Apple Watch Series 3 im ersten Test: Was kann die dritte Generation?

Apple Watch Series 3Leser-Tipp

Mit der Apple Watch Series 3 ist die dritte Auflage der Smartwatch auf dem Markt gelandet. Guru Florian hat die Uhr für euch auf Herz und Nieren geprüft.

In der dritten Generation seiner Apple Watch setzt der kalifornische Hersteller auf ein bewährtes Rezept: kleine Verbesserungen anstelle großer Innovation. Eine derart prinzipielle Zurückhaltung kann erfolgreich aufgehen – zumindest wenn der Hersteller Apple heißt. Das hat bereits das starke iPhone 8 unter Beweis stellen können. Alles Wichtige zu den neuen und alten Tricks der Apple Watch Series 3 erfahrt ihr hier in meinem ersten Test.

Was ist neu an der Apple Watch Series 3?

Fangen wir bei den Neuerungen an: Die Apple Watch Series 3 verfügt jetzt über ein Barometer, das meine zurückgelegten Höhenmeter akkurat erfassen kann. So misst die Smartwatch etwa, wie viele Stockwerke oder Gipfelmeter ihr erklimmen konntet. Unter der Haube werkelt der neue S3-Prozessor, ein Dual-Core, der für noch schnellere Starts sorgen soll. Der neue Rechenkern ermöglicht zudem, dass Siri über die Lautsprecher der Smartwatch mit ihrem Nutzer reden kann. Zudem verspricht Apple schnelleren Aufbau von WLAN- und Bluetooth-Verbindungen – was nicht heißt, dass die vorherigen Modelle hier besonders schnarchig waren.

watchOS 4: Der Tritt in den Allerwertesten

Die wichtigsten Neuerungen erhält die Series 3 allerdings durch das Update auf watchOS 4 – welches auch auf den vorhergehenden Modellen der Apple Watch verfügbar ist. Damit gibt es neue Ziffernblätter, darunter ein eigenes Siri-Watchface sowie das ganz schön waberige Kaleidoskop-Design.

Apple Watch Series 3
Quallen oder Schmetterlinge: Die Watchfaces der Apple Watch sind schlicht und schön. (© 2017 )

Zentrale Änderung unter watchOS 4 ist jedoch der neue Antrieb für Gelegenheitssportler. Das neue Betriebssystem wurde für die Erfassung unterschiedlicher Sportarten vertieft und das tägliche Tracking von Gesundheitsdaten optimiert. Damit unterstützt die Apple Watch jetzt High-Intensity-Intervalltraining (HIIT), bietet einen Schnellstart, versteht sich besser mit Wassersport – und kann sich abhängig vom Hersteller sogar mit Fitnessgeräten verständigen. Dank spezieller Bluetooth-Technik sind auch Verbindungen wie etwa einem Blutzuckermessgerät möglich.

Vertiefte Herzfrequenzmessung

Der Herzfrequenzsensor wird etwas aufmerksamer und achtet auch im Ruhezustand auf meinen Puls. Überschreitet die Frequenz einen bestimmten Schwellenwert, meldet sich die Smartwatch automatisch zu Wort. Mit dem Update auf watchOS 3 kann zudem der VO2max-Wert berechnet werden. Der steht für die maximale Sauerstoffaufnahme des Bluts und ist eine wichtiger Orientierungspunkt für Ausdauersportler.

Apple Watch Series 3
Die Herzfrequenzmessung erhält mit watchOS 4 ein Update. (© 2017 )

Das Sahnehäubchen: Die überarbeitete Musik-App

Die überarbeitete Musik-App synchronisiert automatisch meine wichtigsten Wiedergabelisten und Songs, sodass diese beim nächsten Workout immer am Start sind. Außerdem macht es der Player deutlich einfacher, Musik vor und während des Workouts zu steuern. Mit der richtigen Einstellung startet sie meine Songs sogar von ganz alleine, wenn sie merkt, dass ich ein Workout starte.

Design und Performance: Nicht alles beim Alten

Rein äußerlich ist die dritte Generation kaum von ihren Vorgängern zu unterscheiden. Weiterhin setzt Apple auf die elegante Mischung aus Glas und Metall – was von den recht einfachen Gummibändern meines Testgeräts allerdings ein wenig in Mitleidenschaft gezogen wird. Glücklicherweise gibt es eine schier unendliche Auswahl an Bändern, die dem Anspruch des edlen Korpus gerecht werden.

Apple Watch Series 3
Die Apple Watch Series 3 ist kaum von ihren Vorgängern zu unterscheiden. (© 2017 )

Sicherlich das schönste Element der Apple Watch ist weiterhin das kleine Display mit seiner knackig scharfen Anzeige und den kräftig leuchtenden Farben. Das setzt sich auch gegen starkes Gegenlicht zuverlässig durch – und macht bei allen erdenklichen Anwendungen stets eine gute Figur. Ungeachtet der winzigen Ausmaße ist das Touch-Display auch für Menschen mit wenig grazilen Fingern problemlos bedienbar.

