High-End Android-Smartphones: Empfehlungen für 2016

Huawei P9 GuruLeser-Tipp

Ein neues Android-Smartphone soll her – und zwar das allerbeste. Stellt sich nur die Frage: Welches ist das Passende für mich? Guru Florian führt euch durch die aktuellen Top-Modelle.

Wer sich ein neues leistungsstarkes Smartphones zulegen möchte, der weiß: Die Auswahl ist nahezu erdrückend. Nicht nur wächst stets der Kreis namhafter Hersteller – die meisten davon bringen jährlich sogar gleich zwei oder drei Flaggschiffe ins Ladenregal. Neuvorstellungen rangeln um die Pole Position der harten Zahlen, vom Arbeitsspeicher bis zur Prozessorleistung. Zuletzt erblickte das Designer-Flaggschiff HTC 10 das Licht der Welt, davor gab Huawei mit dem P9 einen Fotokönner mit Leica-Doppelkamera bekannt – es entsteht zunehmende Konkurrenz für die Platzhirschen Samsung Galaxy S7 und LG G5.

Was bleibt, ist die schier unlösbare Qual der Wahl: Man will auf dem neuesten Stand sein, die anspruchsvollsten Spiele und Anwendungen zum Laufen bringen, super Fotos schießen – und, und, und. Hier die regelmäßig aktualisierte Typberatung: Welches Android-Smartphone passt zu wem?

HTC 10: Die Luxus-Limousine

Mit dem HTC 10 (hier der vollständige Test) bleibt der taiwanische Hersteller seiner Designstärke treu und verpackt leistungsstarke Hardware im Edelkostüm. Der Nachfolger des HTC One M9 verzichtet gänzlich auf sperrige Namensgebung, ist aber optisch und hardwareseitig alles andere als bescheiden – denn er sieht aus wie eine Limousine im Taschenformat: Sanfte Krümmungen im grauen Frack treffen am sanft geschwungenen Buckel auf hart geschliffenen Kanten, eine vollständig verglaste Vorderseite erzeugt eine edle, einheitliche Optik. Im schicken Design schlummern die kraftvollen Klänge von HTCs Lautsprechersystem BoomSound sowie ein 24-Bit-Soundchip, mit dem ihr auf kompatiblen Kopfhörern höchst detailreiche High Resolution Musik hören könnt. Die Kameras an Vorder- und Rückseite des Geräts bewegen sich mindestens auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Hinzu kommt eine stark verschlankte Benutzeroberfläche, die auf zahlreiche unnötige Anwendungen und Spielereien vorhergehender HTC-Smartphones verzichtet.

Fazit: Das HTC 10 ist ein echt schickes Designer-Smartphone. Mit seiner 10. Auflage bleibt HTC seiner Linie treu und poliert sein neues Flaggschiff auf höchsten Glanz. Gepaart mit exquisitem Klangvergnügen und einer ambitionierten Kameraleistung, ist das HTC 10 ein absolut solides Gerät.

Das Huawei P9 ist die mobile Alternative für Profi-Fotografen

Ein ganz neues Feature – und vermutlich den neuen High-End-Standard der Smartphone-Fotografie – stellte Huawei Anfang April mit seiner P9-Serie vor: Das Killer-Feature des Huawei P9 und P9 Plus: Nicht eine, sondern zwei Leica-Kameras sind auf der Rückseite der Smartphones verbaut. Damit sollen sie authentische Unschärfe erzeugen und auch bei schlechten Lichtverhältnissen erstklassige Fotos schießen. Beim Fotografieren können beide Linsen gleichzeitig zum Einsatz kommen, was eine bisher auf Smartphones bisher unerreichte Blendenöffnung ermöglicht. Denn wenn die Leica-Objektive parallel knipsen, kann das Huawei P9 auf die doppelte Menge Bildinformationen zugreifen – und damit Kontraste, Unschärfe und Lichtempfindlichkeit abbilden, die man sonst nur von richtigen Kameras mit entsprechenden Objektiven kennt. Mit Android Marshmallow und kräftiger Hardware-Ausstattung in schickem Design ist das Huawei P9 ein echter Fotoknüller.

