Runtastic Results: Die beste Alternative zur Freeletics-App?

Fitness

Fit für den Sommer: Wer nach einer zeiteffektiven und mobile Fitnesslösung sucht, tendiert meist zu "Freeletics". Dabei gibt es namhafte Alternativen. Das weiß auch Guru und Sportskanone Christine: Sie hat die Fitness-App "Runtastic Results" mit maßgeschneidertem 12-Wochen-Plan getestet.

Die Results Workouts von Runtastic – vielen sicherlich für ihre beliebte Lauf-App ein Begriff –  versprechen Ergebnisse – und das binnen 12 Wochen, für Männer wie für Frauen. Welche Ergebnisse das genau sind, hängt von der körperlichen Konstitution und der Zeit ab, die man wöchentlich bereit ist, zu investieren. Für die Übungen im Stehen, Springen, Liegen oder einer Kombination, braucht es keinerlei Gewichte oder Equipment. Die Schwierigkeit besteht darin, die Übungen so schnell wie möglich durchzuziehen beziehungsweise in vorgebender Zeit so viele Wiederholungen zu machen wie möglich: So bleibt der Puls auf Hochtouren und fordert nicht nur die Kraftausdauer, sondern aktiviert auch den Stoffwechsel – und zwar auch noch Stunden nach dem Training.

Kostenpunkt und Inhalte der Runtastic Results App

Der Download der Runtastic-App (für iOS oder Android) kostet nichts, allerdings nützt mir die App ohne Abo auch nicht viel, weil hier nur eine Handvoll Einzelworkouts freigeschaltet sind – zum kurzen Test der App reichen sie aber allemal. Den individuellen Trainingsplan gibt es nur im Abo: Für 9,99 Euro im Monat, beziehungsweise 39,99 Euro für sechs Monate oder einmalige 59,99 Euro für die Jahresmitgliedschaft bin ich dabei. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Training wird gemäß meiner persönlichen Ziele und Zeitvorgaben individuell zusammengestellt, lässt sich überall absolvieren – auch im Urlaub –, weil man nichts als das eigene Körpergewicht braucht, und ein Ernährungsguide ist sogar auch noch mit dabei. Inhaltlich wie optisch erinnert das Konzept sehr an Freeletics, dabei ist Runtastic aber rund zwanzig Euro günstiger im Jahr. Trotzdem ist mit dem Runtastic-Abo auch der Zugang zu anderen Premium-Apps von Runtastic inbegriffen: Eine schöne Überraschung, denn jetzt kann ich zur Abwechslung auch mal die diversen Lauf- und Intervalltrainingspläne von Runtastic ausprobieren, den Lauf-Sprachcoach ohne Werbeunterbrechungen genießen oder das Tracking an Ampeln pausieren. Dazu gibt es auch noch die "Runtastic Story Runs": Das sind spannende Abenteuer, Ratgeber oder Science-Fiction-Geschichten mit imaginären Jägern, die mir beim Lauf Beine machen sollen.
Viermal die Woche Ausdauer- und Krafttraining stehen bei mir zwar schon auf dem Programm, aber gerade langweilen mich meine Workouts ein wenig. Mein Ziele sind daher Abwechslung, noch zwei bis drei Kilo Körperfett abbauen und meine Ausdauer für den nächsten Stadtlauf noch ein wenig hochzuschrauben. Mal sehen, welche Hausaufgaben mit die App gibt.

Der Fitnesstest für meinen 12-Wochen-Trainingsplan

Am Anfang der kommenden 12 Wochen mit Runtastic steht ein Fitnesstest. Unter dem Menüpunkt "Trainingsplan" führt mich die App durch das Prozedere: Ich muss in jeweils zwei Minuten so viele Burpees, Sit-ups, Squats und Liegestütze machen, wie ich kann. Dazwischen habe ich immer zwei Minuten zum Verschnaufen. Danach ermittelt Runtastic, wo ich stehe, wie schnell ich mich steigern und was ich nach 12 Wochen Training erreichen kann. Die grobe Pauschalschätzung lautet: jeweils ein Drittel mehr Wiederholungen.

Eine knappe halbe Stunde Training mit Warm-up und Stretching

Jedes meiner vier Workouts pro Woche startet mit einem fünfminütigen Warm-up. Dann folgt mein persönlicher Mix aus anfangs jeweils vier bis sieben einfachen Übungen. Die steigern sich aber im Laufe der zwölf Wochen deutlich. Dazu gibt es jeweils ein kurzes Video, in dem fachkundige Vorturner zeigen, wie es geht. Ich muss mir die Videos aber nicht zwingend runterladen und anschauen, mit der Zeit wiederholen sich die Übungen auch und ein Bild sowie die Übungsbezeichnung verraten dann schon, was zu tun ist. Dazu kann ich den Voice-Guide beliebig an- und ausschalten. Hier kommt ein Beispiel-Workout aus Woche 2:

  • 25 Squat Jacks
  • 60 Sekunden Planke (Unterarmstütz)
  • 50 Mal Kniehub (schnell abwechselnd ein Knie so hoch wie möglich ziehen)
  • 15 Trizeps-Dips
  • 20 Donkey Kicks links
  • 20 Donkey Kicks rechts
  • und endlich: eine Minute Pause
  • Danach wird der Zirkel noch fünfmal wiederholt
Runtastic Results App
Die Runtastic Results App gibt mir mein persönliches Workout genau vor. Ich entscheide nur, wann und wo ich es mache. (© 2017 )
"So wird meine Fitness messbar. Und Schummeln ist nicht."

