Samsung Gear Fit2 Pro im Test: Fitnessarmband mit einzigartigen Features

Samsung Gear Fit2 Pro

Seit Mitte September ist Samsungs neuester Wearable-Streich erhältlich: Das Gear Fit2 Pro trumpft mit zwei Alleinstellungsmerkmalen, die bisher kein anderes Fitnessarmband erfüllt. -Guru Christine hat es sich direkt mal umgeschnallt und auf Herz und Nieren geprüft.

Zugegeben, ich persönlich trage lieber kleine, unauffällige Fitnessarmbänder, gerne auch im Gewand einer Analoguhr. Samsungs Gear Fit2 Pro hingegen ist eine sportliche Wucht, die sich aber wirklich sehen lassen kann: Die geballten Smart-Watch- und Fitnessfunktionen übertreffen einfache Fitnessarmbänder bei Weitem. Da ich schon das Vorgängermodell, das Gear Fit2, aus dem vergangenen Jahr sehr überzeugend fand, sind meine Erwartungen an die Pro-Version, die erstmals auf der IFA im September vorgestellt wurde, recht hoch. Der Kostenpunkt liegt derzeit bei 229 Euro (UVP). Das Armband dazu gibt es in zwei Größen (S und L) und den Farben Schwarz und Rot. Zum Vergleich: Der Vorläufer kostet aktuell rund 160 Euro. Ich verrate euch im folgenden Testbericht, ob es sich dennoch lohnt, in die Neuauflage zu investieren – schließlich lässt bereits die Namensgebung "Pro" vermuten, dass sich Samsungs neuester Streich stark am Gear Fit2 orientiert.

Aufmachung und Alltagstauglichkeit des Gear Fit2 Pro

Die Anlehnung des Gear Fit 2 Pro an den Vorgänger aus 2016 macht sich schon in der Optik bemerkbar: Hier hat sich nicht viel verändert. Die Neuauflage wirkt an meinem Handgelenk groß, wiegt aber nur 34 Gramm. Das robuste, hochwertige Fitnessarmband schließt aber dieses Mal nicht mit einer Schnalle, sondern bequem und fest mit einem Uhrenverschluss.  Wie der Vorgänger kommt es mit einem gestochen scharfen, hellen und farbenprächtigen 1,5 Zoll AMOLED-Display(216 x 432 Pixel) daher: Das die Gear Fit2 Pro visualisiert die zahlreichen praktischen Features perfekt.

Aber fangen wir vorne an: Äußerlich überzeugt schonmal die gute Verarbeitung, das geschwungene Gear Fit2 Pro schmiegt sich schön ums Handgelenk, stört hier selbst beim Sport nicht. Mit dem Uhrenblick oder den beiden Knöpfen rechts außen wecke ich das Gear auf. Die Bedienung erfolgt erstaunlich einfach und intuitiv durch Wischen: Egal ob ich meine Schritte, erklommene Treppen, mein Training oder meinen Puls prüfen, meinen Wasser- oder Kaffeekonsum dokumentieren möchte oder mal eben einen Timer oder aktuelle Wettervorhersagen benötige: Das und vieles mehr lässt sich mit dem Gear Fit2 Pro mal eben aus dem Handgelenk schütteln. Und weil das Fitnessarmband Smartwatch-Funktionen verspricht, dürfen natürlich auch Kalender- und Push-Benachrichtigungen sowie die vorgefertigten Nachrichten auf eingehende Anrufen oder Mitteilungen nicht fehlen. Kurzum: Alles an Bord! So bleibe ich mit Blick auf mein Handgelenk immer auf dem Laufenden. So gut sogar, dass ich mein Smartphone auch mal irgendwo verlegen kann: Über den Menü-Punkt "Telefon finden" macht der überaus smarte Fitnesstracker nicht nur den Standort mit Adresse ausfindig, sondern lässt mein Telefon selbst im lautlosen Profil laut klingeln.