Fazit: Das Huawei P9 ist schick, gut ausgestattet und schlägt sich mit einem richtig starken Kamera-Feature wirklich gut im Vergleich mit anderen Flaggschiff-Geräten.

Samsung Galaxy S7 und S7 Edge: Für digitale Perfektionisten

Dieses Smartphone hat einfach alles: Mit dem Galaxy S7 und S7 Edge hat Samsung seine beliebten High-End-Geräte perfektioniert. Im Design vereint es eine noch kurvigere Bauweise mit fein geschliffenem Aluminium und erzeugt eine hinreißend schöne Optik, gepaart mit einer samtweichen Haptik. Für Allwettereinsätze ist das neue Galaxy S7 obendrein staub- und wasserabweisend und verfügt über eine leistungsstarke Kamera mit Samsungs neuer "Dual Pixel"-Technologie. Der neue "Game Launcher" bringt zudem ein auf Smartphones ungekanntes Level an Vernetzungsmöglichkeiten mit sich, das "Always on"-Display versorgt den Nutzer auch bei ausgeschaltetem Bildschirm mit Informationen.

Besonders hervorzuheben ist die kurvige und größflächigere Variante mit zusätzlichen Bedienelementen an den gekrümmten Displayrändern: das Samsung Galaxy S7 Edge. Wurde das Edge-Feature bei der Vorserie noch geläufig als innovatives Gimmick eingestuft, so ist Samsung nun bei der Perfektion der Edge-Technologie angekommen. Das Edge ist ein wahrer Hingucker und zudem mit zahlreichen verbesserten Funktionen ausgestattet. Obendrein sind die neuen Samsung Galaxy-Geräte dank der tollen VR-Möglichkeiten, mit der hauseigenen Gear VR-Brille und der entsprechenden Kamera Gear 360, zukunftssicher für das Zeitalter der virtuellen Realität.

Fazit: Das Samsung Galaxy S7 und S7 Edge eignet sich ausgezeichnet für digitale Perfektionisten, die von ihrer Technik nicht nur ein Maximum an Design und Performance erwarten, sondern auch auf den Sonderstatus "edgy" nicht verzichten können.

LG G5: Für Verspielte, die mehr wollen als ein Smartphone

Den eindrucksvollsten Knall auf dem diesjährigen Mobile World Congress zündete LG mit seinem ersten modularen Smartphone, dem G5: Wie ein Mitglied der legendären, wandelbaren Transformers lässt sich das LG G5 mit zusätzlicher Hardware upgraden – und im Funktionsumfang erweitern. Mit dem Cam Plus-Modul verwandelt es sich etwa in eine klassische Digitalkamera, komplett mit mechanischen Rädchen zum Zoomen und zusätzlichem 1.200-mAh-Akkupack für ausdauerndes Knipsen. Zusammen mit Bang & Olufsen bringt LG außerdem das Verstärker-Modul Hi-Fi Plus raus, mit dem das Smartphone zum potenten Endverstärker transformiert. Das designstarke G5 ist jedoch auch ohne aufgesteckte Zusätze ein eindrucksvolles Stück Technik: Eine zweite Linse an der Rückseite ermöglicht Fotos im riesigen 135-Grad-Winkel, ein "Always on"-Display liefert ständig Informationen.

Doch ein Smartphone kommt selten allein: Mit den LG Friends erhält das G5 zudem eine Reihe erstklassiger vernetzbarer Gadgets in einem neuen Produktkosmos aus dem Hause LG. Der BB8-artige LG Rolling Bot ist ein rollbares Heimüberwachungssystem: Diese kleine, mit einer Kamera versehene Kugel kann per Smartphone aus der Ferne durch die Wohnung gerollt werden und zeigt ihrem Inhaber stets an, was gerade im heimischen Wohnzimmer los ist. Die eigene VR-Brille LG 360 VR mit einem eigenen Bildschirm ausgestattet – das G5 dient lediglich als Signalgeber – und dem VR-Zuschauer das Gefühl geben, in etwa zwei Meter Abstand vor einem 130-Zoll Fernseher zu sitzen. Den passenden Content liefert der nächste Freund im Bunde, die LG 360 Cam.

