Sony Xperia XA1 im ersten Test: Die große Megapixel-Offensive

Sony XA1 Guru

Das Xperia XA1 ist Sonys neues Mittelklasse-Smartphone, das vor allem Einsteigern ein solides Gesamtpaket in die Hände geben soll. Ob das funktioniert, hat Guru Florian ausprobiert.

Mit dem Xperia XA1 setzt der japanische Elektronikriese weniger auf Innovation, sondern vielmehr auf bewährte Stärken seiner XA-Reihe. Sony zufolge sind das allen voran die 23-Megapixel-Kamera sowie das randlose HD-Display mit leicht gekrümmten Seitenrändern. Fingerabdrucksensor und Metallgehäuse? Fehlanzeige. Kann sich das Xperia XA1 mit dem Preis von rund 280 Euro gegen andere Mittelklasse-Smartphones durchsetzen? Einen ersten Eindruck bekommt ihr im Video:

Design: Sony mag es kantig

So ganz beim Alten ist dann doch nicht alles geblieben: Hatte das erste XA noch eher runde Gehäuseecken, sind diese beim neuen XA1 wieder deutlich kantiger. Dennoch sieht das neue Smartphone seinem Vorgänger ziemlich ähnlich. Das liegt nicht zuletzt an dem Xperia-typischen Bildschirm, der sich ganz leicht über die Seitenränder krümmt – immer noch ein netter optischer Effekt, wie ich finde. Auch die Kamera-Taste, mit der Sony das fotografische Können seiner Smartphones unterstreichen möchte, ist weiterhin dabei.

Plastik statt Metall

Die Rückseite ist schön schlicht, lediglich das schmale Xperia-Logo hebt sich von dem matten Schwarz meines Testgeräts ab. Leider steckt auch das XA1 immer noch in einem Plastikgehäuse. Die recht bescheidene Bauweise macht sich vor allem beim Schacht für SIM-Karte und microSD bemerkbar, denn den muss ich mit einem Fingernagel regelrecht aus dem Gehäuse zerren. Andere Smartphones dieser Klasse stecken heute bereits im Metallgehäuse – und haben einen abgesicherten Schacht, der nur per Stecknadel gelöst werden kann. Auch auf einen Fingerabdrucksensor musste das XA1 leider verzichten.

Sony Xperia XA1
Die Hauptkamera des Sony Xperia XA1 knipst mit unglaublichen 23 Megapixeln (© 2017 )

Das Kunststoffgehäuse des XA1 erzeugt aber eine angenehm weiche Haptik und weist Fingerabdrücke und Schlieren deutlich besser ab als es den meisten Geräten mit edler Aluminiumhülle gelingt. Einziges Manko: Das XA1 rutscht mit den glatten Seitenkanten leichter aus den Händen, vor allem, wenn ich es zum Daddeln im Querformat schräg halte.

Schnittiger Charakter

Insgesamt macht das Xperia XA1 jedoch einen recht schnittigen Eindruck. Das Design ist eine gute Mischung aus klaren Kanten und schwachen Rundungen. Damit stemmt Sony sich gegen den gegenwärtigen Trend der abgerundeten Gleichmacherei. Erfrischend, dass es noch Andersdenkende in den Designabteilungen gibt.

Display: HD-Auflösung muss reichen

Das 5 Zoll große Display hat eine HD-Auflösung, leuchtet also in 1.280 x 720 Pixeln. Auf dem Papier klingt das erstmal nicht nach viel, in der Praxis reicht HD jedoch vollends, um Spiele oder Serien zufriedenstellend abzubilden. Einzig der leicht trübe Einstich des Displays schmälert ein wenig den Unterhaltungswert.

Sony Xperia XA1
HD-Auflösung: Etwas schärfer hätte es schon gekonnt (© 2017 )

Kamera: Mehr Megapixel geht nicht

Es kommt nicht immer auf die Größe an, so das Credo aktueller Smartphone-Kameras. Diesem etablierten Prinzip widerspricht Sony mit dem XA1 vehement und bläht die Auflösung des Kamerasensors auf üppige 23 Megapixel. Hilft das in der Praxis? Nur zum Teil, denn es kommt natürlich auch auf Lichtempfindlichkeit des Objektivs und das Können der Fokustechnik an, sonst gibt's keine scharfen Bilder – vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen.

Sony Xperia XA1 Testfoto
Bei Tageslicht entstehen scharfe Fotos mit leuchtenden Farben (© 2017 )

Tatsächlich muss ich nach einigem Knipsen feststellen, dass meine Bilder bei Tageslicht eine beachtliche Schärfe ausweisen, die sich auch beim Heranzoomen an Motive nicht so schnell verliert. Die Kamera das XA1 schießt angenehm schnell und stellt zuverlässig scharf. Mit der eigens eingerichteten Auslösetaste fokussiert das Smartphone beim ersten Antippen, also so, wie es eine klassische Digitalkamera macht. Das ist eine erfrischende Abwechslung zur Display-Lösung.

