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Die Zukunft spricht IP

11. März 2016

Bis zum Jahr 2018 soll in Deutschland das ISDN-Netz abgeschaltet werden. Viele Unternehmen müssen bis dahin ihre Telefontechnik umstellen. Wer jetzt clever plant, kann nicht nur schnell von neuen Services profitieren, sondern auch die Betriebskosten senken.

Die Zukunft spricht IP

ISDN ist eigentlich eine deutsche Erfolgsgeschichte. Mittlerweile ist es aber vor allem Geschichte. Was in den 70er- und 80er-Jahren von Unternehmen wie Siemens federführend entwickelt wurde, hat seine beste Zeit hinter sich. ISDN – das Integrated Services Digital Network – galt damals als wichtiger Modernisierungsschritt für die Telekommunikationsnetze.



Doch mittlerweile ist die Entwicklung über diese Technik hinweggegangen. Das Internet und sein universell einsetzbares „Internet-Protokoll“ (IP) sind nahezu allgegenwärtig. Sie ermöglichen nicht nur die Vernetzung von Computern, Tablets, Smartphones und jeder Menge anderer elektronischer Geräte für den Datenaustausch. Längst läuft auch der größte Teil der Sprachverbindungen auf IP-Basis: Die großen und leistungsstarken Backbones, Mobilfunknetze und viele Endkundenanschlüsse übertragen ihre Telefonate per Internet-Protokoll.

Bis 2018 soll der allergrößte Teil des öffentlichen Telefonnetzes in Deutschland komplett auf IP umgestellt werden. Nicht nur die ISDN-Vermittlungssysteme, sondern auch die noch in Betrieb befindlichen ISDN-Anschlüsse werden dann abgeschaltet. Der wichtigste Grund dafür: Die ISDN-Technik wird nicht mehr weiterentwickelt. Viele Hersteller von ISDN-Hardware – inklusive Vermittlungstechnik – haben angekündigt, ihren Support einzustellen.

An die Stelle von ISDN tritt die IP-Technologie. Sämtliche Dienste wie Festnetztelefonie, Datenkommunikation, Videokonferenzen und Mobilfunk laufen dann über das sogenannte Next-Generation-Network, das auf dem Internet-Protokoll basiert. Dabei steht „All-IP“ für „ein Netz für alles“ und läutet ein neues Telekommunikationszeitalter ein: Es ermöglicht die universelle Vernetzung von Telefonie- und Informationstechnik.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur gibt es hierzulande noch 7,64 Millionen ISDN-Anschlüsse und 11,94 Millionen analoge Telefonanschlüsse, die mittelbar ebenfalls von der Modernisierung der Vermittlungstechnik betroffen sind. Laut der Studie „Business Insights 2015“ von „mm customer strategy“ nutzen aktuell 74 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland noch ISDN-Telefonanlagen und Analogtechnik für ihre Festnetztelefonate. Nur ein Teil der installierten Telefonanlagen ist auch IP-fähig und somit für die Umstellung gerüstet. Insgesamt müssen nahezu vier Millionen Geschäftskundenanschlüsse auf IP umgestellt werden. Wer immer noch eine ISDN-Telefonanlage betreibt und einen ISDN-Anschluss bei einem Telekommunikationsanbieter hat, sollte sich umgehend mit der Umstellung auf IP befassen.

Flugzeug der Sunexpress Airline im Flug

Top-Sprachqualität

Vor Qualitätsverlusten braucht sich dabei niemand zu fürchten. IP-Telefonie darf nicht verwechselt werden mit dem, was landläufig auch als Internet-Telefonie bezeichnet wird. Viele Anwender denken dabei an Telefongespräche, die sie über ihre Chat-Software führen können – oft mit mäßiger bis schlechter Tonqualität, da die Gespräche häufig stark komprimiert werden, um Kosten und Bandbreitenbedarf zu sparen. Bei diesen Lösungen läuft die Kommunikation zudem über das allgemeine Internet.

Anders läuft es im professionellen Bereich: Bei der Umstellung des öffentlichen Telefonnetzes auf IP kommt zwar eine ähnliche Lösung zum Einsatz. Dort werden die übertragenen Telefongespräche aber über die eigenen Netze der Carrier geleitet, die sie vollständig überwachen und in denen sie immer ausreichend Bandbreite für gute Tonqualität und Verständlichkeit bereitstellen können. Einbußen bei der Sprachqualität sind deshalb nicht zu befürchten. Auch dank des vordefinierten Sprachstandards HD Voice (High Definition) erreicht die IP-Telefonie eine mit ISDN vergleichbar hohe Sprachqualität.