Ich muss jede Übung, die entweder auf viele Wiederholungen oder eine bestimme Zeit abzielt, auf dem Display nach oben wischen und damit bestätigen, dass ich durch bin: So wird meine Gesamtzeit getrackt und mir später in der Workout-Zusammenfassung nochmal präsentiert. Das macht meine Fitness messbar. Schummeln ist nicht: Bin ich zu schnell, fragt die App mich explizit, ob ich das Workout wirklich speichern möchte, da es doch etwas hastig erscheint. Insgesamt dauern die Workouts in der Regel nicht länger als eine halbe Stunde – mit Aufwärmen und Dehnen. Es kommen zwar nach und nach mehr Übungen dazu, aber dafür werde ich auch immer schneller. Praktisch, dass mein Trainingsplan auch ein Dehnprogramm umfasst: Auch hier werde ich einzeln durch die Übungen geführt –  so vergeht die Zeit wie im Flug. Zusätzlich möchte ich noch zweimal die Woche 45 bis 60 Minuten laufen gehen: Auch daran erinnert mich die Runtastic-App, aber ohne zu aufdringlich zu werden.

Die flexiblen Einzel-Workouts sind ganz neu dabei

Bei mir muss Sport brennen: Das tut er bei Runtastic Results, keine Frage. Allerdings fehlt mir hier manchmal die Möglichkeit, mal ein Workout vorzuziehen, nochmal durchzuführen oder zu wechseln. Tatsächlich ist es aber vernünftig, dass die App verhindert, dass ich mich eventuell übernehme oder zu schnell steigere. Und für den Sommer ist zeiteffektives Training auf 30 Minuten komprimiert natürlich auch praktisch.

Ich habe zwar kein Motivationsproblem, allerdings kann ich nicht zuhause trainieren: Für mich ist das ein Ort zum Kochen, Serien schauen und Entspannen. Gearbeitet wird bei mir nur im Büro – und im Fitnessstudio. Zum Glück kann ich auch im Fitnesscenter oder Park prima mit der Restults-App arbeiten, allerdings würde ich gern länger als 30 Minuten trainieren, damit sich der Gang dorthin auch lohnt. Die Workouts werden aber immer erst zu gegebener Zeit freigeschaltet. Alternativ kann ich aber auch noch ein vorgefertigtes Einzel-Workout der Results-App an mein Training hängen. Das finde ich gar nicht mal so schlecht: Hier stehen knapp 30 Workouts von "Alpha" bis "Zulu" zwischen zwei und 90 Minuten zur Wahl. Wobei es die letzteren wirklich in sich haben! Man darf nicht vergessen, dass es sich die ganze Zeit um hochintensives Intervalltraining handelt – bei hoher Belastung und mit wenigen Pausen.

Runtastic Results App
Knapp 30 Einzelworkouts und mehr als 220 Einzelübungen bietet die Runtastic Results App. (© 2017 )

Darüber hinaus gibt es noch die individuellen Einzelworkouts: Dafür gebe ich an, welche Muskelgruppen ich wie lange trainieren möchte und welches Level ich habe. Ist mir eine Übung zu schwer, kann ich sie auch austauschen. Der "Workout Creator" ist neu und überzeugt sofort: So lohnt sich der Gang ins Fitnessstudio für mich auch, weil ich auch mal zwei Workouts hintereinander machen kann und dafür am nächsten Tag mit Freunden grillen kann. Ansonsten kann ich auch noch ganz frei aus mehr als 220 einzelnen Übungen auswählen – und mir das ganze 1,4 Megabyte große Übungspaket bei Bedarf runterladen.

Die Features der Runtastic Results App auf einen Blick

Um Muskeln auf- und Fett abzubauen, muss natürlich auch die Ernährung stimmen. Runtastic Results bietet hierfür einen Gesundheits- und Ernährungsguide mit informativen Artikeln. jede Woche wird ein neues Thema freigeschaltet. Allerdings gibt es keine Ernährungspläne. Das heißt, hier muss man sich erstmal einlesen und dann selbst Gedanken machen, was auf den Tisch kommt. Meine Körpertransformation kann ich aber über die "Progress Pics" mit Ganzkörper-Selfies dokumentieren. Über den App-Menüpunkt "Verlauf" finde ich meine absolvierten Trainingseinheiten mit Zeitangaben.