Tagsüber zuverlässig

Bei Tageslicht oder künstlicher Beleuchtung entstehen Bilder von guter Schärfe und mit natürlichen Farben. Auffällig ist der starke Weißabgleich, den das XA1 im automatischen Modus (Sony nennt das "überlegene Automatik") anbringt. Dadurch wirken meine Fotos sehr hell, was jedoch in der Regel zu guten Ergebnissen führt.

Einzige Ausnahme sind Bilder, die ich in den frühen Abendstunden oder nachts schieße, denn dann leidet die Bildqualität sichtbar unter dem ständigen Versuch, möglichst helle Bilder anzufertigen. Wechselt ihr in den manuellen Modus, lässt sich das jedoch einschränken. Auch dreht die Kamerasoftware teils stark an den Farben, wodurch Bilder mal nüchtern und mal leicht überdreht wirken.

Selfie-Kamera: Per Weitwinkel passen noch die Freunde mit aufs Bild

Anders als die Hauptkamera ist die Selfie-Knipse des XA1 mit ihren 8 Megapixeln etwas zaghafter bestückt. Die liefert ganz passable Bilder und macht im Test vor allem mit ihren schnellen Auslösezeiten Spaß. Dank Weitwinkel fängt das XA1 auch Selbstportraits mit Freunden mühelos ein. Schnell merke ich jedoch, dass die Selbstportraitkamera mit Gegenlicht so ihre Probleme hat. Das ist jedoch nichts, was sich durch eine Drehung um die eigene Achse nicht ändern ließe.

Hardware: Gemütliche Rechenleistung

Bei den inneren Werten setzt Sony weiterhin auf einen Mediatek-Prozessor, allerdings auf den neueren Helio P20. Der Arbeitsspeicher des XA1 ist drei Gigabyte stark. An Speicherplatz stehen 32 Gigabyte zur Verfügung, per microSD-Karte legt ihr 256 Gigabyte obendrauf. Den Saft zieht sich das Smartphone aus einem 2.300 Milliamperestunden starken Akku – laut Sony reicht das für bis zu zwei Tage Nutzung. Verkabelt wird das XA1 per USB Typ C.

Sony Xperia XA1
So eine Form ist heutzutage eine Seltenheit (© 2017 )

Performance: Absolut zufriedenstellend

Grafisch anspruchsvolle Games zünden auf dem XA1 natürlich nicht mit High-End-Performance, funktionieren aber dennoch zufriedenstellend. Auch der Akku liefert keine außergewöhnlichen Leistungen, schafft es bei sparsamer Nutzung jedoch locker auf anderthalb Tage.

Android Nougat in schlanker Optik

Ganz zeitgemäß läuft auf dem Xperia XA1 das aktuelle Android 7.0 Nougat, sodass Features wie der Split-View-Modus zur Verfügung stehen. Sonys Benutzeroberfläche erinnert an den klassischen Google-Now-Launcher und ist angenehm schlicht gehalten. Die herstellereigenen Apps und Inhalte belegen allerdings bereits ab Werk rund ein Drittel des internen Speicherplatzes. Wer mehr braucht, kann sich per microSD zusätzlichen Speicherplatz schaffen.

Preis, Farben und Verfügbarkeit

Das Xperia XA1 wird Mitte April auf den Markt kommen und etwa 279 Euro kosten – und ist damit zum Start übrigens 20 Euro günstiger als der Vorgänger. Farblich habt ihr die Wahl zwischen Weiß, Schwarz, Gold oder Pink.

Fazit: Mittelklasse-Smartphone mit guter Kamera

Als typisches Mittelklasse-Smartphone verfügt das Xperia XA1 zwar nicht über bahnbrechende neue Features, liefert jedoch ein stimmiges Gesamtpaket ab. Ganz klar: Die große Stärke des Smartphones ist die hochauflösende Kamera, mit der ihr mühelos gestochen scharfe Fotos mit guten Farben zaubert. Liebhaber dürften zudem auch an der eckigen Designsprache gefallen finden.

Alle wichtigen Infos zum Sony Xperia XA1:

  • System: Android 7.0 Nougat
  • Display: 5 Zoll, HD (1.280 x 720 Pixel)
  • Akku: 2.300 mAh
  • Hauptkamera: 23 Megapixel
  • Frontkamera 8 Megapixel
  • Prozessor: MediaTek Helio P20
  • Interner Speicher: 32 Gigabyte (per microSD erweiterbar)
  • Arbeitsspeicher: 3 Gigabyte RAM
  • Daten: 4G/LTE, WLAN, Bluetooth, NFC, GPRS/Edge
  • Abmessung: 145 x 67 x 8 mm
  • Gewicht: 143 Gramm
  • Farben: Weiß, Schwarz, Gold, Pink

Aufmacherbild: (© 2017 )

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