Vorteile der IP-basierten Kommunikation für Unternehmen

Die IP-basierte Telefonie eröffnet neue Möglichkeiten für den Arbeitsalltag: E-Mail, Telefon, Fax, Instant-Messaging, Videokonferenzen und Web-Collaboration rücken zusammen und werden innerhalb eines IP-Netzwerks über alle Geräte leicht und ohne Medienbrüche verfügbar – ob fester Arbeitsplatz oder mobiles Smartphone. IP vereinfacht Kommunikation und standortübergreifende Zusammenarbeit. Zudem verschaffen All-IP-Anschlüsse Unternehmen Kostenvorteile in Betrieb und Service der kompletten Leistung. Denn dadurch, dass Telefongespräche im Unternehmen über dasselbe Netzwerk geführt werden, das PCs und Server miteinander verbindet, ist ein zusätzliches Telefonnetz nicht mehr erforderlich. Das entlastet die Administration und senkt die Kosten.

Die Zukunft spricht IP

Vorteile für die Mitarbeiter

Auch aus Anwendersicht ist IP-Telefonie äußerst attraktiv. Eine Vielzahl neuer Funktionen erleichtert die tägliche Arbeit: per Mausklick Anrufe über den PC tätigen, Rufumleitungen auf Mobiltelefone, Sprachboxeinstellungen, Faxzustellungen per E-Mail und vieles mehr werden ohne großen Aufwand möglich. Wechselt ein Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz, zieht sein Telefon mit allen Einstellungen und Funktionen automatisch um – einloggen genügt. Ob im Home-Office oder auf Auslandsreise, auf gewohnte Telefon-Features muss er nicht mehr verzichten. Die Zeiten, in denen ein Telefon an das Ende einer Leitung gebunden ist, sind vorbei. IP entfesselt damit den Mitarbeiter, sein Telefon begleitet ihn zu jeder Zeit an jeden Ort.

Neuen Anforderungen begegnen

Laut einer Studie des Analyse- und Beratungsunternehmens Pierre Audoin Consultants (PAC) haben 85 Prozent der Unternehmen eine Neugestaltung und Modernisierung ihrer ITK-Arbeitsplätze auf der Agenda. Der Report zieht das Fazit: „60 bis 70 Prozent der deutschen Unternehmen sind mit ihren Telefonielösungen hinsichtlich Integration, Mobilität und Flexibilität eher unzufrieden.“ Dabei spielen mobiles Arbeiten und Home-Office-Modelle eine immer stärkere Rolle. Teamarbeit wird virtuell und erfolgt oft über große Distanzen. Mit IP-Technologie kann die IT diese Herausforderungen lösen.

Beim Umstieg zu beachten

Der Aufbruch in die Zukunft der Telefonie ist jedoch nicht ganz kostenlos: Im Zuge der Modernisierung gilt es, den aktuellen Festnetzanschluss sowie bestehende Telefonanlage und Telefone daraufhin zu überprüfen, wie mögliche Migrationsszenarien aussehen können. Optionen sind beispielsweise die Beibehaltung der aktuellen Telefonanlage, der Wechsel auf eine IP-fähige Telefonanlage oder die Auslagerung der Telefonanlage.

Bei speziellen Anwendungen, die noch über ISDN eingebunden sind, müssen zudem besondere Anforderungen beachtet werden. Dies betrifft zum Beispiel Faxlösungen, EC-Bezahlterminals, Alarmanlagen und Notrufsysteme. Auch hierfür gibt es in allen Bereichen Lösungen, doch kann der Technologiewechsel ein guter Anlass sein, das bisher eingesetzte System zu überdenken und durch ein besser passendes oder zukunftsfähigeres zu ersetzen. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, sich jetzt schon mit dem Thema zu beschäftigen und umfassend zu informieren. Denn noch bleibt genug Zeit, um auch Unvorhergesehenes abzufangen, Stolpersteine aus dem Weg zu räumen und die beste Lösung zu finden.

Die Umstellung von ISDN auf IP bietet außerdem die Möglichkeit, einen Vertragswechsel vorzunehmen und zu einem anderen Carrier oder Provider zu wechseln. Die Angebote auf dem Markt variieren und auch preislich gibt es große Unterschiede. Vergleichen lohnt sich.

Fazit

Dem Umstieg auf IP-Telefonie steht auch im Unternehmensbereich kein grundsätzliches Hindernis im Weg. Viele gute Argumente wie eine Senkung der Betriebskosten, einfachere Kommunikationswege und weniger Administration sprechen vielmehr dafür, sich bald damit auseinanderzusetzen und die Umstellung zügig einzuleiten. Damit die Telefone auch in Zukunft klingeln.

Vorteile der Telefonie über IP-Technologie

  • Reduktion der Komplexität der technischen Infrastruktur
  • Nachhaltige Senkung der Betriebskosten
  • erleichterter Aufbau einheitlicher Kommunikationssysteme schafft die Grundlagen für fortschrittliche Formen der Zusammenarbeit
  • Zusätzliche Services einfach verfügbar, beispielsweise Videokonferenzen
  • Verbesserte Mobilität der Beschäftigten durch neue Möglichkeiten, standortübergreifend und geräteunabhängig zu kommunizieren
  • Einfachere Einbindung von Home-Offices
  • Hohe Skalierbarkeit durch unkompliziertes Zu- und Abbuchen von Nebenstellen

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