Essen teilen ist gesund – auch in sozialen Netzwerken

lecker Essen

Wir tun es alle gern, auch wenn wir es nicht zugeben: Wir fotografieren manchmal unser Essen. Und das ist gut so, weil es dadurch – egal was es ist – noch gesünder wird!

Es ist wie ein Reflex: Wir fotografieren und teilen unser Essen in sozialen Netzwerken, wenn wir besonders stolz sind auf das Ergebnis stundenlanger Arbeit in der Küche – das eigentlich auch zu schön zum Aufessen ist. Damit wollen wir unserer kreativen Experimentierfreude am Herd Ausdruck verleihen, unsere Freunde ein kleines bisschen neidisch machen und zeigen, wie gut es uns geht. Wir sind Genießer und Generation Fit zugleich! Hier kommt die Absolution zum sogenannten Food-Porn: Essen fotografieren ist gesund, selbst wenn es ein Burger oder eine Sahnetorte ist. Das zumindest belegt eine neue Studie.

Entspannt euch, Essen ist fertig

Grund dafür ist die Zeit, die ihr euch für das Fotografieren nehmt: Hier werden noch ein paar exotische Kräuter drapiert, dort noch etwas Preiselbeersauce geträufelt, am Ende der ganze Teller gedreht und gewendet, bis alles perfekt ist für Foto und Tweet.  Wenn ihr Glück habt, ist euer Gaumenschmaus bis zum Verzehr noch nicht erkaltet, aber ihr seid total glücklich, entspannt und voller Vorfreude. Dieser Augenblick reicht aus, damit der Körper sich entspannen kann. "Wenn Verbraucher ihr Essen fotografieren, führt das zu einer kurzzeitigen Verzehrpause, was sich positiv auf die Geschmackswahrnehmung von Genussnahrungsmitteln auswirkt." vermerkt die Studie, die kürzlich im Journal of Consumer Marketing erschienen ist.

Leckere Fotos werten Gesundes aus

Ziel der Untersuchung war es, herauszufinden, inwieweit Verbraucherfotos die Kaufentscheidungen im Food-Bereich beeinflussen. So kam die Food-Studie weiterhin zu dem Ergebnis, dass vor allem gesunde Gerichte von tollen Bildern profitieren können: Verrufenes Öko-Food etwa, das allgemein weniger lecker als ein ungesundes Lieblingsgericht gehandelt wird, kann optimal fotografiert die Wahrnehmung umkehren. Das könnten sich Unternehmer in Zukunft zu Nutze machen: Wer fotografiert den tollsten Chia-Samen-Pudding und so weiter – und schon gibt es eventuell einen Run auf die Reformhäuser.

Teilt nur euer eigenes Essen

Wir finden: Von der Industrie für gesunde Nahrungsmittel lassen wir uns doch gerne mal beeinflussen. In Zukunft zögern wir also nicht mehr, unser Essen zu fotografieren. Das sieht nicht nur spitze aus und macht  Spaß, sondern entspannt, wie wir jetzt wissen. Allerdings solltet ihr nur euer eigenes Essen fotografieren beziehungsweise posten. Habt ihr gewusst, dass selbst Gerichte urheberrechtlich geschützt sind? Richtig gelesen: Gerichte, nicht nur Gemälde. So dürft ihr das Menü zwar kaufen und essen, streng genommen aber nicht fotografieren – weder im Sterne- noch im Schnell-Restaurant.

Aufmacherbild: (© 2016 CC: Unsplash/Robyn Randolph)

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