Zackiges Multitasking

Was die Prozessorleistung angeht, kann ich Apple nur gratulieren: Die Apple Watch Series 3 ist einfach nur auf Zack. Multitasking, also das schnelle Hüpfen von einer Anwendung zur nächsten, ist für die Smartwatch überhaupt kein Thema. Auch Apps von Drittherstellern starten nahezu verzögerungsfrei – und selbst von diesen springt die Watch ruckelfrei zurück in eine andere zuletzt geöffnete App.

Wie die Vorgängerserie soll auch die Series 3 rund einen Tag lang durchhalten. Im Test kann ich diese Einschätzung nur bestätigen: Nach einem Tag geschäftigen Nutzens muss das Gadget wieder ans Netz. In rund zwei Stunden ist die Uhr wieder geladen – für die meisten Nutzer sicherlich unerheblich, da die Uhr eh auf dem Nachttisch vollgetankt wird.

Apple Watch Series 3
Das bewährte Bedienprinzip von Krone und Zusatztaste ist recht intuitiv. (© 2017 )

Die Apple Watch Series 3 ist weiterhin mit 8 Gigabyte Speicher ausgestattet, davon stehen rund 5,6 GB für eigene Musik, Fotos und Apps zur Verfügung. Die Smartwatch ist bis 50 Meter wasserdicht – logo, sonst wäre sie beim ersten Tauchgang dahin.

Wer braucht eine Apple Watch?

Design, Ausstattung und Performance gut – bleibt nur die obligatorische Frage: Wer braucht eigentlich eine Smartwatch? Und wofür überhaupt? Hier ist die Argumentation die gleiche wie immer: Die Apple Watch ist einerseits die Verlängerung des iPhones ans Handgelenk – und andererseits ein Fitness-Tracker. Vor allem für Sportler hat Apple umfangreich an seiner Uhr geschraubt, sodass die Geräte dank ausgefeilter Messtechnik und breiten Anwendungsfällen selbst mit Profi-Geräten locker mithalten können.

Doch auch an den kleinen Dienstleistungen, mit denen die Apple Watch den Griff zum Smartphone ersetzt, zeigt sich, wie ausgereift Apples Technik ist. Nachrichten lesen, Flugtickets organisieren, Musik hören, Navigationen starten – ganz egal was: Der Übergang vom Smartphone auf die kleine Bildfläche am Handgelenk ist ebenso nahtlos wie komfortabel. Nicht zuletzt ist Siris Leistungsumfang auf der Apple Watch ein echter Zugewinn, auch dank eigenem Watchface.

Apple Watch Series 3
Siri erhält ein eigenes Watchface – und spricht auf der Series 3 über die Lautsprecher. (© 2017 )

Damit eignet sich eine exzellente Smartwatch wie die Series 3 ebenso für Sportler wie für technikverliebte Spielkinder – und ist nicht zuletzt ein "Must-have" für eingefleischte Markenfans, bei denen sowieso auf jedem erdenklichen Gerät der angebissene Apfel leuchtet.

Kein Spotify, kein WhatsApp

In Sachen App-Integration ist die Apple Watch jedoch keineswegs perfekt. Mir persönlich fehlt etwa eine eigene Spotify-App, mit der ich Songs und Playlists direkt auf die Uhr abspeichern kann. Ebenfalls gibt es kein dediziertes WhatsApp für die Watch. Zwar könnt ihr per "Quick Reply" schnell auf eingehende Nachrichten antworten – eigenständiges Texten mit der schicken Uhr ist jedoch nicht möglich.

Preis und Farben

Die Apple Watch Series 3 gibt es im Aluminiumgehäuse in Gold, Silber oder Grau mit einem Sportarmband ab einer unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers von 369 Euro. Getestet wurde hier das Gerät ohne LTE-Mobilfunkmodul.

Fazit: Immer noch die Beste – trotz konservativem Update

Mal ganz ehrlich: Im Basismodell der Apple Watch Series 3 hat sich seit der letzten Version herzlich wenig getan. Anstelle revolutionärer Neuerung setzt Apple auf marginale Optimierung. Das Resultat: etwas mehr Geschwindigkeit – und viele Verbesserungen durch Software-Updates. Trotzdem ist die Apple Watch Series 3 weiterhin so ziemlich die beste Smartwatch auf dem Markt – zumindest, falls ihr ein iPhone euer Eigen nennt. Nutzer eines Android-Smartphones können mit dem schicken Gadget weiterhin leider nichts anfangen. Für stilbewusste Digitale im Apple-Kosmos dürfte die Apple Watch jedoch ein unersetzliches Gadget sein.

Aufmacherbild: (© 2017 )

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