Farpoint für Playstation VR im Test: Alien-Hatz in der virtuellen Realität

Farpoint

Endlich Nachschub für alle Besitzer des neuen Playstation-VR-Systems. Mit "Farpoint" will euch Sony auf einen fremden und natürlich wie immer feindlichen Planet entführen. Dank des beigelegten Ziel-Controllers seid ihr aber immer in der Lage, euch eurer Haut zu erwehren.

Es ist schon eine ganze Weile her, dass mit "Resident Evil 7" der erste echte Kaufgrund für die Playstation-VR-Brille erschien. Wenn die Hardware also mittlerweile in eurem Spieleschrank schlummert, wird es nun Zeit, sie wieder zu entstauben. Denn der neue VR-Shooter "Farpoint" samt sonderbar anmutender Plastik-Knarre entführt euch auf die Oberfläche eines fremden Planeten – und ihr seid nicht alleine.

Wo bin ich?

Die Einführungssequenz von Farpoint ist ungewöhnlich lang, es dauert fast eine Viertelstunde, bis ihr endlich losspielen dürft. Die Vorgeschichte ist schnell erzählt. Bei der Untersuchung einer Anomalie im Weltraum gerät euer Schiff ins Schlingern und stürzt krachend auf die Oberfläche eines Planeten. Schnell erfahrt ihr, dass ihr eigentlich auf der Suche nach zwei verschollenen Wissenschaftlern seid, die auf diesem Planeten verschollen sind. Ohne jetzt zuviel zu verraten, hält euch die spannende Geschichte bis zum Ende bei der Stange, auch wenn nicht alle Fragezeichen aufgelöst werden, wenn die Endsequenz nach ca. 5 Stunden über den Bildschirm flimmert.

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Die aggressiven Käferwesen machen ab der ersten Minute Jagd auf euch. (© 2017 SCIE)

Knapp daneben ist auch vorbei

Schon nach den ersten Schritten in der feindlichen Umgebung werden euch schnell zwei Dinge klar: Erstens könnt ihr euch nicht wirklich frei bewegen, zweitens nutzt ihr einen neuartigen Controller, um der Lage wenigstens einigermaßen Herr zu werden. Der erste Punkt reißt euch zunächst etwas aus der immersiven VR-Erfahrung heraus: Zwar können VR-Veteranen mit einem starken Magen im Hauptmenü einstellen, dass eine freie Drehung per Mini-Stick nach rechts oder links möglich ist, dennoch bewegt ihr euch die ganze Zeit nicht frei, sondern in einem recht stark begrenzten Areal.

Der zweite Punkt zieht euch hingegen unglaublich in das Geschehen hinein: Mit dem beiliegenden Ziel-Controller habt ihr wirklich das Gefühl mit einer Waffe in der Hand aus der Ich-Perspektive gegen die insektoiden Angreifer um euer Überleben zu kämpfen. Wollt ihr den Schießprügel wechseln – um zum Beispiel im Nahkampf mit der durchschlagskräftigen Shotgun auszuteilen – greift ihr mit einer Hand hinter euren Rücken. Eine tolle Idee und schon nach wenigen Minuten kommt ihr euch wie ein echter Weltraum-Soldat vor. Die Gegner sind zwar nicht besonders vielfältig, überzeugen aber mit tollen Animationen und wuchtigen Angriffsmustern.

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Für die größeren Exemplare müsst ihr euch schnell etwas einfallen lassen. (© 2017 SCIE)

Ohne den VR-Helm auf dem Kopf wäre "Farpoint" in der heutigen Zeit der Ego-Shooter keine allzu große Erwähnung wert, aber genau da liegt der große Unterschied. Ihr kommt euch wirklich vor, als würdet ihr in dieser unwirtlichen Welt umherstapfen, könnt euch jederzeit umsehen und – dank dem neuen Controller – den Aliens, die euch stellenweise regelrecht ins Gesicht springen, Saures geben.

Fazit: Die Summe seiner Teile

Klar, was "Farpoint" bietet haben die meisten Computer- und Videospieler sicher schon hundertmal gesehen. In zehn Jahren wird "Farpoint" als VR-Erfahrung holprig und arg antiquiert wirken. Aber heute, in einer Zeit, in der die Spiele-Entwickler noch damit "kämpfen" VR für den Mainstream erlebbar zu machen, ist Hersteller Sony mit "Farpoint" ein großer Schritt in die richtige Richtung gelungen. Es ist nicht perfekt, aber als VR-Shooter macht es seine Sache schon ziemlich richtig. Wie zu erwarten, ist die Erfahrung auf der Playstation Pro noch dank einer Technik, die sich "Supersampling" nennt noch einmal deutlich hübscher. Das Bild wird dabei in einer höheren Auflösung dargestellt, als es für die VR-Brille eigentlich abbildbar ist. Das Ergebnis sind deutlich weniger Sägezahn- Kanten an Objekten und generell eine weniger grobe und somit realistischere Darstellung von Feinden und Umgebung.

"Farpoint" ist aber dem 16. Mai im deutschen Handel erhältlich und hat die Altersfreigabe "Ab 16 Jahren".

Wenn ihr euch ein Bild von der schweißtreibenden Alien-Jagd machen wollt, verschafft euch der Launch-Trailer zum Verkaufsstart des Spiels erste Einblicke:

Was kommt noch?

Natürlich sollt ihr mit der Anschaffung des neuen Ziel-Controllers auch weiterhin eure helle Freude haben. Zahlreiche Entwickler basteln gerade im Auftrag von Sony an neuen VR-Spielen, die allesamt auch mit dem neuen Plastik-Teil spielbar sein werden. Was euch dahingehend in den nächsten Monaten erwartet, verrät euch die Übersicht im deutschen Playstation-Blog.

Aufmacherbild: (© 2017 SCIE)

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