Runtastic Results App
Mit vielen interessanten Artikeln widmet sich das Runtastic Results Programm auch der richtigen Ernährung für Sportler. (© 2017 )

Zur Motivation kann ich mich über die App einer "Runtastic Results"-Gruppe in meiner Nähe auf Facebook anschließen und die Leute bei Interesse auch zum gemeinsamen Trainieren treffen. Als Anheizer im Training hilft aber auch die Spotify-Anbindung – dieses Feature ist in den Einstellungen unter Workout-Musik versteckt. Die ruhigen Popsongs passen meinem Empfinden nach aber gar nicht zu den super anstrengenden und schnellen Workouts. Wer sich zur Motivation mit Freunden messen möchte, kann über den App-Newsfeed verfolgen, was die Mitstreiter zuletzt so geschafft haben.

Als technische Highlights der Runtastic Results App möchte ich noch die Anbindung an Google Fit loben, ebenso wie die Broadcast-Funktion, mit der sich das Training auch problemlos auf die große Mattscheibe bringen lässt. Wer lieber draußen oder auch mal auf (Dienst-)Reisen trainiert, kann sich die Trainingsvideos zur Anleitung auch runterladen. Eine Internetverbindung braucht man, um das Training live zu tracken, aber dann trotzdem.

Fitness
Eine Laufrunde mit ein paar flexiblen Einzelübungen im Anschluss runden meinen Wochenplan perfekt ab. (© 2017 istock.com/iprogressman)

Fazit: Warum mich die App teilweise frustriert – ich aber trotzdem dran bleibe

Die Runtastic Results App ist durchaus spannend für zielorientierte Sportler, die sich gern an Pläne halten. Ich persönlich trainiere am Liebsten viermal die Woche spontan nach Lust und Laune – beim Krafttraining mit Supersätzen im Freihantelbereich oder im Fitnesskurs, beim Yoga, Laufen oder auf dem Rennrad. Sinnvoller ist es aber, sich konkrete Ziele zu stecken und diese mit Plan zu verfolgen, das muss ich zugeben.
Mir persönlich sind fünf Runden derselben Fitnessübungen manchmal etwas zu langweilig und teilweise auch zu schnell: Das ist dann nicht nur wahnsinnig anstrengend, sondern geht auch auf die Gelenke, wenn man hier vorbelastet oder Anfänger ist. In dem Fall ist das Training mit Runtastic Results nicht zu empfehlen, da man schon etwas Erfahrung haben muss, um die Übungen unter Zeitdruck noch sauber auszuführen. Ich persönlich trainiere  lieber länger, aber dafür etwas langsamer und sauberer. Dafür muss ich dann aber auch Cardio-Einheiten für die Fettverbrennung zusätzlich einplanen. Weil auch ich mir im Sommer mehr Freizeit für andere Dinge wünsche und sowieso eine neue Herausforderung brauche, werde ich auf jeden Fall dranbleiben. Motivierend finde ich dabei vor allem die Broadcast-Funktion, die Runtastic Results Community auf Facebook und den Premium-Zugang zur Running App.

Wer schon fitter ist und ein kurzes, aber eben auch sehr anstrengendes Kraft- und Ausdauer-Workout bevorzugt, wird von Runtastic Results begeistert sein. Vor allem, weil man selbst entscheidet, wann und wie viel man trainiert . Beim Ernährungsguide hätte ich mir einige konkrete Wochen- oder Mahlzeiten-Beispiele gewünscht, damit man direkt starten kann ohne viel zu lesen oder zu warten, bis für mich relevante Artikel etwa erst in Woche 9 freigeschaltet werden. Dennoch sind die Artikel sehr informativ und die App motiviert täglich mit kurzen Zitaten und Tipps zum Durchhalten. Ist das Runtastic Results Programm absolviert, geht es übrigens direkt weiter mit einem neuen zwölf-Wochen-Plan.

Runtastic Me Menue
Neben der Runtastic Results App können Abonnenten auch die Runtastic Me App zum Joggen in vollem Umfang nutzen – hier mit dem Orbit-Tracker zu sehen. (© 2017 )

Kann "Runtastic Results" mit dem App-Workout-Pionier "Freeletics" mithalten?

Alles in allem weist "Runtastic Results" nicht nur inhaltlich und optisch große Ähnlichkeiten zu "Freeletics" auf, sondern überzeugt auch mindestens genauso: Runtastic Results bietet zu einem faireren Preis eine größere Übungsvielfalt, individuellere Workouts, die zwar auch anstrengend sind, aber weniger überfordern als Freeletics – und wartet dazu noch mit einem kostenlosen Ernährungsguide auf. Die App ist übersichtlich wie ansprechend gestaltet. Wer App-gesteuerte Fitnessprogramme mag, wird mit Freeletics Results Erfolge feiern. Vorausgesetzt natürlich, man trainiert mindestens drei- oder viermal die Woche eisern und stellt auch die Ernährung um. Daumen hoch, Hintern hoch und weitermachen, heißt es jetzt auch bei mir. Wenn ihr erfahren wollt, wie ergänzend zu den Trainings-Apps auch der Activity Tracker "Runtastic Orbit" – für gerade mal 40 Euro – performt, lest auch meinen Test dazu.

Aufmacherbild: (© 2017 istock.com/spyderskidoo)

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