Apps für Leseratten: So digitalisiert und verwaltet ihr eure Büchersammlung

Smartphone Bücherregal

Ordnung im Bücherregal? Guru Björn ist ein wahrer Bücherwurm und verrät euch, wie ihr dem Chaos mit kostenlosen Apps und digitalen Maßnahmen Einhalt gebietet – und so auch lästige Zweitkäufe verhindert.

Manchmal stehe ich vor meinem heimischen Bücherregal und frage mich, welche Bücher ich schon gelesen habe, noch einmal lesen möchte und wie ich überhaupt irgendeine Art von Ordnung in diese große Sammlung bringen soll. Und hatte sich nicht neulich jemand irgendein Buch ausgeliehen? Ich mache Nägel mit Köpfen und ziehe durch, was ich mir schon länger vorgenommen hatte: Ich digitalisiere meine Büchersammlung per Smartphone und den passenden Apps.

Mehr Ordnung mit der App "Meine Bücher"

Schon die Nutzerbewertung der kostenlosen App "Meine Bücher" lässt Gutes vermuten. Satte 4 von 5 Sternen zeugen von einer hohen Benutzerfreundlichkeit und mehr als ausreichender Funktionalität. Diese App ermöglicht mir eine unkomplizierte und schnelle Erfassung und Verwaltung meiner Büchersammlung. Als besonderen Bonus kann ich die erfassten Daten auch über die sozialen Medien wie etwa Facebook und Twitter kommunizieren und so andere an meiner neugewonnenen Ordnungsliebe teilhaben lassen. Darüber hinaus lassen sich mit der App ganz einfach Wunschlisten erstellen und auch interessante Statistiken zum Leseverhalten abrufen. Dennoch finden sich noch einige kleine Ärgernisse in der App: Beim Einscannen des Barcodes auf meinen Büchern, findet die App hauptsächlich Bücher, die in den Bestenlisten auftauchen zuverlässig. Lest ihr hingegen – wie ich – viele, eher unbekannte Bücher, müssen diese manuell in die App eingepflegt werden.

Meine Bücher
"Meine Bücher" erlaubt es euch, eure Daten an soziale Medien weiterzuleiten. (© 2017 )

Nicht nur für Bücher geeignet: "My Library"

Diese App überzeugt mich im Besonderen durch die große Auswahl an Kriterien zur Sortierung meiner Sammlung. Ich kann zum Beispiel ohne große Mühe nach den Tags "Autor", "Titel", "Genre", "Bewertung" oder "Verlag" sortieren. Die Erfassung meiner Bibliothek ist bei "My Library" nicht nur auf Bücher beschränkt: Auch die Katalogisierung meiner DVDs, Musik und Hörbücher lässt sich hier ganz einfach durchführen. Zusätzlich kann ich in der App eintragen, welche Stücke ich an meine Freunde verliehen habe – nicht ganz unpraktisch bei der nagenden Vergesslichkeit einiger Zeitgenossen. Im Praxistest fiel mir lediglich auf, dass die App öfter mal die Grätsche machte, sodass ich sie neu starten musste. "My Library" gibt es kostenfrei für iOS und Android.

My Library
"My Library" bietet die Möglichkeit auch DVDs oder Hörbücher zu erfassen. (© 2017 )

Mein Favorit: "Book Catalogue"

Diese, für Android-Geräte erhältliche App, konnte mich besonders durch ihre gewiefte Funktionalität überzeugen. Sei es per Barcode-Scanner, per ISBN oder über das Internet – diese App hat jedes Buch gefunden, das ich gesucht habe und ist im Gegensatz zu den anderen beiden Apps nie abgestürzt. Und so könnt ihr eure Sammlung mit "Book Catalogue" digitalisieren:

Suche per Barcode-Scanner

Bevor ich mich auf die Suche nach neuen Schätzen für mein Bücherregal mache, nutze ich die in allen hier vorgestellten Apps verfügbare Funktion per Barcode zu scannen. Hier scanne ich lediglich schnell den Barcode auf der Rückseite des Buches mit dem Smartphone ein, und das Buch wird meiner digitalen Bibliothek augenblicklich hinzugefügt. Besonders praktisch wenn ich schnell sehr viele Bücher auf einen Schlag erfassen möchte.

Suche per ISBN-Nummer

Die Suche über die ISBN-Nummer auf der Rückseite des Buches ist wohl die einfachste Methode und vor allem besonders zuverlässig. Ich gebe einfach die Nummer unter dem Barcode – manchmal findet ihr sie auch im Impressum – ein, und kurz darauf zeigt mir die App den Titel, inklusive Autor und dem Cover des Buches. In manchen Fällen ist sogar eine mehr oder weniger ausführliche Inhaltsbeschreibung verfügbar.