Fazit: Das LG G5 ist das richtige Smartphone für Liebhaber von innovativen Features, die mit modularer Funktionsweise ihr Smartphone flexibel umrüsten wollen – Hingucker-Effekt garantiert. Obendrauf winken schickes Design und starke Kameraleistung.

Sony Xperia Z5 Premium: Für Menschen, die schöne Bilder mögen

Mit der Premium-Variante des Xperia Z5 – besonders schön im eleganten "James Bond"-Schwarz – verfeinerte Sony sein beliebtes Flaggschiff und setzte neue Schwerpunkte auf Bildsprache: Der riesige 5,5-Zoll-Bildschirm des Xperia Z5 Premium hat eine gigantische 4K-Auflösung bei einer sagenhaften Pixeldichte von 806 ppi. Auf diesem Display erfahrt ihr, was die nächste Generation der Bildschirmauflösung zu bieten hat – und schaut euch 4K-Videos in nativer Auflösung an. Ein weiteres optisches Highlight des Xperia Z5 Premium ist die Kamera: Mit einer Auflösung von 23 Megapixeln in Kombination mit automatischem Weißabgleich schießt sie bei allen Lichtverhältnissen hervorragende Bilder – auch bei Nacht, wenn der rasend schnelle Autofokus immer noch Höchstleistungen vollbringt. Als Kamera-Könner hat Sony dem Xperia Z5 einen zusätzlichen Auslöser-Knopf beschert, damit ihr ohne Umwege auf der Software-Oberfläche direkt in den Kamera-Modus wechseln könnt.

Neben den genannten optischen Features hat das Sony Xperia Z5 Premium auch weitere Highlights an Bord. So hört ihr dank anspruchsvollem Soundchip eure Musik in High-Resolution – also  genau so, wie sie klingen soll. Darüber hinaus wird der Lärm von Straße, Bus und Bahn mithilfe digitaler Geräuschminimierung ausgeblendet. Außerdem könnt ihr mit der hauseigenen App PS4 Remote Play mit dem Xperia Z5 auf eure Playstation-Konsole zugreifen.

Fazit: Das Sony Xperia Z5 Premium ist perfekt geeignet für passionierte Smartphone-Fotografen, die ihre hochauflösenden Schnappschüsse direkt auf dem entsprechend scharfen Display genießen wollen.

Huawei Mate 8: Für Liebhaber von großflächigen Kraftpaketen

Nach dem schicken Mate S verschaffte sich Huawei mit dem Mate 8 endgültig einen festen Platz auf dem Parkett der Edel-Smartphones – und das mit denkbar breiten Ellbogen: Denn mit einer Bildschirmgröße von 6 Zoll ist diese Edelflunder weitaus mehr als nur einen Schritt in die Kategorie der Phablets. Die riesige Bildfläche ist eingelassen in edel verarbeitetes Aluminium und bildet Inhalte bei Full-HD-Auflösung tadellos ab. Besonders hervorzuheben am Mate 8 ist zudem dessen Rechenpower, welches es Huaweis eigenem Kirin-Prozessor verdankt. Der Akku ist mit 4.000 Milliamperestunden mehr als nur üppig und schafft laut Huawei mehr als zwei Tage Laufzeit.

Doch auch Huawei wartet mit innovativen Features auf, um die Anwendung spielerischer zu gestalten – so etwa die vom Mate 8 bekannte "Knuckle Sense"-Technologie. Damit steuert ihr das Mate 8 in Windeseile mit euren Fingerknöcheln. Malt ihr ein "C" auf den Bildschirm, startet etwa die Kamera-App. Mit einem doppelten Klopfen erstellt ihr einen Screenshot. Auf dem rückseitigen Fingerabdrucksensor könnt ihr ohne Umwege Anrufe entgegennehmen oder ablehnen oder die Kamera auslösen. Tippt ihr zweimal schnell auf die Leise-Taste, fertigt ihr mit der Kamera einen blitzgeschwinden Schnappschuss an.

