Gigaset ME Pro: Das Android-Smartphone für euch im Test

Gigaset ME Pro

Gigaset? Machen die nicht Festnetztelefone? Mit dem Gigaset ME Pro geht nun auch ein Smartphone ins Rennen. Wir haben das Gerät genau unter die Lupe genommen und verraten euch, ob sich der Kauf lohnen könnte.

Design und Bedienelemente

Designtechnisch orientiert sich das Gigaset ME Pro an dem bekannten Aussehen der Festnetztelefone: Das Android-Smartphone ist schlanke 7,7 Milimeter "dick" und überzeugt mit einer schlichten Optik. Rund um das Handy spannt sich ein Metallrahmen, der es äußerst edel erscheinen lässt. Überzogen ist der Bildschirm mit Gorilla-Glas, was das Smartphone effektiv gegen Kratzer und andere Schäden schützt. Auch die Rückseite des Geräts ist mit einer Glasschicht überzogen, was schick aussieht, leider aber auch Fingerabdrücke nahezu magisch anzieht.

Die Seitenansicht des Gigaset ME Pro.
Die Seitenansicht des Gigaset ME Pro. (© 2016 )

An der rechten Seite des Geräts befinden sich wie gewohnt der Power-Knopf. Die Lautstärkeregelung dagegen ist auf der linken Seite angebracht. Kopfhörer könnt ihr über die 3,5mm-Klinke an der oberen Geräteseite anschließen. Das Gigaset ME Pro bietet euch ebenfalls einen Dual-Slot: Dabei habt ihr die Wahl, ob ihr entweder eine zweite SIM-Karte einlegt oder alternativ eine Micro-SD-Karte nutzt, um den internen Speicher aufzurüsten.

Speicherkapazität: Das dürfte langen

Das Gigaset ME Pro unterstützt Speicherkarten von Kapazitäten bis zu 128 Gigabyte – das sollte dann auch für Fotografie-begeisterte Nutzer oder Musikfans ausreichend Speicherplatz sein. An der unteren Geräteseite befindet sich ein USB-C-Anschluss, mit dem ihr das Smartphone wieder aufladen könnt. Induktives Laden ohne Kabel ist allerdings nicht möglich.

Das 5,5-Zoll-Display verfügt dabei über eine Full-HD-Auflösung von 1.920x1.080 Pixeln. Das ist absolut ausreichend, um Multimediainhalte scharf darzustellen.  Angetrieben wird das Telefon dabei von einer Octacore-CPU, deren Kerne mit jeweils 1,8 Gigahertz getaktet sind. Unterstützung bekommt sie dabei von drei Gigabyte Arbeitsspeicher, was für eine ruckelfreies System sorgt. Auch bei Apps und Spielen zeigte sich im Test keinerlei Grund zur Beanstandung. Ohne Murren liefen auch grafisch anspruchsvolle Spiele auf höchstem Detailgrad. Als Festspeicher sind 32 Gigabyte verbaut, von denen das installierte Androidsystem jedoch bereits knapp 10 Gigabyte verbraucht. Durch die Upgrademöglichkeit per Micro-SD ist dies allerdings durchaus verschmerzbar.

An der Unterseite befinden sich auch die Lautsprecher.
An der Unterseite befinden sich auch die Lautsprecher. (© 2016 )

Eine Kamera für Selfie-Freunde

Auch Freunde von Fotos werden mit dem Sienems Gigaset ME Pro mehr als zufrieden sein. Im Gerät verbaut sind zum einen eine starke 20-Megapixel-Hauptkamera sowie eine Frontknipse, die mit starken acht Megapixeln auflöst. Im Vergleich zu anderen Modellen bekommen hier Selfie-Freunde wesentlich mehr geboten.  Die Fotos überzeugen bei Tageslicht mit vielen Details und einer akkuraten Farbwiedergabe. Zudem gibt es einen optischen Bildstabilisator obendrauf: So lauft ihr nicht mehr Gefahr, eure fotografischen Meisterwerke zu verwackeln.

