Plogging: Das steckt hinter dem Fitness-Trend aus Schweden

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"Plogging" ist relativ einfach erklärt: Sportler treffen sich zu einem gewöhnlichen Lauftraining. Sie spulen dann aber nicht einfach ihre Kilometer ab, sondern sammeln unterwegs Müll auf, der auf ihrer Strecke liegt – wobei viele von ihrer eigentlichen Route abweichen und querfeldein zwischen Büschen und Bäumen sammeln.

Plogging setzt sich aus dem schwedischen Wort "plocka" (aufsammeln) und Joggen zusammen. Zur Grundausrüstung zählt (neben sportlicher Kleidung und Laufschuhen) entsprechend ein Müllsack. Das für Läufer ungewöhnliche und auffällige Müllsack-Equipment weckt bei Passanten oft Interesse und motiviert zur Nachahmung.

Sportliche Mülltrennung

Pflicht ist ein Müllsack aber nicht; auch wenn die Mülltrennung dann vielleicht nicht optimal ist. Ihr könnt den aufgesammelten Abfall nämlich auch einfach direkt in einem nahegelegenen Mülleimer entsorgen – was im Idealfall eigentlich auch der ursprüngliche Besitzer hätte tun können. Am häufigsten werfen Umweltverschmutzer anscheinend Zigarettenstummel, Verpackungen und Plastik in die Natur. Der Plogging-"Trend" ist zugegeben nicht von gestern. Er entstand 2016 in Schweden, genauer gesagt im kleinen Örtchen Are. Die Idee von Erik Ahlstrom fand ihren Weg rasch über Skandinavien auch in andere Länder. Auf Instagram tauchen auch immer mehr Beiträge unter dem Hashtag "Plogging" aus Deutschland auf. Das Tolle: Jeder kann mitmachen.

Derzeit nimmt das umweltfreundliche Workout noch einmal richtig Fahrt auf. Die Sportler verabreden sich über soziale Medien und treffen sich mitunter zu speziellen Events. In Mexiko-Stadt sammelten viertausend Menschen gemeinsam Müll, schwärmt Ahlstrom gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. In Indien treffen sich sogar noch mehr Läufer treffen regelmäßig zu sportlichen Aufräumaktionen.

Effizient: Joggen und aufheben

In Deutschland häufen sich ebenfalls immer mehr Berichte von Plogging-Aktion; wenn auch meist eher im kleineren Rahmen. Aber jede helfende Hand zählt und aus Sicht des Sportlers stellt sich nicht nur ein moralisches Glücksgefühl ein: Schließlich dient das Bücken hier auch als funktionales Training und verbessert die Beweglichkeit und Koordination. Plogging ist demnach etwa um 22 Prozent effizienter als bloß zu joggen. Da ein Sack im Laufe des Workouts immer schwerer wird, tut ihr zudem etwas für eure Arme. Achtet allerdings darauf, dass ihr euch vorher gut aufwärmt und richtig nach unten beugt, damit ihr nicht mit Rückenschmerzen heimkehrt.

Wer Interesse am Plogging hat, muss allerdings kein Leistungssportler sein. Es kommt nicht auf die Geschwindigkeit an: Viele Aktive walken auch statt zu rennen. So können auch diejenigen Teil der sehr sinnvollen Trendsportart werden, die wegen Übergewicht oder Gelenkproblemen nicht joggen können.

Aufmacherbild: (© 2018 Shutterstock/lzf)

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