Besser Fett verbrennen: Achtsamkeitstraining statt Workout-Stress

Relax Entspannung

Wer ist heute schon noch zu hundert Prozent bei einer Sache? Nur weil wir heute alles auf einmal können, heißt es nicht, dass wir es immer tun sollen. Hier kommen die besten Achtsamkeits-Apps, die dich aus dem Gedankenkarussell holen – und darüber hinaus ganz nebenbei deine Fettverbrennung steigern.

Einem Moment die volle Aufmerksamkeit widmen, ohne gedanklich abzuschweifen? Das ist inzwischen die wahre Herausforderung. Gerade Fitnessbewusste stressen sich, um alle Ziele zu erreichen: Auf der Arbeit denkt man schon ans Workout und dabei dann an die besten Proteinquellen nach dem Training, die Einkaufsliste und die Meal Prep, die nächste Verabredung und sonstige  to dos. Dass Achtsamkeitstraining manchmal mehr bewirken kann als Fitnesstraining und Ernährungsprogramme, wissen allerdings die wenigsten.

Achtsamkeitstraining kann den Blutzuckerspiegel senken und die Fettverbrennung verbessern

Das süße Nichtstun kann ein einer Fettkiller sein: Das beweist eine aktuelle Studie. Das Zauberwort heißt: Achtsamkeitstraining. Das führte bei den Probandinnen nämlich zu einer nennenswerten Stressreduktion und damit auch zur Senkung des Blutzuckerspiegels. Und ein gesunder Blutzuckerspiegel wiederum sorgt für eine bessere Fettverbrennung.

Für die Studie wurden die Blutwerte von knapp 90 übergewichtigen Probandinnen drei Monate lang untersucht, um die drei entscheidenden Marker Stresslevel, Blutzuckerspiegel im Fastenzustand und Blutdruck zu überprüfen. Die eine Hälfte der Studiengruppe erhielt acht Wochen lang ein Achtsamkeitstraining und die andere eine Ernährungsberatung: Am Ende war die Gruppe mit dem Achtsamkeitstraining deutlich erfolgreicher beim Abnehmen.

Achtsamkeit will gelernt sein

Achtsamkeit meint, dem Moment seine volle Aufmerksamkeit zu widmen. Das muss man aber erstmal üben: Durch das mentale Training kann man lernen, im Alltag besser zu entspannen. In unserer schnelllebigen digitalen Welt scheint die zeitweise Fokussierung auf das Wesentliche immer wichtiger zu werden: Vor allem in stressigen Großstädten sind Yoga- oder Meditationskurse gefragt wie nie und immer mehr junge Leute zieht es raus ins Grüne, zum Wandern und Campen. Auch die Slow-Food-Bewegung, die für genussvolles, bewusstes und regionales Essen steht, wächst als Gegentrend zum Fast Food stetig. Wer sich regelmäßig auf das Hier und Jetzt konzentriert, kann nicht nur Stress abbaue, selbstbewusster und erfolgreicher werden, sondern auch seinen Blutdruck und sogar den Blutzucker senken.

Dafür muss man es aber schaffen, sich und seine Umgebung zu spüren und die Gedanken einfach mal ziehen zu lassen, ohne diese zu bewerten, zu emotional zu werden oder im Gedankenstrudel wegzutreiben. Am besten funktioniert das mit Geduld, Übung und einem Medium, das dich immer wieder in die Situation zurückholt und daran erinnert, dich auf deine aktuelle Umgebung mit allen Eindrücken zu konzentrieren: Das gelingt aber nicht nur mit einem erfahrenen Yogi oder Meditationslehrer, sondern eventuell auch mit diesen Apps:

5 Apps, die deine Achtsamkeit schulen

Klingt widersprüchlich: Achtsamkeit lernen mit einer Smartphone-App? Ja, das kann funktionieren, weil wir dazu neigen, uns unseren Gedanken hinzugeben und dann wieder an to dos denken, statt einfach nur bewusst zu atmen und zu entspannen. Die folgenden Apps fangen die eigene Aufmerksamkeit immer wieder ein:

  • Simpel aber äußerst niedlich ist die kostenlose App für Achtsamkeits-Anfänger "Zenify" (für iOS, Android und als Web-App): Sie wartet mit 5 bis 15 Minuten mentalem Training am Tag auf und erinnert den Nutzer daran – allerdings nicht, wann er will, sondern, wann sie es für richtig hält. Darum geht es schließlich: Jederzeit mal alle äußeren Reize ausblenden und sich wieder fokussieren. Zusätzlich bietet die App digitale Kurse für den Umgang mit Stress, Schlafproblemen oder Konflikten. Kleine Übungen für Zwischendurch bringen mehr Achtsamkeit in deinen Alltag –am Rechner, auf dem Tablet oder dem Smartphone.
  • Die Meditations-App "7Mind", ebenfalls für iOS, Android und als Web-App hilft dabei, sich sieben Minuten lang zu entspannen: Indem sie auf Wunsch Anrufe und Nachrichten unterdrückt und die Aufmerksamkeit mit angenehmer Stimme immer wieder auf die eigene Körperwahrnehmung lenkt. Außerdem gibt es spezielle Kurse zu Themen wie Schlafstörungen, Kreativität, Konflikten oder Gesundheit. Sieben Tage lang ist die App gratis, danach kostet sie stolze 12 Euro monatlich, beziehungsweise fünf, wenn man sich für ein Jahr bindet. Die Nutzer-Bewertungen sind aber überaus positiv.
  • Die App "Headspace" versteht sich als "Fitnessstudio für deinen Geist" und bietet ebenfalls hunderte Meditationsprogramme zu diversen Themen und Sorgen – auch als Download für unterwegs. Allerdings ist die App bisher nur auf Englisch verfügbar. Wer mag, kann sein Achtsamkeitstraining auswerten und sich mit anderen Nutzern zu Motivationszwecken verbinden. Die App wirkt weniger esotherisch, aber dafür etwas verspielter im Design. Die ersten zehn Tage sind gratis, danach kostet sie etwa zehn Euro im Monat, etwas günstiger wird sie im Jahresabo.
  • Die App "Calm" (als iOS, Android und Web-App) hingegen bleibt kostenlos für Nutzer, die sich mit den diversen Basis-Meditationsprogrammen zufrieden geben. Dazu gibt es Gute-Nacht-Geschichten für Erwachsene, Naturklänge, Atemübungen und freie Meditationen ohne Anleitung. Über die App, die es ebenfalls nur auf Englisch gibt, lässt sich tracken, wie oft und lange man aktiv etwas für die Entspannung tut. Gegen einen Aufpreis gibt es auf Wunsch spezielle Kurse zu Themen wie  zum Beispiel "besser schlafen" oder "mehr Dankbarkeit".
  • Die kostenlose Coaching-App "Fabulous" für Android und neuerdings auch einer Beta-Version für iOS versteht sich eher als ganzheitlicher Alltagsmanager denn als reine Meditations-App: Hier schließt der Nutzer Wetten gegen sich selbst ab und kann sich von der App an seine Ziele und to dos erinnern lassen. Wissenschaftliche Artikel sollen dabei motivieren. Damit Nutzer lernen, ihren Alltag entspannter zu meistern, kommen kurze Workouts, Meditationen, Atemübungen, Schlaftraining und Ernährungstipps zum Einsatz. Wer mehr Funktionen nutzen möchte, hat die Möglichkeit, ein Premium-Abo abzuschließen. Übrigens wurde "Fabulous" in diesem Jahr von Google zu einer der "Apps des Jahres" gekürt.
Huawei Honor 5x 7Mind Meditations App
Huawei Honor 5x  und die Mind Meditations App. (© 2017 )

Fazit: Bewusst relaxen lohnt sich, man muss nur wissen wie

Wir lernen: Stress macht dick und Entspannung hat bessere Effekte auf die Figur, als sich den Kopf über Diäten zu zerbrechen. Denn ausreichend Schlaf und Stressreduktion senken den Blutzuckerspiegel und verbessern die Fettverbrennung.  Niemand sollte versuchen, sieben Tage die Woche 24 Stunden lang Schritt zu halten mit der schnelllebigen Umwelt.

Egal ob Geräusche, Wege, Arbeit und to dos, Freizeitstress, Technik und Erwartungen: Alles rauscht an uns vorbei und manchmal muss man sich einfach rausziehen und wieder auf sich selbst besinnen. Das kann man dann nennen, wie man mag: Meditation, Achtsamkeitsübung, autogenes Training, Selbstwahrnehmung, Stress- und Reizreduktion, Entspannung oder einfach bloß chillen. Fakt ist: Es funktioniert nur, wenn man sich darauf einlässt.

Wie man es schafft, dass Gedanken nicht immer wieder abschweifen, vermitteln Kurse, aber auch einige Apps, die wir hier vorgestellt haben. Auch Yoga-Apps können ein gutes Mittel zur Entspannung sein,  allerdings muss man hier etwas Erfahrung mitbringen, ansonsten konzentriert man sich anfangs zu sehr auf die richtige Ausführung der Asanas als auf die eigene Wahrnehmung. Wenn du auch im Joballtag permanent rotierst, hilft dir vielleicht der erste Achtsamkeitstracker "Spire", der deine Atmung überwacht und dich an Entspannung erinnert, wenn du sie brauchst.

Aufmacherbild: (© 2017 istock.com/pixelfit)

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