs durch hartes Training aus? Zum Glück gibt es immer hochwertigere und vor allem erschwingliche Körperanalysewaagen für zuhause. Guru Christine hat die Neo Health Onyx ausführlich getestet – auch nach ihrem Schlemmer-Urlaub.

Im vergangenen Sommer habe ich mich getraut und eine professionelle Körperfettmessung bei einem Fachmann vorgenommen. Seither sind etliche Monate vergangen, in denen ich mir ein Rennrad zugelegt und mein Krafttraining mit Supersätzen optimiert habe. Kurzum: Ich war noch nie aktiver, nur in Sachen Ernährung bin ich leider immer noch nicht ganz konsequent. Die hochwertige Körperanalyse-Waage "Neo Health Onyx" für rund 100 Euro soll nun zeigen, ob ich trotzdem noch auf der richtigen Figur-Spur bin – und ob Sport auch ohne eine Ernährungsanpassung etwas ausrichten kann.

Drauf stellen und fertig: Die Onyx-Waage misst Gewicht, Körperfett, Wasser, Muskel- und Knochenmasse

Für meinen Selbsttest habe ich mir die neue App-gesteuerte Körperanalyse-Waage "Onyx" von Neo Health ausgesucht. Dahinter steckt ein junges Startup aus Amsterdam, das sich auf Fitnesstechnologie spezialisiert und für seine Fitnesstracker den Softwareanbieter Virtuagym als Partner hat.

Onyx Waage
Stylisch ist sie schonmal, die Körperanalysewaage "Onyx" von Neo Health. (© 2017 )

Einfach auf die edle schwarze Glas-Waage gestellt, springt diese auch schon an und zeigt mir mein Gewicht: Der Wert ist sehr zuverlässig, zum Vergleich habe ich mein Körpergewicht auch mehrfach mithilfe zweier anderer Waagen überprüft. Sobald ich aber Bluetooth auf meinem Smartphone aktiviere, es mit der Onyx-Waage kopple und die Virtuagym-App (gibt es gratis für iOS oder Android) öffne, wird die stylische Waage zum Körperanalyse-Tool. Dafür muss ich nur im App-Menü zu "Meine Geräte" gehen und die Neo Health Onyx auswählen. Mit Klick auf den blauen Button "jetzt messen" kann es auch schon los gehen: kurz barfuß auf die Waage stellen und abwarten. Nach wenigen Sekunden sind die Körperdaten Gewicht, Körperfett, Körperwasser, Muskelmasse, Knochenmasse und BMI auf meinem Display: Puh, alles noch im grünen Bereich, sogar um zwei Prozent besser als letzten Sommer!

Die Bioelektrische Impedanzanalyse kann durch verschiedenste Faktoren beeinflusst werden

Für die Körperanalyse nutzt die Neo Health Onyx die Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) als Messtechnik. Dabei schickt die Waage einen für den Nutzer nicht spürbaren ungefährlichen Stromstoß durch den Körper und misst den Widerstand: Weil Fett Strom schlechter leitet als Wasser und Muskelmasse, kann das Gerät Rückschlüsse auf die Körperzusammensetzung des Nutzers ziehen. Um möglichst genaue Werte zu erhalten, sollte man ein paar Dinge beachten – die leider weder in der Bedienungsanleitung noch in der App stehen:

  • Die Onyx-Waage unterscheidet beim Aktivitätsniveau zwischen normal/aktiv und sehr aktiv. Letzteres richtet sich an intensiv Trainerende, Trainer und Leistungssportler. Ich mache zweimal pro Woche Krafttraining und noch zwei- bis dreimal Ausdauertraining und muss für realistische Werte das Niveau "sehr aktiv" wählen.
  • Damit die Voraussetzungen möglichst ähnlich und damit vergleichbar sind, sollte man sich immer zur selben Tageszeit wiegen.
  • Der beste Zeitpunkt zum Wiegen ist morgens nach dem Aufstehen, vor dem Frühstück aber mit leerer Blase und wenig Klamotten.
  • Ein hoher Flüssigkeitsgehalt im Körper sorgt dafür, dass das Signal der Waage schneller durch den Körper fließt, weshalb als Resultat weniger Körperfett angezeigt wird. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn man abends feiern war und viel getrunken hat.
  • Der Flüssigkeitshaushalt kann durch weitere Faktoren beeinflusst werden und die Messergebnisse verfälschen: etwa schlechter Schlaf, intensiver Sport am Vorabend, oder Zyklus-Schwankungen.
  • Auch äußere Flüssigkeiten beeinflussen die Messergebnisse: Also nicht nass aus der Dusche oder komplett eingecremt auf die Waage steigen.
  • Fehlhaltungen auf der Waage können die Messergebnisse ebenfalls verfälschen, daher immer darauf achten, dass die Füße richtig stehen – und still halten.
  • Die Waage sollte auf einem harten Untergrund stehen und nicht auf Teppich oder Ähnlichem.
Onyx Waage
Die Onyx Waage ist einfach zu handhaben: Die Virtuagym-App sagt, wo es lang geht. (© 2017 )