Die Rückansicht des Gigaset ME Pro.
Die Rückansicht des Gigaset ME Pro. (© 2016 )

Bei Nachtaufnahmen macht die Hauptkamera ebenfalls eine gute Figur. Wenn es dann wirklich dunkel ist, bleibt natürlich ein gewisses Bildrauschen nicht aus, was aber ein allgemeines Problem von Smartphones ist. Als Unterstützung gibt es einen Zwei-Farben-Blitz, der bei Aufnahmen im Dunkeln für natürlichere Farben sorgt. Falls ihr noch keine vertieften Kenntnisse in Sachen Fotografie habt, ist das nicht weiter schlimm: Die Kamera-App bietet eine Fülle an Automatik-Modi, um das Beste aus dem jeweiligen Motiv herauszuholen.

Wer gerne etwas mehr Kontrolle über seine Fotos hat, findet in der App natürlich ebenso Möglichkeiten, selbst Hand anzulegen. So lassen sich dann Optionen wie etwa Blende oder Verschlusszeit oder der ISO-Wert anpassen.

Konnektivität und Extras

Verbindungstechnisch gibts am Gigaset ME Pro ebenfall nichts auszusetzen. Sämtliche Verbindungsstandards von Edge über UMTS und LTE werden natürlich unterstützt; Bluetooth ist ebenso mit an Bord. Lediglich ein NearFieldCommunication-Modul fehlt. Das  Gigaset ME Pro bietet zudem noch einen Infrarotsensor – was heutzutage längst nicht bei allen Smartphones gegeben ist. Mit diesem könnt ihr euer Smartphone per App ganz einfach zur Universal-Fernbedienung machen und bequem Fernseher und Co. damit steuern.

Das Gigaset ME Pro bietet auch etliche Extras, die vor allem für Sportler interessant sein dürften. Zum einen gibt es neben dem standardmäßigen Schrittzähler einen integrierten Pulsmesser. Hierzu müsst ihr nur einen Finger auflegen, und das Handy ermittelt danach eure Pulsfrequenz. Ein weiteres Plus: Das Smartphone kann die aktuelle UV-Strahlung messen und gibt euch dann Bescheid, ob beispielsweise Sonnencreme erforderlich ist. Dies ist gerade bei Urlaubsreisen durchaus hilfreich.

In Sachen Sicherheit gilt es, noch den Fingerabdrucksensor zu erwähnen, der sich bei dem ME Pro auf der Rückseite befindet. Diesen könnt ihr beispielsweise nutzen, um den Startbildschirm zu entsperren.

Starter Akku im Gepäck

Der integrierte Aku ist mit einer Kapazität von 4.000 mAh ausgestattet, was weit über der Batterie-Kapazität der meisten Spitzensmartphones liegt. Der Akku des Samsung Galaxy S6 beispielsweise liegt bei gerade mal 2.550 mAh, und auch die Batterie des Nachfolgers Samsung Galaxy S7 liegt bei 3.000 mAh. Mit dieser Power ist deutlich mehr drin als ein voller Arbeitstag, nach dem viele Modelle bereits schlapp machen. Wenn ihr etwas sparsam in der Nutzung des Android-Smartphones umgeht, könnten auch durchaus zwei volle Arbeitstage drin sein. Allerdings ist der Akku, wie bei den meisten anderen Geräten auch, fest verbaut und lässt sich somit nicht austauschen. Das ME Pro verfügt über einen Schnellademodus, mit dem ihr das Gerät dank des mitgelieferten Quick-Charge-Netzteils innerhalb kurzer Zeit wieder auf Touren bringt. Damit soll innerhalb von zehn Minuten das Smartphone wieder bei 16 Prozent sein. Diese Ladung wiederum reicht für satte drei Stunden Gesprächszeit aus.