Die technischen Daten im Blick: Akkuleistung, Speicher und App-Kompatibilität

Wie sieht es denn bei den technischen Daten aus? Wie der Vorgänger hat auch das Gear Fit2 Pro eine Akkuleistung von 200 mAh, was bei mir bei intensiver Nutzung ohne Energiesparmodus mit permanenter Herzfrequenzmessung und diversen Sporteinheiten etwa für drei Tage reicht. Kurzum: Die Akkuleistung kann sich im Vergleich zu anderen Smartwatches durchaus sehen lassen. Der Wearable-Speicher umfasst 4 Gigabyte, so dass ich mir etliche Apps und Songs auf das Gerät laden kann – selbst über Spotify zum Offline-Hören. Denn was Fitbit und Co. noch nicht umgesetzt haben, schafft Samsung offenbar spielerisch. Die Offline-Nutzung von Spotify ermöglicht ansonsten nur noch Samsungs Smartwatch Gear Sport – und sonst kein anderer Tracker auf dem Markt. Zwar muss ich mich einmalig über die T9-Tastatur auf dem Wearable selbst durchfrickeln, um mich bei Spotify anzumelden, aber das lohnt sich.

Die App zum Samsung Gear 2.
Diverse Apps können im Galaxy App Store über das Smartphone auf das Samsung Gear Fit2 geladen werden. (© 2016 )

Laut Samsung stehen im Galaxy App Store insgesamt rund 3.000 Apps und Watchfaces für die Fit2 Pro zur Verfügung. Der Großteil bezieht sich hier aber wohl auf die Watchfaces: Mit individuellen Hintergründen kann ich mein Wearable ganz nach meinem Geschmack gestalten. Die Anzahl der Apps für Samsungs Fitnessarmband, das mit dem hauseigenen Betriebsysystem "Tizen" läuft, ist noch überschaubar, funktioniert aber prima: Ich muss die Apps über das Smartphone und die Gear-App runterladen, sie erscheinen dann automatisch im Wearable-Menü.

Was bringt das Gear Fit2 Pro noch mit? Nun, für die Techniker unter euch: einen 1,5 Gigahertz schnellen Dual-Core-Prozessor und 1,5 Gigabyte Arbeitsspeicher. Beschleunigungssensor, Lagesensor, Barometer, Herzschlagsensor und GPS sind auch wieder mit dabei und überzeugt wie gehabt. Nun nähern wir uns aber langsam aber sicher den entscheidenden Weiterentwicklungen:

Die beeindruckenden Sport-Features der Gear Fit2 Pro

Dank GPS und der Spotify-Funktion, mit der ich meine Alben offline direkt über das Wearable beziehungsweise gekoppelte Bluetooth-Hörer genießen kann, darf das Smartphone beim Training gerne zuhause bleiben. Das Gear erkennt natürlich automatisch Gehen, Rennen, Radeln oder Schwimmen aber auch dynamische Sportarten, darunter selbst Tanzen, Basketball und Tennis, und trackt diese zuverlässig: Damit weiß ich genau, in welcher Herzfrequenzzone ich trainiere und wie viele Kalorien ich verbrannt habe.

Samsung Gear Fit2 Pro
Das Gear Fit2 Pro ist der ideale Trainingsbegleiter. (© 2017 )

Gerade beim Schwimmen ist das Gear Fit2 Pro ein idealer Begleiter: Es ist nicht nur bis zu 50 Meter tief wasserdicht und trackt meine Bahnen, sondern ist auch noch in der Lage, meinen Puls unter Wasser zu messen – das können momentan nicht viele Geräte, die Apple Watch 2 mal ausgenommen. Darüber hinaus kooperiert Samsung mit der Schwimmmarke Speedo und hat auf dem Gear die App "Speedo On" vorinstalliert: Die wertet das Schwimmtraining noch detaillierter aus und erkennt die Kraulzüge selbst in freien Gewässern.

