Das Muskelstimulationsgerät Fit 5.0 von Compex im Test

Carola Compex Muskelstimulationsgerät Fit 5.0

Gemütlich auf der Couch sitzen und sich trotzdem ein Sixpack antrainieren? Das Muskelstimulationsgerät Fit 5.0 von Compex soll es möglich machen – und nicht nur das.

Die Muskeln stärken, den Körper formen und beim Entspannen helfen – all das soll der Fit 5.0 können, sagt Hersteller Compex. Ganz ohne Kabel, denn das Gerät arbeitet im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder Fit 3.0 wireless. Das ist praktisch, weil man sich auf diese Weise auch mit angelegten Sensoren bewegen kann, ohne sich selbige gleich wieder herunter zu reißen oder sich in einem Kabelgewirr zu verheddern.

Tendenziell sitzt man bei der Anwendung des Geräts zur elektronischen Muskelstimulation (EMS) allerdings eher still – und genießt die Behandlung mal mehr mal weniger, denn die Stimuli können je nach Programm und gewählter Intensitätsstufe ganz schön kräftig werden.

Was ist EMS?

Bei der elektronischen Muskelstimulation werden Elektroden auf den Körper gesetzt, die die Nervenfasern mittels elektronischer Impulse stimulieren. EMS reproduziert dabei das Signal, das das Gehirn über das Rückenmark an den sensorischen Nerv und dieser wiederum an die Muskelfasern sendet, wenn eine Bewegung ausgeführt werden soll. Ein Muskelstimulationsgerät wie das von Compex ruft also eine Muskeltätigkeit beziehungsweise -kontraktion hervor und kann die Muskulatur so "trainieren". Die Impulse können aber auch die sensorischen Nervenfasern anregen und schmerzlindernd wirken.

Erste Schritte

Entsprechend hat das Fit 5.0 Programme für die Fitness (Muskeltraining, Sixpack, Schultern stärken, Gesäß formen), für die Schmerzbehandlung (Akuter Schmerz, Rückenschmerz) sowie zur Erholung und Rehabilitation (Trainingserholung, Regenerationsmassage, Anti-Muskelkater, Lymphdrainage). Insgesamt 30 Programme sind über das Farbdisplay abrufbar.

Zunächst einmal muss man jedoch die vier mitgelieferten Elektroden und die Fernbedienung aufladen. Das geschieht mittels mitgelieferter Station und dauert beim ersten Mal ein paar Stunden. Setzt man Elektroden und Fernbedienung, wie vom Hersteller empfohlen, nach jeder Anwendung wieder in die Station, dauert das Wiederauffüllen der Akkus dann aber deutlich kürzer.

Sind die Akkus voll, wählt man die gewünschte Sprache aus und koppelt Fernbedienung und Elektroden. Zwar führen einen auch die Anweisungen auf dem Bediendisplay durch die einzelnen Schritte, da die Tasten auf dem Korpus nicht beschriftet sind brauchte ich trotzdem die Bedienungsanleitung. Das Koppeln und Einrichten selbst klappte aber auf Anhieb. Wer möchte, kann sich außerdem auf dem Portal compexwireless kostenlos registrieren und dort Trainingspläne anlegen oder grafische Statistiken abrufen.

Anwendung

Zunächst wählt man eine Kategorie aus. Meine Standards waren Trainingserholung und Sixpacktraining. Bei der Trainingserholung kann anschließend gewählt werden, welcher Bereich "bearbeitet" werden soll, möglich sind Nacken, Schulter, Arme, Rücken, Bauch und Beine, wobei grafisch stets gut verständlich angezeigt wird, wo die Elektroden für das jeweilige Programm platziert werden sollen. Zwei "Doppel-Elektroden" mit zwei über Kabel verbundenen Modulen sind im Lieferumfang enthalten, man kann sich aber auch welche nachkaufen, da für einige Programme (z. B. Bauchmuskeln) mehr als vier Ansatzpunkte empfohlen werden.

Auswahl des Programms
Compex Muskelstimulationsgerät Fit 5.0 (© 2016 )

Auch die Dauer des jeweiligen Programms wird gleich unter der Grafik angezeigt. Meist sind das um die 20-25 Minuten.

Hat man seine Wahl getroffen, schnappt man sich die entsprechenden Klebepads, die ebenfalls mitgeliefert werden. Sie sind sehr weich und flexibel und lassen sich schmerzfrei wieder abziehen. Hat man diese an den vorgegebenen Körperstellen platziert, schiebt man die Elektroden über die Druckknopf-artigen Nippel auf den Pads, um den Kontakt herzustellen und drückt auf "weiter", das ist die rechte Taste auf dem Navigationskreisel unten auf der Fernbedienung.

Nun wird man dazu aufgefordert die Module/Elektroden einzuschalten. Dass sie erkannt wurden sieht man daran, dass der Lichtbalken in einer der vier Tasten unter dem Display grün leuchtet, auch der Batteriestand des Moduls wird angezeigt.

Compex Muskelstimulationsgerät Fit 5.0
Compex Muskelstimulationsgerät Fit 5.0 (© 2016 )

Sind die Module gefunden, gibt es einen "Probelauf", in dem per sogenanntem MI-scan (wenn man diese Funktion aktiviert) die Simulatoreinstellungen je nach Anwender-Physiologie an die Empfindlichkeit des jeweiligen Bereichs angepasst werden.

Training und Wirkung

Danach wird "losgeschüttelt", wobei man die Intensität manuell regulieren kann – sogar für beide Module unabhängig. Anfangs fühlt sich das Zucken an als hätte man in einen Weidezaun gegriffen. Irgendwie unangenehm, aber irgendwie auch schön . Der Eindruck kippt immer mehr Richtung schön je länger ich das Gerät in Gebrauch habe. Besonders die Regenerationsmassagen mit ihren gleichmäßigen Stimuli haben es mir angetan und ich habe danach tatsächlich das Gefühl meine Beine sind ausgeruhter als sie ohne EMS wären.

Compex Muskelstimulationsgerät Fit 5.0
Compex Muskelstimulationsgerät Fit 5.0 (© 2016 )

An das Bauchmuskeltraining musste ich mich dagegen erst gewöhnen, hier wechselt das gemütliche Zucken nämlich mit um die 60 bis 70 Intervallen an Trommelwirbel-Vibration ab, die den Bauch ganz schön durchschütteln. Aber was tut man nicht alles für einen Waschbrettbauch. Bis ich den habe, wird es aber wohl noch ein Weilchen dauern. Bis jetzt sieht man jedenfalls noch nichts. Um das eine oder andere Sit-up werde ich also wohl trotz Stimulator nicht herumkommen.

Fazit: Hoher Wohlfühlfaktor

Dass EMS positive Effekte auf die Muskulatur hat, ist wissenschaftlich erwiesen. Nach unserem relativ kurzen Testzeitraum lässt sich allerdings schwer sagen, wie wirksam das Fit 5.0 objektiv betrachtet ist. Subjektiv empfand ich insbesondere die Massagen als angenehm und effektiv. Der Fit 5.0 ist ein gut zu handhabendes Gerät, das man auch gut auf Reisen mitnehmen kann. Der Preis von über 600 Euro ist ziemlich hoch. Der Wohlfühlfaktor aber auch.

Aufmacherbild: (© 2016 )

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