Nachholbedarf bei der Systemsoftware

Auch wenn die verbaute Hardware mehr als solide ist, wäre in Sachen Systemsoftware mehr drin gewesen. Im Gigaset ME Pro ist Android 5.0 Lollipop installiert, über welches eine eigene Benutzeroberfläche gelegt wurde. Dabei handelt es sich allerdings eher um kleine Zusatzprogramme, wie etwa eine App, um das Smartphone als Fernbedienung zu nutzen.

Ein Update auf das aktuelle Android 6.0 Marshmallow soll allerdings schon geplant sein. Wann dieses jedoch genau ausgerollt wird, wurde noch nicht bekannt gegeben.

Gigaset ME Pro
Auf dem Gigaset ME Pro ist Android Lollipop 5.0 installiert. (© 2016 )

Fazit: Oberklasse mit Spitzenakku

Das Gigaset ME Pro ist ein starkes Stück Smartphone. Das Design ist ansprechend, die verwendeten Materialien wirken äußerst wertig, auch die verbaute Hardware weiß zu überzeugen: Ein starkes Display in Zusammenarbeit mit dem Achtkern-Prozessor machen das ME Pro zu einem Gerät, das der Oberklasse der Android-Smartphones zuzurechnen ist.

Positiv fallen auch die praktischen Features ins Gewicht: Sportlich aktive Nutzer wissen vermutlich Extras wie den Pulsmesser zu schätzen, Fotografie-Freunde erfreuen sich an der starken Kamera und dem schnellen Autofokus, den der Hersteller sogar als "SLR-Qualität" bezeichnet. Der großzügig bemessene Akku hebt das Handy von dem Großteil der Konkurrenz ab. Wenige Handys können heutzutage eine Batterie vorweisen, mit der ihr knapp zwei Tage ohne Steckdose auskommt. Bei all den positiven Aspekten wäre es auch schön gewesen, wenn das aktuelle Android Marshmallow 6.0 bereits ab Werk installiert wäre. Immerhin hat Gigaset zugesagt, dass ein Update dafür auf jeden Fall erfolgen wird.

Doch lieber eine Alternative?

Wer auf der Suche nach einem High-End-Smartphone mit einer Größe von etwa fünf Zoll ist, hat gleich mehrere Modelle zur Auswahl. An erster Stelle gibt es natürlich die üblichen Flagschiff-Verdächtigen wie etwa das Samsung Galaxy S6, das über einen 5,1-Zoll-Gehäuse mit einer 2K-Auflösung von 1.440x2.560 Pixeln verfügt. Ab Anfang März ist dann auch der Nachfolger Samsung Galaxy S7 verfügbar, der allein von der angekündigten Hardware und smarten Features wie dem "Always-On"-Display für äußerst positive Ersteindrücke sorgte.

Auch Apple bietet interessante Alternativen: Das iPhone 6s Plus ist ebenfalls 5,5 Zoll groß und bietet eine Full-HD-Auflösung. Dabei ist es mit 7,3 Millimetern nochmal etwas dünner als das Gigaset ME Pro. Auch die sonstige Ausstattung, wie etwa die verbaute detailstarke Hardware, weiß zu überzeugen.

Wer sein Handy hauptsächlich für Business-Aufgaben nutzt, dem sei das BlackBerry Priv ans Herz gelegt. Das 5,4-Zoll große Android-Smartphone verfügt nicht nur über eine starke Kamera mit Carl-Zeiss-Objektiv, sondern bietet mit seiner physischen Tastatur Vieltippern eine angenehme Abwechslung zur Touchscreen-Tastatur. Diese lässt sich bei Bedarf einfach herausziehen und verschwindet anschließend wieder unter dem Bildschirm. Trotz der Extra-Tastatur ist das Smartphone gerade mal 9,4 Millimeter "dick."

Falls  euch das Gigaset ME Pro zwar zu groß ist, aber das Design und die Hardware überzeugt haben, lohnt sich auch ein Blick auf die kleineren Brüder des ME Pro: Das  Gigaset ME und das Gigaset ME Pure haben lediglich ein 5-Zoll-Gehäuse, bieten aber dennoch starke Hardware.

Aufmacherbild: (© 2016 )

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