Suche per Titel oder Autor

Eine einfache Suchfunktion innerhalb der App, die mir meine Bücher aus der Datenbank anzeigt, ist unerlässlich. Ich gebe einfach den Titel des Buches ein, um gezielt zu suchen, oder ich wähle den Namen des Autors und kann mein Buch dann aus der angezeigten Liste auswählen. Mir ist es dabei nicht nur einmal passiert, dass ich noch über andere Bücher des Schriftstellers gestolpert bin, von denen ich bisher noch nichts gehört hatte.

Suche per manueller Eingabe

So gut die App, die ihr einsetzt auch sein mag. Oft kann es passieren, dass die Anwendung das von mir zur Erfassung gewählte Buch einfach nicht finden kann. Dann bleibt mir nur noch den Titel manuell einzugeben. Flugs lege ich mir alle verfügbaren Informationen wie "Titel", "Autor", "Verlag" und vielleicht noch das Erscheinungsjahr bereit und gebe diese Daten nacheinander in die App ein. Etwas mühevoll, aber auf lange Sicht sicher absolut lohnenswert.

Book Catalogue
Book Catalogue punktet durch eine tolle Bedienbarkeit und die Möglichkeit, eigene Tags zu vergeben. (© 2017 )

Alles sortiert? Da geht noch mehr

Nach vielen Eingaben ist es dann endlich soweit: Ich habe alle gesuchten Buchtitel gefunden und meiner Liste hinzugefügt. Nun sollte ich noch Ordnung in den digitalen Datenwust bringen. Ich wähle für die Bücher am besten Kategorien aus, die ich je nach Funktion in der App aus einer Liste aussuche oder selber bestimme. Auch eine Sortierung nach Status (gelesen/ungelesen) oder eine Anordnung nach Genres ist natürlich machbar.

Zusätzlich ist eine weitere Information über den aktuellen Standort des Buches (Keller, Wohnzimmer, Dachboden) in "Notfällen" mehr als hilfreich. Ich habe mir für jeden Ort ein Regal in der App angelegt und die digitalisierten Bücher dann dort hineingepackt. Meine Mühen waren nicht umsonst: Ab jetzt kann ich alle neuen Bücher direkt erfassen und sogar mit einem Signet für deren Standort im Haus oder in der Wohnung versehen – die Sucherei hat ein Ende. Ich habe mir auch zusätzlich innerhalb der Apps noch Wunschlisten angelegt: Meine Bekannten und Freunde wissen dann immer, welches Buch sie mir als nächstes schenken sollen. Wollt ihr den Faden noch weiterspinnen, könnt ihr die hier aufgelisteten Apps auch dazu nutzen, um eure Gedächtnis auf Vordermann zu bringen. Tragt nach dem Lesen eines Buches gleich eine persönliche Bewertung in die App ein, auch die besten Zitate aus dem Schmöker könnt ihr nun zusätzlich ganz einfach archivieren.

Bücher übrig? Dann ganz einfach zu Geld machen

Beim Erfassen meiner Büchersammlung haben sich natürlich auch ein paar Bücher gefunden, die ich entweder doppelt hatte oder deren Inhalt mich schon nach wenigen Seiten massiv langweilten. Zeit also, mal ordentlich zu entrümpeln. In dieser Situation äußerst praktisch: ein Besuch bei momox.de beziehungsweise den App Stores, denn seit Kurzem gibt es Momox auch als Gratis-App für Android und iOS. Dort könnt ihr unerwünschte Bücher, die euch nicht mehr gefallen einfach einscannen und (zugegebener Weise recht kleine) Geldbeträge sichern. Immer noch deutlich besser, als sich über den verbrauchten Platz im Regal zu ärgern.

Fazit zu meinem Sortierwahn: Die Mühe lohnt sich 

Natürlich sind echte Leseratten mit einer großen Anzahl von Büchern die erste Adresse, wenn es um die Digitalisierung des Bestands geht. Da man über seine Sammlung gerne mal den Überblick verliert, ist auch dieser Umstand dank der neuen Ordnung per App Schnee von gestern. Und ganz wichtig: Ihr vergesst nie wieder, ob und welches Buch ihr in eurem Freundeskreis verliehen habt!

Es ist zwar eine Menge Arbeit aber das Erfassen meiner Büchersammlung per App hat nur Vorteile. Zudem vermeide ich nun Dopplungen, denn ich weiß schneller welche Bücher ich schon habe und angelegte Wunschlisten zeigen meinem Freundeskreis, welche Bücher ich mir für die Zukunft wünsche. Wie immer wichtig: Man sollte unbedingt dranbleiben und auch nicht nachlassen, wenn es etwas mühsam wird. Klar, jedes neue Buch erst einmal anzulegen kostet gerade zu Beginn schon etwas Überwindung. Da man sich ja zum Glück bekanntlich an alles gewöhnt, ist es mir nun seit ein paar Wochen dann eher Freude als Leid, neue Bücher in die App einzupflegen – und so nie wieder planlos vor meinem Bücherregal zu stehen.

Aufmacherbild: (© 2017 iStock/Neustockimages)

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