Fazit: Das Huawei Mate 8 ist das große High-End-Modell für diejenigen, die auf breite Bildflächen auch beim Smartphone nicht verzichten können, aber auch das gewisse Etwas an Rechenpower im Alltag brauchen. Obendrein winken tolle Bedienungsfeatures.

Nexus 6P: Für echte Google-Fans

Liebhaber von Googles Betriebssystem Android wissen: Wer immer auf dem aktuellen Stand bleiben möchte, der muss ein Nexus sein Eigen nennen – aktuell sollte die Wahl dann automatisch auf das Nexus 6P fallen. Denn diese Geräte erhalten traditionell als erste die neuesten Android-Versionen – und müssen sich auch technisch nicht vor der Konkurrenz verstecken. Anders als die meisten Android-Smartphones sind Nexus-Smartphone mit einem quasi puristischen Android-System versehen, genau so wie es die Google-Entwickler gebastelt haben. Das heißt, das Gerät ist mit keiner nervigen Bloatware oder anderen unerwünschten Anwendungen beladen, sondern bringt nur die gängigen Google-Anwendungen mit sich – von denen die meisten jederzeit gelöscht werden können. Der gleiche Minimalismus gilt für die Nutzeroberfläche, welche optisch unverändert im nativen Google-Look daher kommt. Wer sich also über die teils zu poppigen oder zu verspielten Benutzeroberflächen anderer Hersteller ärgert, erhält mit dem Nexus 6P das pure Android, von dem man bisher nur zu träumen wagte.

Das Nexus 6P ist erstmalig in Kooperation mit Huawei entstanden – zuvor hatten bereits Hersteller wie HTC, Samsung oder LG die Android-Originale entwickelt. Und Huawei hat ganze Arbeit geleistet: Der große 5,7-Zoll-Bildschirm des 6P ist gestochen scharf und hat eine bemerkenswerte Farbwiedergabe. Zudem ist es das erste Nexus-Gerät in Aluminium-Bauweise und fühlt sich damit besonders wertig an. Auch das Nexus 6P verfügt über ein daueraktives Benachrichtigungs-Feature, welches euch bei ausgeschaltetem Bildschirm auf dem Laufenden hält.

Fazit: Das Nexus 6P ist Android pur, bleibt immer auf dem aktuellen Stand der Dinge – und verschont euch von ungewünschter Bloatware. Zudem ist das Gerät ein eleganter Alleskönner mit allen erdenklichen Top-Features.

Honorable Mentions: Xiaomi, OnePlus & Co.

Das ist natürlich längst nicht alles: Wer sich in den oben vorgestellten Geräten nicht wiederfindet, sollte sich etwa mal das exotische Günstig-Flaggschiff Xiaomi Mi5 angucken. Dann wäre da noch das cloudbasierte Designer-Smartphone Nextbit Robin, das ambitioniert leistungsstarke OnePlus Two – oder der Neuankömmling im High-End-Segment namens Gigaset ME.

Am Ende sollte das Bauchgefühl entscheiden

Dieser Text sollte etwas Licht ins Dunkel gebracht haben – eine endgültige Entscheidung muss allerdings jeder für sich selber treffen. Bevor man sich jedoch endgültig für ein teures Smartphone entscheidet, rate ich jedem: Schaut euch das Gerät erst einmal bei euren Freunden an, oder geht in den nächstgelegenen Fachhandel, um zwei oder drei Flaggschiffe in die Hand zu nehmen. Denn am Ende sollte euer Bauchgefühl darüber entscheiden, mit welchem Smartphone ihr euch am wohlsten fühlt.

Aufmacherbild: (© 2016 )

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