ChatGPT-Werbung: Anzeigen starten in Europa
25.08.2026
Das Wichtigste auf einen Blick
- ChatGPT zeigt seit dem 24.08.2026 in einigen europäischen Ländern Werbung an.
- Betroffen sind Free-Accounts und der Go-Tarif, während Plus und Pro werbefrei bleiben.
- Die Anzeigen orientieren sich standardmäßig am Inhalt des aktuellen Chats.
Werbung erreicht die europäische Version von ChatGPT
ChatGPT ist ein KI-Chatbot des US-Unternehmens OpenAI. Nutzer:innen können sich mit der Anwendung unterhalten, Texte verfassen, Bilder erstellen, umfangreiche Recherchen durchführen lassen sowie Fragen stellen und beantworten lassen. Die Basisversion lässt sich kostenlos verwenden, daneben bietet OpenAI verschiedene kostenpflichtige Abonnements an.
Der Betrieb der KI verursacht allerdings hohe Kosten, insbesondere für Rechenzentren, leistungsfähige Chips und die Entwicklung neuer KI-Modelle. Trotz steigender Umsätze arbeitet OpenAI Medienberichten zufolge bislang nicht profitabel. Werbung soll deshalb zu einer zusätzlichen Einnahmequelle werden und dabei helfen, den kostenlosen Zugang zu ChatGPT zu finanzieren.
In den USA zeigt OpenAI bereits seit einiger Zeit Anzeigen innerhalb von ChatGPT an. Seit dem 24. August 2026 wird das Werbemodell nun auch in 31 europäischen Ländern eingeführt. Die Erweiterung umfasst alle 27 Mitgliedstaaten der EU sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Die Ausspielung erfolgt schrittweise, sodass die Anzeigen noch nicht zwangsläufig bei allen Nutzern:innen zu sehen sind.
Wie funktioniert Werbung bei ChatGPT?
Von den Werbeanzeigen sind Nutzer:innen mit einem kostenlosen ChatGPT-Account sowie Abonnent:innen des günstigen Go-Tarifs betroffen. Wer einen höherwertigen Tarif wie Plus oder Pro verwendet, bekommt weiterhin keine Werbung angezeigt.
Die Anzeigen erscheinen unterhalb der eigentlichen Antwort von ChatGPT. Dabei werden sie durch eine Linie klar vom KI-generierten Inhalt getrennt und als Werbung gekennzeichnet. So soll auf den ersten Blick erkennbar bleiben, welcher Teil der Darstellung von ChatGPT stammt und welcher von einem Werbepartner bezahlt wurde.
OpenAI schränkt die Ausspielung zudem in bestimmten Bereichen ein. Bei Unterhaltungen über politische Themen soll keine Werbung eingeblendet werden. Politische Anzeigen sind ebenfalls ausgeschlossen. Auch Konten von Kindern und Jugendlichen bleiben werbefrei. Dazu greift OpenAI unter anderem auf die im Account hinterlegte Altersangabe und bestehende Systeme zur Alterseinschätzung zurück.
Welche Werbung wird in ChatGPT angezeigt?
Standardmäßig orientieren sich die Anzeigen am Inhalt des aktuellen Chats. Wer ChatGPT beispielsweise nach Empfehlungen für eine Reise, ein technisches Gerät oder eine bestimmte Software fragt, könnte anschließend Werbung aus einem passenden Themenbereich sehen. Es handelt sich damit zunächst um kontextbezogene Werbung.
Frühere Unterhaltungen werden nicht automatisch für eine chatübergreifende Personalisierung von Anzeigen verwendet. Wer stärker personalisierte Werbung erhalten möchte, kann dies in den Datenschutz- beziehungsweise Werbeeinstellungen aktivieren. Erst nach dieser Zustimmung darf ChatGPT auch Informationen aus vorherigen Chats berücksichtigen, um Anzeigen auf längerfristige Interessen abzustimmen.
Die entsprechende Einstellung lässt sich später wieder ändern. Dadurch können Nutzer:innen selbst entscheiden, ob sich Werbung ausschließlich auf die aktuelle Unterhaltung beziehen oder zusätzlich anhand vergangener Chats personalisiert werden darf.
Werbung bei ChatGPT umgehen
Eine Option, sämtliche Werbung in den regulären Free- und Go-Accounts abzuschalten, ist nicht vorgesehen. Einzelne Anzeigen kannst du jedoch ausblenden oder melden. Öffne dazu das Drei-Punkte-Menü der jeweiligen Anzeige und wähle die entsprechende Option aus. So kannst du zum Beispiel angeben, dass eine Anzeige für dich nicht relevant ist oder dass du sie nicht mehr sehen möchtest.
Wer ChatGPT ohne Werbung und gleichzeitig mit dem üblichen Funktionsumfang verwenden möchte, benötigt ein kostenpflichtiges Abonnement oberhalb der Go-Stufe. Dazu gehören beispielsweise ChatGPT Plus und Pro.
Zusätzlich bietet OpenAI eine werbefreie Variante des kostenlosen Zugangs an. Dafür musst du allerdings stärkere Einschränkungen in Kauf nehmen als beim regulären Free-Konto. Dazu gehören niedrigere Nachrichtenlimits sowie kein Zugriff auf bestimmte Funktionen wie die Bildgenerierung oder Deep Research. Du kannst ChatGPT damit weiterhin kostenlos und ohne Werbung nutzen, hast aber weniger Nutzungsmöglichkeiten als mit dem regulären Free-Angebot.
Fazit
Mit der Einführung von Werbung in ausgewählten europäischen Ländern erschließt OpenAI eine weitere Einnahmequelle. Betroffen sind Free- und Go-Accounts, während höherwertige Abonnements werbefrei bleiben. Die Anzeigen werden klar von den Antworten getrennt und standardmäßig passend zum aktuellen Chat ausgewählt.
FAQ
Eine thematisch passende Anzeige bedeutet nicht automatisch, dass das werbende Unternehmen Zugriff auf die Unterhaltung erhält. Die Auswahl der Werbung erfolgt innerhalb von ChatGPT. Wer eine Anzeige anklickt und die externe Website öffnet, unterliegt dort allerdings den jeweiligen Datenschutz- und Cookie-Regelungen.
Die bezahlten Anzeigen sind kein Bestandteil der eigentlichen ChatGPT-Antwort. Sie werden erst darunter eingeblendet und entsprechend gekennzeichnet. Dennoch sollten Nutzer:innen bei Produktempfehlungen darauf achten, klar zwischen der KI-generierten Antwort und bezahlten Platzierungen zu unterscheiden.