Samsung Gear Fit 2 Pro, Fitness-Tracker
Samsungs Gear Fit2 Pro fungiert selbst unter Wasser als Sportcoach und misst sogar den Puls. (© 2017 Samsung)

Ich muss allerdings an dieser Stelle einräumen, dass ich mit dem Gear Fit2 Pro noch nicht baden gegangen bin, nur duschen. Und spazieren im Hamburger Regen – hier schlägt sie sich formidabel und lässt sich trotz Wasser auf dem Touch-Display noch gut bedienen, dank Regenmodus. Ansonsten bin ich aber nicht so die Wasserratte. Dafür bin ich gerne draußen sportlich unterwegs, und auch hier hat das Gear Fit auch diverse App-Kooperationen. Beispielsweise folgende Fitness-Apps lassen sich problemlos über die Gear-App auf dem Smartphone laden und finden sich dann wie von Zauberhand im Menü des Wearables wieder:

  • MapMyRun: Mit dieser Outdoor-App kann man auch über das Fitnessarmband  Routen mit Echtzeit-Karten planen und tracken, egal ob beim Wandern, Joggen oder auf Ausflügen.
  • Endomondo ist eine Community-App für Fitness-Enthusiasten, die ihre Laufziele mit persönlichen Trainingsplänen verfolgen möchten.
  • Die Under-Armor-App fungiert als Rundum-Gesundheits- und Sportsystem, mit dem Nutzer ihre persönlichen Ziele verfolgen und sich mit anderen Sportlern verbinden können. Mit der Gear Fit2 Pro erhalten Nutzer die Premium-Funktionen der App für ein Jahr kostenlos und profitieren dadurch etwa von individuellen Trainingsplänen.
  • MyFitnessPal und Lifesum: Mit den beliebten Ernährungs-Apps kann man sämtliche konsumierten Snacks und Drinks flink über das Wearable dokumentieren und  Ernährungsziele verfolgen.
  • Darüber hinaus gibt es noch ein paar englischsprachige Bodyworkout-Apps wie "Fit Evolution" oder den "Workout Trainer for Gear" von Samsung: Die bieten kleine Power-Workouts für zwischendurch, inklusive Anleitungen und Timer.
  • Alternativ kann ich über das Wearable auch mein Workout auf dem Stepper, Laufband oder Heimtrainer tracken oder bloß ein paar Situps, Liegestütze und Hampelmänner mit dem Gear Fit2 Pro absolvieren.

Weil meine Lieblings-Workout-App"Gettoworkout" noch relativ neu ist, funktioniert sie zwar noch nicht auf dem Gear Fit, aber ich kann natürlich trotzdem mein HIIT-Bodyweight-Training absolvieren und mich darauf verlassen, dass das Gear Fit2 Pro mein Training  analysiert: laut Herzfrequenzmessung ein "heftiges" Training und damit hocheffektiv. Ich bin erschöpft, aber zufrieden.

Übrigens sorgt Samsungs neues Fitness-Gadget auch gerade, während ich diese Zeilen schreibe, für meine Bewegung: Alle Stunde folgt eine Erinnerung, mal wieder kurz aufzustehen und ein paar Dehnübungen zu machen. Wen das nervt, der kann die Funktion aber auch deaktivieren.

Samsung Gear Fit2 Pro
Samsungs Gear Fit2 Pro zeichnet sich unter anderem durch einen sehr genauen Herzfrequenzmesser aus. (© 2017 )

Fazit zum Gear Fit2 Pro: Überzeugende Performance plus einmalige Schwimm- und Spotify-Features

Die Pro-Version des Gear Fit2 unterscheidet sich durch die ausgeklügelten Schwimm-Funktionen von ihrem Vorgänger, der gar nicht mit ins Becken darf. Die Pro-Variante setzt sogar noch einen drauf und bringt den Herzfrequenzmesser ins Wasser sowie eine extra Schwimm-App von Speedo mit an Bord. Ansonsten sind Optik, technischen Daten und Verarbeitung der beiden Gear-Fit2-Modelle nahezu identisch und absolut überzeugend.
Das Gear Fit2 Pro ist ein idealer Sportbegleiter, die sich vor allem durch die gewohnte Samsung-Robustheit, das verbaute GPS sowie den sehr genauen Herzfrequenzmesser und die solide Akkuleistung sowie die bislang exklusive Offline-Nutzung von Spotify auszeichnet. Wer gerne schwimmt oder sich gern mit brandneuen Dingen umgibt, wählt auf jeden Fall die Pro-Version. Der Preis für das neue Fitnessarmband ist mit 229 Euro noch im Rahmen, zumindest verglichen mit anderen Wearable-Neuheiten.

Aufmacherbild: (© 2017 )

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