Die Performance der Onyx-Waage

Während meines Langzeittests zeigte die Onyx-Waage nur an zwei Tagen einen kleinen Ausreißer: Einmal wollte sie sich nicht mit dem Smartphone koppeln lassen, was aber auch an meiner Bluetooth-Verbindung gelegen haben könnte – ansonsten klappten Kopplung und Konfiguration immer tadellos. Tatsächlich hat aber eine lange und intensive Trainingseinheit am Abend die Messwerte der Onyx-Waage extrem durcheinander gebracht: Am Morgen danach soll mein Körperfettanteil bei nur knapp unter 10 Prozent gelegen haben. Das ist allerdings völlig ausgeschlossen, da ich dann weniger als ein Strich in der Landschaft wäre und quasi nicht mehr existent. Für den Ausreißer kann der Hersteller der Waage aber gar nichts, schuld war einzig und allein meine Sporteinheit zuvor.

Onyx Waage
Einfach drauf gestellt, zeigt die Onyx-Waage das Körpergewicht an. Über Bluetooth mit der Virtuagym-App verbunden wird die Waage zum smarten Körperanalyse-Tool. (© 2017 )

Vergleichswerte und die Auswirkungen eines Urlaubs

Ansonsten waren die Ergebnisse sehr verlässlich – zumindest, nachdem ich herausgefunden hatte, dass ich bei den Einstellungen "sehr aktiv" auswählen muss. Andernfalls ermittelte die Waage einen Körperfettanteil von 30 Prozent bei mir – während ich im vergangenen Sommer bei einer umfangreichen BIA-Messung noch bei knapp 25 Prozent war und seither eher noch mehr Sport gemacht habe. Auch der Blick in den Spiegel oder in den Kleiderschrank vermittelt mir kein anderes Bild. Insofern dürfte der Onyx-Wert unter dem "sehr aktiven" Profil mit gut 22 Prozent der Realität schon sehr nahe kommen.

Onyx Waage
Bis hin zur täglichen Kalorienempfehlung liefert so eine Körperanalysewaage spannende Erkenntnisse. Vor allem, nach einem Urlaub... (© 2017 )

Auch die zwei Wochen Backpacking durch Griechenland haben sich auf der Waage bemerkbar gemacht: Da habe ich zwar täglich 30.000 Schritte zurückgelegt, aber keinerlei Kraftsport gemacht – und gegessen habe ich auch, worauf ich Lust hatte. Dementsprechend waren danach 1,8 Kilo mehr auf der Waage, und auch der Körperfettanteil ist um 1,2 Prozent gestiegen. Das beweist, dass die Waage bei korrekter Bedienung nicht lügt.

Bei einer ärztlichen BIA im Liegen wird der minimale Stromimpuls übrigens durch mehrere Elektroden durch den ganzen Körper geschickt. Auf der Waage fließt der Strom allerdings nur durch die Beine bis zur Leiste und schätzt den Rest. Dementsprechend kann es sein, dass die Ergebnisse um wenige Prozentpunkte abweichen. Grundsätzlich können die BIA-Werte bei jedem Gerät abhängig vom Flüssigkeitshaushalt schwanken. Wer sich aber so eine Analyse-Waage wie die erschwingliche Onyx zulegt, dem sollte es auch eher um den Verlauf gehen: So können Hobbysportler und Ernährungsbewusste nachverfolgen, ob sie ihren Zielen näher kommen oder nicht. Und das klappt mit der Onyx-Waage ziemlich gut, weil die Werte mir sehr genau erscheinen und auch die Fortschrittsverfolgung detailliert aber übersichtlich mithilfe von Grafiken und Listen gestaltet ist:

Onyx Waage
Die Onyx Waage misst nicht nur das Körpergewicht, sondern auch den Anteil von Körperwasser, Muskel- und Fettgewebe sowie die Knochenmasse in Prozent. (© 2017 )

Einziges Manko: Fehlende Einordnung der Körperwerte

Als einziges Manko bewerte ich die fehlende Einordnung meiner Körperdaten: Die Virtuagym-App zeigt mir zwar mein Gewicht, Körperfett, Körperwasser, meine Muskel- und Knochenmasse sowie meinen BMI an und fasst auch zusammen, dass ich im Urlaub knapp zwei Kilo zugenommen habe, allerdings werden die Werte nicht näher eingeordnet. Wer sich nicht auskennt und nicht weiß, bis wann ein BMI oder ein Körperfettanteil in Ordnung gehen oder sogar sehr gut sind, dem nützt die schlaue Waage nicht viel. Hier heißt es dann erstmal recherchieren.

Onyx Waage
Mit der Virtuagym-App kann ich meine Körperdaten prima dokumentieren. Nur die Einordnung der Werte für Laien fehlt. (© 2017 )

Die Features der Virtuagym-App

Mit der Virtuagym-App können Nutzer nicht nur ihre Körperdaten dokumentieren, sondern auch ihre Workouts planen und im Kalender eintragen. Knapp zwanzig Workouts hat die App auch gleich mit im Gepäck – in der Gratis-Version allerdings eher für Anfänger. Die lassen sich nach Muskelgruppen, Dauer und Equipment filtern. Darüber hinaus bietet die App unterschiedlichste und ziemlich coole Gruppen-Challenges an: Das können sportliche Ziele sein, etwa mehr Gewicht stemmen, einen Marathon laufen, 500 Kniebeugen schaffen, oder aber körperliche Ziele wie fünf Kilo abnehmen, zwei Prozent mehr Muskelmasse aufbauen oder eine bestimmte Kalorienreduktion erreichen. Dafür arbeitet die Virtuagym-App mit einer Ernährungstracking-App und Google Fit zusammen. Insgesamt kommt die App optisch nicht besonders attraktiv und modern daher, schafft es aber, meinen Lebensstil anschaulich zu dokumentieren, mit Diagrammen zu meinen Trainings-, Ernährungs- und Körperdaten.

Für alle, die noch mehr von einer umfassenden Fitness-App erwarten, bietet Virtuagym die werbefreie Pro-Mitgliedschaft mit 2.500 3D-animierten Übungen zusätzlich, einer detaillierteren Fortschrittsverfolgung sowie individuellen Ernährungsplänen. Die Pro-Mitgliedschaft kostet 5,99 Euro monatlich oder 29,99 Euro für ein ganzes Jahr.

Fazit: Die Neo Health Onyx Waage dürfte alle überzeugen, die sich ein bisschen auskennen

Alles in allem finde ich die edle Onyx-Waage von Neo Health mit der Virtuagym-App sehr überzeugend: qualitativ hochwertig und gut verbreitet, einfach in der Handhabung, zuverlässig und für 109 Euro auch absolut erschwinglich und ihr Geld wert. Einziger Kritikpunkt ist die fehlende Einordnung der Körperdaten durch die App: Hier muss der Nutzer schon selbst recherchieren oder sich mit BMI- und Körperfettwerten, Ernährung und Fitness auskennen. Dafür watet die App aber mit tollen Features wie Workouts, Gruppen-Challenges, Kalender und Ernährungstracking auf.
Mein persönliches Fazit lautet: Allein schon mit mehr Sport und ohne krasse Ernährungsumstellung ist es mir gelungen, über die Monate meinen Körperfettanteil um rund zwei Prozent zu reduzieren, aber: Das Fett ist nach zwei Wochen Griechenlandurlaub wieder drauf. Also nichts wie zurück in den Alltag und wieder ran an den Speck!

Aufmacherbild: (© 2017 )

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